Neue Schuhe von Nike, Adidas und Li-Ning: Welche hole ich mir wirklich?
14. Oktober 2026
Performance

Neue Schuhe von Nike, Adidas und Li-Ning: Welche hole ich mir wirklich?

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Die Marken droppen einen neuen Rennschuh nach dem anderen, während bezahlte Influencer jeden Launch feiern, als wäre deine nächste Bestzeit nur noch eine Bestellung entfernt. Du stehst zwischen FOMO und leerer Geldtasche, während beim nächsten angeblichen „Gamechanger“ schon der passende Rabattcode unter dem Video wartet.

Ein Rabattcode ist kein Kompetenznachweis, und bezahlte Begeisterung wird nicht dadurch zur unabhängigen Beratung, dass jemand dabei seine Marathonmedaille in die Kamera hält.

Ich kaufe meine Schuhe selbst, teste sie im Training und bei Wettkämpfen und bekomme weder Sponsorengeld noch Affiliate-Provisionen. Mein medizinischer Hintergrund hilft mir dabei, Belastung, Stabilität und das Zusammenspiel von Körpergewicht, Laufstil und Schuhkonstruktion einzuordnen, statt nur die Werbeversprechen der Hersteller nachzusprechen.

Mich interessiert nicht, welchen Schuh eine Marke gerade verkaufen möchte, sondern welcher mit meinen über 80 Kilogramm tatsächlich funktioniert und etwas besser macht als meine bisherigen Modelle. 

Wenn mich ein Schuh nicht überzeugt, schreibe ich das auch dann, wenn die halbe Influencer-Welt ihn feiert und das komplette Marathon-Podium darin steht.

Hier zeige ich dir, welche Neuheiten von Nike, Adidas, Li-Ning und Co. ich mir hole, welche ich erst einmal beobachte und für welchen Hype ich mein Geld nicht ausgeben werde.

Warum der Schuh eines Marathon-Siegers nicht automatisch zu mir passt

Der Adidas Adios Pro Evo 3 ist ein gutes Beispiel dafür, warum ich eine Entwicklung beeindruckend finden kann, ohne den Schuh selbst kaufen zu müssen. Im Fachhandel wird er vor allem leichten Läufern zugeordnet, beispielsweise mit einer Orientierung um 60kg bis maximal 70 Kilogramm, wobei das eine Händlerempfehlung und keine verbindliche Gewichtsgrenze von Adidas ist, die natürlich den Schuh verkaufen wollen. Diese Einordnung betrifft den Evo 3, nicht den Adios Pro 5, der ein anderes Modell ist. 

Mit meinen über 80 Kilogramm bringe ich einen anderen Körper, ein anderes Tempo und meinen eigenen Laufstil mit, weshalb ich nicht denselben Vorteil erwarten kann wie ein deutlich leichterer Spitzenläufer. Mich interessiert, ob ich mich auch nach 30 Kilometern noch sicher in einem Schuh bewege, statt nur darauf zu schauen, wie leicht und schnell er auf dem Papier ist.

Wenn ein 60-Kilo-Profi in einem Schuh einen Marathon gewinnt, kaufe ich mit diesem Modell weder seinen Körper noch seine Lauftechnik oder seine Trainingsjahre.

Deshalb übernehme ich auch nicht blind die Begeisterung gesponserter Influencer, denn eine “ehrliche” Empfehlung kann trotzdem Teil einer bezahlten Zusammenarbeit sein. Mich interessiert, wie viel jemand wiegt, bei welchem Tempo er läuft und welche Distanzen er tatsächlich getestet hat, statt nur darauf zu schauen, welchen Schuh er gerade in die Kamera hält.

Mein Puma Fast-R Nitro Elite 3 zeigt diesen Unterschied ziemlich deutlich, denn für fünf und zehn Kilometer ist er für mich derzeit der beste Schuh. Einen Marathon würde ich darin persönlich nicht laufen wollen, und selbst beim Halbmarathon fehlt mir mit meinem Gewicht das Vertrauen, unabhängig davon, welche Zeiten andere darin erreichen.

Adidas Adizero Adios Pro 5: Für mich kein ausreichender Kaufgrund

Beim Adios Pro 5 passe ich, weil ich gegenüber dem Vierer für meine Einsatzzwecke keinen ausreichend überzeugenden Vorteil sehe und bereits bessere Alternativen im Schrank habe.

Technisch wurde der Schuh weiterentwickelt, allerdings muss eine Verbesserung auf dem Papier noch keinen sinnvollen Kauf für mich ergeben, zumal mich die Berichte über frühen Verschleiß zusätzlich zurückhalten.

Adidas kann für mich die stärkste Marke sein, ohne dass deshalb jeder neue Adidas-Schuh die beste Wahl für mich wird.

Adidas Adizero Adios Pro 5

Nike: Den Apex hole ich mir, den Alphafly lasse ich stehen

Nike Alphafly 4: Die Geräuschkulisse bleibt mein Ausschlussgrund

Nike Alphafly 4Nike Alphafly 4

Beim Alphafly 4 passe ich, weil mich die Geräuschkulisse dieser Reihe stört und die bisherigen Berichte zum Vierer meine Bedenken nicht ausreichend ausräumen. Andere können darüber hinwegsehen, während ich bei meinen vorhandenen Alternativen keinen Grund habe, mir diesen Kompromiss einzukaufen.

Nike Apex: Den werde ich mir im Januar holen

Der Apex interessiert mich deutlich mehr als die nächste Überarbeitung eines bekannten Konzepts, weshalb ich ihn im Januar selbst gegen meine bisherigen Favoriten laufen möchte.

Nike ApexNike Apex

Ich kaufe damit zunächst einen Testkandidaten und noch nicht meinen nächsten Marathonschuh, denn die Konstruktion muss mit meinem Gewicht funktionieren und nicht nur bei der Produktvorstellung beeindrucken.

Nike Swooshfly: Für meine Rotation nicht relevant

Der Swooshfly deckt für mich keine Lücke ab, weshalb ich mir den Kauf spare, statt einen weiteren Schuh hinzustellen, den ich am Ende kaum laufen würde.

Nike SwooshflyNike Swooshfly

Nike Vaporfly 5: Interessant als möglicher Puma-Konkurrent

Den Vaporfly 5 beobachte ich, weil daraus eine spannende Alternative zu dem entstehen könnte, was ich am Puma Fast-R 3 mag. Für einen Kauf müsste er mir auf kurzen, schnellen Distanzen allerdings einen überzeugenden Vorteil bieten, denn diese Position ist bei mir bereits sehr gut besetzt.

Nike Vaporfly 5 PrototypNike Vaporfly 5 Prototyp

Li-Ning: Hier liegt mein größtes persönliches Interesse

Li-Ning Feidian 7 Elite: Bereits gekauft und ein möglicher neuer Marathonschuh

Den Feidian 7 Elite habe ich mir bereits geholt, weil der Sechser zu meinen absoluten Lieblingsschuhen gehört und bisher mein Marathonschuh ist.

Ich mag dieses ausgeprägt federnde Laufgefühl, das auch mit meinem Gewicht gut funktioniert und mir auf längeren Distanzen mehr Vertrauen gibt als der Puma.

Der Siebener könnte mein neuer Marathonschuh werden, muss dafür aber auch bei längeren Belastungen überzeugen und nicht nur auf den ersten Kilometern begeistern.

Li-Ning Feidian 7 Elite

Mich interessiert, ob er den Sechser tatsächlich verbessert, ohne Eigenschaften zu verlieren, die ich an diesem Schuh schätze.

Li-Ning Feidian 7 Ultra: Meine Entscheidung fällt an der Außensohle

Für HYROX bin ich wegen der Sohle auf den Adidas Dropset Elite gewechselt, weshalb mich beim Feidian 7 Ultra vor allem interessiert, ob Li-Ning diesen Punkt verbessert hat.

Li-Ning Feidian 7 Ultra PrototypLi-Ning Feidian 7 Ultra Prototyp

Noch mehr Federung wäre für mich kein ausreichender Kaufgrund, wenn ich dafür beim Grip wieder einen Kompromiss eingehen müsste, denn ein guter Laufschuh ist nicht automatisch mein bester HYROX-Schuh.

Falls dich interessiert, welche Schuhe sich für HYROX wirklich eignen, habe ich 19 Modelle getestet und in einem Tier-Ranking verglichen: https://www.julianhosp.com/blog/der-beste-hyrox-schuh

Li-Ning Feidian 7 Challenger: Als Trainingsschuh auf meiner Liste

Den nach meinem aktuellen Informationsstand für November erwarteten Challenger behalte ich als Trainingsschuh im Blick, allerdings müsste er bei regelmäßigem Einsatz eine Aufgabe besser erfüllen als meine vorhandenen Modelle.

TYR Valkyrie Elite V2: Viel Hype, aber für mich zu nah am Puma

Beim TYR passe ich trotz der Aufmerksamkeit, weil er mir für meine Rotation zu nah an dem liegt, was ich mit dem Puma Fast-R 3 bereits abgedeckt habe.

TYR Valkyrie Elite V2TYR Valkyrie Elite V2

Ich brauche keinen zweiten Schuh für dieselbe Aufgabe, solange ich keinen überzeugenden Grund sehe, meinen bisherigen Favoriten zu ersetzen.

Anta C202 G9 v3: Einer der spannendsten Kandidaten

Die starken Testberichte zum Vorgänger v2 machen den Anta C202 G9 v3 für mich interessant, auch wenn das Etikett „schnellster China-Schuh“ noch keinen eigenen Vergleich ersetzt.

ANTA C202 G9 V3ANTA C202 G9 V3

Ich traue Anta zu, meine bisherigen Favoriten ernsthaft unter Druck zu setzen, möchte dafür aber sehen, was der Schuh mit meinem Gewicht und bei meinen Distanzen tatsächlich liefert.

DO-WIN PB Pro 2: Würde ich kaufen, scheitert bisher an der Größe

DO-WIN PB Pro 2DO-WIN PB Pro 2

Den DO-WIN PB Pro 2 würde ich mir sofort holen, allerdings habe ich ihn bislang nicht in meiner Größe gefunden und werde mir für einen Test keine unpassende Größe schönreden.

Xtep 160X 8.0 Ultra: Auf der Marathon-Distanz interessant

Xteps Marathon-Major-Podium macht die Marke für mich interessant, wobei dort der 160X 8.0 Pro getragen wurde und nicht der Ultra, den ich auf meiner Liste habe.

Xtep 160X 8.0 UltraXtep 160X 8.0 Ultra

Den Ultra würde ich deshalb nicht wegen einer fremden Zielzeit kaufen, sondern darauf prüfen, ob er mir für längere Rennen eine überzeugende Alternative zu meinem Li-Ning bietet.

Skechers AERO Elite: Ich werde mit meinem Gewicht vorerst passen

Der Skechers AERO Elite bekommt viel Aufmerksamkeit, allerdings überwiegen bei mir mit meinen über 80 Kilogramm bisher die Zweifel, ob er zu meinen Anforderungen passt.

Skechers AERO EliteSkechers AERO Elite

Das ist meine persönliche Einschätzung und keine nachgewiesene Gewichtsgrenze, weshalb ich ihn anderen schwereren Läufern nicht pauschal ausrede, mein eigenes Geld aber zuerst in die für mich interessanteren Kandidaten stecke.

Bevor du den nächsten Schuh kaufst, lies diese sieben Seiten

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Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater