Michael Saylor opfert Bitcoin, um Strategy zu retten
30. Juni 2026
Daily Snippet

Michael Saylor opfert Bitcoin, um Strategy zu retten

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 30. Juni 2026

Wie erwartet announced Saylor, dass er Bitcoin opfern wird, um seine Stammaktie und seine Vorzugsaktie zu retten.

Was das Ganze für dein Portfolio bedeutet, besprechen wir im letzten Snippet des Monats.

Leute, einen wunderschönen Dienstagmorgen. Es ist der 30. Juni. Willkommen bei diesem letzten Snippet des Monats. Die Snippets sind deine täglichen kurzen Insights in die Finanzwelt.

Das dritte Bitcoin Thema in Folge

Starten wir leider in das dritte Bitcoin Thema in Folge. Aber es ist auch absolut notwendig.

Wir hatten einfach drei absolut essentielle Tage.

Am Freitag ging es um die Implosion von Strategy. Gestern, am Montag, ging es um das Steuerthema bei Bitcoin. Und dann kam am Montagabend das Announcement raus, dass Saylor Bitcoin verkaufen wird.

Und zwar nicht wenig.

3,25 Milliarden Dollar.

Aber gehen wir alles der Reihe nach durch.

Strategy verkauft Stammaktien

Als Erstes kam das Announcement, dass Strategy letzte Woche 1,1 Milliarden Dollar an Stammaktien verkauft hat, um die Dollarreserve aufzustocken.

Natürlich gibt es hier ein paar Stirnrunzler.

Erstens verkauft er die Stammaktie hier im absoluten Discount. Das ist katastrophal.

Zweitens stockt er plötzlich US Dollar auf, nachdem es ewig hieß: US Dollar ist Trash.

Und jetzt ist der Dollar plötzlich genau das Richtige.

Die Bitcoiner, die noch vor Jahren gesagt haben, Cash ist Trash, jubeln jetzt und sagen: Das ist genau der richtige Move.

Am Ende muss man ganz klar sagen: Die Dollarreserve aufzustocken ist meiner Ansicht nach smart. Aber der falsche Move war, dafür Stammaktien zu verkaufen. Er hätte meiner Ansicht nach schon letzte Woche Bitcoin verkaufen sollen.

Warum die Cash Reserve wichtig ist

Strategy hat jetzt über 2 Milliarden US Dollar. Das ist natürlich eine gute Schatztruhe.

Aber es zeigt auch etwas sehr Wichtiges.

Letzte Woche ist der Bitcoin Preis nicht gefallen, weil Saylor verkauft hat. Ganz im Gegenteil. Der Preis ist gefallen, weil Saylor nicht gekauft hat.

Saylor ist der einzige große Käufer im Markt. Gleichzeitig gibt es knapp 500 Millionen US Dollar Verkaufsdruck pro Woche.

Woher kommt dieser Verkaufsdruck?

Ganz einfach: Exchanges verkaufen. Miner verkaufen. ETF Gebühren werden verkauft. Diese ganzen Fees müssen vom Markt absorbiert werden.

Das sind rund eine halbe Milliarde US Dollar pro Woche.

Wenn das niemand aufsaugt, geht der Bitcoin Preis runter.

Warum Strategy so stark gefallen ist

Strategy ist letzte Woche deshalb so stark gefallen, weil Saylor massiv Stammaktien verkauft hat.

Da war wahnsinnig Druck drauf. Das war ein riesiger Vertrauensverlust.

Letzte Woche ging Strategy fast 25 Prozent runter. Auf den Monat gesehen ist Strategy 50 Prozent runter. Das ist schon heftig.

Was ist gestern am Montag passiert?

Bitcoin ist weiter gefallen. MSTR und STRC, also die Stammaktie und die Vorzugsaktie, haben dagegen einen kleinen Bounce nach oben gesehen.

Persönlich glaube ich aber, dass dieser Bounce nur sehr kurzlebig sein wird.

Warum?

Dazu kommen wir jetzt.

STRC Zinsen steigen auf 12 Prozent

Das zweite große Announcement war, dass die Zinsen der Vorzugsaktie auf 12 Prozent steigen.

Saylor hat auch bekräftigt, dass er die Vorzugsaktie wieder bei 99 bis 100 Dollar sehen will.

Ich habe riesengroße Zweifel, dass wir sie dort nachhaltig wieder sehen werden. Denn die Leute werden wahrscheinlich panisch verkaufen, sobald der Preis wieder hochgeht.

Oder seine Rückzahlungsschuld steigt weiter nach oben. Und das ist natürlich auch schmerzhaft.

Saylor wird Bitcoin opfern

Das bringt uns zum dritten Punkt.

Saylor hat durch die Blume gesagt, dass er Bitcoin opfern wird, um seine Stammaktie und seine Vorzugsaktien zu retten.

Was heißt das konkret?

3,25 Milliarden US Dollar an Bitcoin werden verkauft. Der Zeitraum ist flexibel.

Davon gehen 1,25 Milliarden Dollar zusätzlich in die Cash Reserve. Diese Cash Reserve wird ausschließlich für Dividendenzahlungen verwendet.

Dann geht 1 Milliarde Dollar in Rückkäufe der Stammaktie.

Und 1 Milliarde Dollar geht in Rückkäufe der Vorzugsaktie.

Teuer gekauft, billig verkauft

Was an dem Ganzen ein bisschen lächerlich ist: Er hat teuer gekauft und verkauft jetzt billig.

Also eine absolute Geldzerstörungsmaschine.

Für mich ist Saylor wirklich einer der schlechtesten Investoren, die man sich vorstellen kann.

Das riesengroße Problem ist einfach, dass er in diesem Bitcoin Asset drin sitzt und nicht wirklich rauskommt. Er hat das Ganze in ein Schneeballsystem entwickelt. Und das ist jetzt natürlich ein Weg nach unten.

Die Leute merken das. Viele haben es schon antizipiert. Aus diesem Grund ist auch der Bitcoin Preis gefallen.

Kurzfristig sind seine Vorzugsaktie und seine Stammaktie zwar nach oben gegangen. Aber meiner Ansicht nach werden sie wieder runtergehen.

Denn am Ende ist hier eine Todesspirale gestartet.

Genau wie damals bei Terra Luna vor knapp vier Jahren.

Jetzt sehen wir das Ganze auf der Bitcoin Seite.

Warum das Bitcoin weiter belasten kann

Wenn Strategy Bitcoin verkauft, um MSTR und STRC zu stützen, dann ist das kein bullishes Bitcoin Signal.

Es ist ein Zeichen, dass die Struktur unter Druck steht.

Wenn der wichtigste Käufer im Markt plötzlich zum Verkäufer wird, verändert sich alles.

Und genau das wird meiner Ansicht nach den Bitcoin Preis weiter runterreißen.

Saylor hat das Ganze jetzt vielleicht ein bisschen hinausgezögert. Der Move ist sicher der richtige, wenn man Strategy kurzfristig stabilisieren will. Meiner Ansicht nach hätte er es sogar noch aggressiver machen sollen.

Aber es ist nichts anderes als ein Hinauszögern.

Was ist Lärm?

Lärm ist die Erzählung, dass das jetzt alles super bullish sei.

Lärm ist, wenn Bitcoiner plötzlich feiern, dass Strategy Dollarreserven aufbaut, obwohl sie jahrelang gesagt haben, Cash sei Trash.

Lärm ist auch der kurzfristige Bounce bei MSTR und STRC.

Ein Bounce heißt nicht, dass das System gerettet ist. Es heißt nur, dass kurzfristig etwas Druck herausgenommen wurde.

Was ist Signal?

Signal ist, dass Saylor Bitcoin verkaufen wird.

Signal ist, dass 3,25 Milliarden Dollar im Raum stehen.

Signal ist, dass 1,25 Milliarden Dollar in Cash Reserven für Dividendenzahlungen gehen sollen.

Signal ist, dass 1 Milliarde Dollar in Rückkäufe der Stammaktie und 1 Milliarde Dollar in Rückkäufe der Vorzugsaktie gehen sollen.

Signal ist auch, dass Strategy überhaupt gezwungen ist, diese Struktur jetzt so zu stabilisieren.

Das ist nicht Stärke. Das ist Liquiditätsmanagement unter Druck.

Was heißt das für mein Portfolio?

Für mich bleibt es gleich: Ich bin seit eineinhalb Jahren aus Bitcoin draußen.

Ich habe zurzeit kein Interesse, hier einzusteigen.

Wir haben zwar immer wieder Bitcoin Trading Ideen im Daily Update, aber meistens sehr kurzfristig. Grundsätzlich bin ich nicht langfristig investiert und sehe aktuell auch keinen Grund, das zu ändern.

Wenn du tiefer in die Märkte eintauchen willst, konkrete Trading Ideen und KI gestützte Analysen haben willst, dann ist das Daily Update der richtige Ort. Und die Trading Ideen dort sind zurzeit sicher alles andere als langfristig Bitcoin.

Merksatz des Tages

Wenn der größte Käufer im Markt plötzlich Bitcoin opfern muss, um seine eigenen Wertpapiere zu retten, ist das kein bullishes Signal. Es ist ein Hinauszögern der Todesspirale.

Wenn die größte Stütze plötzlich zur Belastung wird

Märkte kippen selten an dem Punkt, an dem alle es erwarten.

Oft kippen sie dann, wenn eine alte Gewissheit bricht.

Bei Bitcoin war eine dieser Gewissheiten: Saylor kauft. Strategy saugt Angebot aus dem Markt. Bitcoin hat einen großen, dauerhaften Käufer im Rücken.

Jetzt dreht sich dieses Bild.

Wenn Strategy Bitcoin verkaufen muss, um MSTR, STRC und die eigene Liquiditätsstruktur zu stabilisieren, verändert sich die ganze Marktlogik. Aus dem wichtigsten Käufer wird potenziell ein Verkäufer. Aus Stärke wird Liquiditätsmanagement. Aus Reserve wird Rettungsmasse.

Das ist der Moment, in dem man nicht nur auf den Preis schauen darf.

Man muss verstehen, was unter der Oberfläche passiert: Kapitalflüsse, Verkaufsdruck, Cashbedarf, Vertrauen, Narrative und die Frage, welche Struktur wirklich noch trägt.

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Julian Hosp
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