Todeskreuz bei Bitcoin: Kippt jetzt der starke Juli?
Datum: 28 Juli 2026
Wir sehen gerade ein Todeskreuz bei Bitcoin. Könnte das die Performance nach einem wirklich starken Juli nun dramatisch schwächen?
Willkommen beim Snippet
Leute, willkommen im heutigen Snippet. Ich bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. In diesem Snippet gebe ich dir den einen für mich wichtigsten Gedanken des Tages weiter, der heute meine eigenen Entscheidungen steuert, damit du auch weißt, was zurzeit für mich ein echtes Signal und was lediglich Lärm ist. Starten wir also in das Bitcoin-Thema hinein. Das hatten wir ja schon länger nicht. Es gab einfach wenig zum Thema Krypto zu berichten, obwohl die Performance von Krypto den ganzen Juli bisher extrem konstruktiv war. Aktien haben sich ja teilweise echt schwergetan, Krypto war hier eigentlich ganz gut.
Die Fakten
Bitcoin ist auf die letzten 30 Tage, also seit ziemlich Anfang Juli, knapp 6 Prozent im Plus. Der absolute Top-Performer hinter den großen Coins ist aber Ethereum mit knapp 20 Prozent im Plus im Juli, nachdem Ethereum in den Wochen und Monaten zuvor natürlich ziemlich gelitten hat. Ich glaube auch, dass einer der Gründe, warum sich Krypto generell so gut gehalten hat, tatsächlich Ethereum ist.
Woher kommt die Performance?
Auf der Bitcoin-Seite hat Michael Saylor ja den ganzen Juli keine Bitcoins gekauft. Er musste sich hier extrem um Treasury Management kümmern, extrem darum kümmern, seine US-Dollar-Treasury aufzustocken. Das ist natürlich immer sehr lustig, wenn er sonst sagt, der US-Dollar ist ja absolut wertlos und Trash, und jetzt stockt er ihn plötzlich auf. Gleichzeitig fängt er jetzt natürlich an zu traden, indem er Vorzugsaktien nachkauft. Er geht hier also weg von einer reinen Bitcoin-Treasury-Firma und wird eher zu einem Hedgefonds, der in Bitcoin, in Dollar und in seinen eigenen Aktien rumtradet. Wie erfolgreich das sein wird, sehen wir dann langfristig. Ich habe da meine riesengroßen Zweifel.
Woher kam aber dann die Stärke den ganzen Monat lang, wenn Saylor nicht gekauft hat? Persönlich sehe ich ein paar Dinge. Erstens, wir sind extrem überverkauft in den Juli hineingegangen. Es war ja ein katastrophales Q2 für Krypto, und irgendwann kommt dann natürlich so ein bisschen der Bounce.
Dann ist jetzt nicht allzu viel wirklich passiert. Wir sind plus minus null, wenn du dir bei Bitcoin den Monat so ein bisschen anschaust, mal leicht im Plus, mal leicht im Minus, wie gesagt knapp 5,5 Prozent. Das ist bei Krypto natürlich vielleicht ein Tagesmove. Wir sind ja auch auf die letzte Woche gerade wieder 4 Prozent runtergerutscht bei Bitcoin. Grundsätzlich also sehr überverkauft, dann kam ja ganz viel von dem Druck einfach auch von den ETFs, da hat sich mal alles so ein bisschen beruhigt. Und wie gesagt, ich glaube, dass Ethereum das Ganze einfach sehr gut aufgefangen hat.
Das Todeskreuz bei Bitcoin
Jetzt hat der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt bei Bitcoin von oben nach unten gekreuzt. Traditionell ist das natürlich eher ein sehr bearishes Signal, und das könnte nach vorne gehend schon ziemlich Druck wieder auf den Markt ausüben. Grundsätzlich gab es natürlich auch die ein oder andere Ausnahme, wo dann genau das Gegenteil passiert ist und wir eine Wahnsinns-Rally gesehen haben.
Meine Einschätzung
Was ist jetzt so ein bisschen meine Einschätzung in dem Ganzen? Es wird wahrscheinlich von zwei Dingen abhängen. Erstens, was der generelle Markt so ein bisschen macht. Wenn der jetzt hier runtergeht, glaube ich, wird es für Krypto einfach sehr, sehr schwierig.
Das Zweite ist, kann Saylor irgendwann wieder anfangen und Bitcoin kaufen? Zurzeit nutzt er wirklich die ganzen Verkäufe seiner Stammaktie, wo er die Shareholder gerade einfach komplett zerstört, für die Dollar-Treasury oder um seine Vorzugsaktien zurückzukaufen. Da ist natürlich so ein bisschen die Frage, wann er da wieder anfängt und dann Bitcoin kauft. Das sind die zwei Fokuspunkte, die ich hier so ein bisschen sehe.
Merksatz des Tages
Ein Todeskreuz ist ein Warnsignal, kein Urteil. Was Bitcoin jetzt wirklich bewegt, ist der Gesamtmarkt und die Frage, ob der große Käufer zurückkommt.
Ein Todeskreuz bei Bitcoin ist ein Warnsignal.
Aber für mich ist die wichtigere Frage nicht, ob ein technisches Signal kurzfristig Druck macht. Die wichtigere Frage ist, was einen Markt wirklich trägt.
Bei Bitcoin hängt gerade viel am Gesamtmarkt, an Ethereum, an ETF-Flows und an der Frage, ob Saylor irgendwann wieder als großer Käufer zurückkommt. Das ist mir als langfristiges Investment aktuell zu viel Abhängigkeit von externen Faktoren.
Deshalb schaue ich lieber auf Unternehmen, bei denen die Investmentthese nicht davon abhängt, ob ein großer Käufer zurückkehrt oder ein Chartsignal hält.
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