Gehen den USA die Abfangraketen aus? Was hinter der Pause im Nahen Osten steckt
27. Juli 2026
Daily Snippet

Gehen den USA die Abfangraketen aus? Was hinter der Pause im Nahen Osten steckt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 27. Juli 2026

Gehen Trump und den USA die Abfangraketen aus? Und ist das der Grund, warum es nach 13 Angriffsnächten plötzlich übers Wochenende eine Pause im Nahen Osten gegeben hat?

Willkommen beim Snippet

Einen wunderschönen Montagmorgen, wir starten in die 31. Handelswoche rein, es ist der 27. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. Ich bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. Hier bekommst du meinen wichtigsten Gedanken des Tages, damit du auch weißt, was zurzeit für mich Signal und was lediglich Lärm ist. Starten wir also in dieses unweigerlich aktivste Thema des Wochenendes hinein.

Die Fakten

Zuerst mal die Fakten. Am Freitag, nach 13 Angriffsnächten, hat Trump überraschenderweise die nächste militärische Freigabe verweigert. Es gab dann zwei Tage am Wochenende ohne US-Angriffe. Ganz interessant, der Iran hat daraufhin auch die regionalen Vergeltungsschläge ausgesetzt, mit der Antwort, man habe ja immer nur auf die USA reagiert und hier nach Vergeltung gesucht.

Was hier Lärm ist

Jetzt gab es natürlich plötzlich die unterschiedlichsten Headlines, den unterschiedlichsten Lärm in dem Ganzen. Auf der einen Seite heißt es, Amerika hat einen Munitionsmangel und einfach keine Möglichkeit mehr, hier weiter zu kämpfen. Auf der anderen Seite heißt es, es liegt daran, dass der Kongress mittlerweile den Krieg übernehmen und hier abstimmen kann. Andere wiederum sagen, es geht um die Umfragewerte, wir starten jetzt in diese 100 Tage bis zu den Midterms für die USA hinein. Dazu natürlich auch ein bisschen Gerüchte, dass jetzt tatsächlich nochmal Verhandlungen stattfinden. Der Oman mediiert hier anscheinend ein bisschen zwischen den beiden.

Das Signal

In dem Ganzen sind natürlich schon ein paar klare Daten. Da ist zum Beispiel die CSIS-Schätzung, dass sich bei vier von sieben Schlüsselwaffen die Lagerbestände seit Anfang des Krieges komplett halbiert haben und dass diese Wiederauffüllung ein paar Jahre brauchen könnte. Es geht also um eine Reserve, und es geht auch darum, dass die USA hier nicht unbedingt nur einen Krieg führt, sondern sich natürlich auch an anderen Fronten stark fühlen muss. Das ist definitiv Signal.

Das Gegenargument ist aber natürlich immer noch, dass Trump hier sagt, es gibt ausreichend Bestände und man bekommt auch genug Nachschub. Persönlich glaube ich das auch. Ich glaube nicht, dass das jetzt wirklich der absolute Grund ist. Signal ist natürlich, dass die Umfragewerte bei Trump für die Midterms nicht ganz so gut sind. Fakt ist auch, dass der Kongress mittlerweile beim Krieg einiges übernehmen kann.

Meine persönliche Vermutung

Ich glaube aber, und jetzt kommt so ein bisschen meine persönliche Vermutung, am Ende siehst du es am Ölpreis, und der ist runtergerasselt. Wir waren letzte Woche über 100 Dollar das Barrel, jetzt sind wir unter 90 Dollar. Die Futures sind extrem im Plus, der Goldpreis ist wieder über 4.100 hinauf. Die Märkte erwarten hier also offensichtlich tatsächlich etwas Konstruktives.

Die glauben jetzt nicht, dass hier den USA die Waffen ausgehen. Ich glaube, das sind eher die Trump-kritischen Medien, die das posten. Der Markt glaubt tatsächlich, dass man versucht, hier generell irgendwie eine Lösung zu finden und dass es jetzt wieder Gespräche gibt. Genau das erwartet der Markt offensichtlich, und ich glaube auch, dass das so ein bisschen das wahrscheinlichste Szenario ist.

Was das aus CIO-Sicht heißt

So, jetzt setze ich meine Chief-Investment-Officer-Kappe so ein bisschen auf. Ich glaube natürlich nicht, dass das hier irgendwie der Weltfrieden ist. Das ist wahrscheinlich einfach eine Atempause.

Man kann sich gleich anschauen, wie die Houthis jetzt in der Meerenge beim Roten Meer umgehen. Das war natürlich auch ein Druckpunkt für Saudi-Arabien, die dann plötzlich über den Suezkanal hinaus mussten. Der Iran hat die Straße von Hormuz offensichtlich wieder ziemlich zu. Diese Öl- und Frachtraten sind natürlich absolut entscheidend. Die kann man sich anschauen, und die Daten sind hier ziemlich klar.

Ich persönlich sehe das Ganze jetzt nicht als große Umschichtung in meinem Portfolio. Ich bin sowieso Long Energy gewesen, und das war auch eine fantastische Wette. Andererseits bin ich auch Long Erholung und habe hier sehr, sehr, sehr gezielte Positionen. Wir haben diese Woche die Fed mit den Zinsentscheidungen, und das wird natürlich wiederum relativ relevant fürs Portfolio sein.

Ich würde also jetzt niemandem groß nachlaufen und bloß nicht panisch werden, sondern am Ende darauf vertrauen, dass Trump immer noch ein Fan von den Märkten ist und langfristig die Märkte auch raufbringen will. Aus dem Grund glaube ich einfach, dass man diversifiziert sein sollte, dass man Liquidität halten sollte, damit man gezielt nachkaufen kann, und dass man versteht, dass der Dollar einfach ein schmelzender Eiswürfel ist. Deshalb investiert man lieber in produktive Werte, um gezielt, konsequent und langfristig investiert zu bleiben. Das ist zumindest genau das, was ich bei mir im Family Office mache, und das ist auch das, was wir bei uns im Daily machen.

Merksatz des Tages

Knappe Spezialmunition ist nicht das absolute Aus. Sie kann eine Diplomatie-Auszeit kaufen, aber keinen Frieden garantieren.

Hol dir die tägliche Einordnung, bevor der Markt dreht

Eine Pause im Nahen Osten klingt erst einmal beruhigend.

Für dein Portfolio aber zählt nicht die Pause selbst. Entscheidend ist, warum sie passiert, wie der Ölpreis reagiert, was die Straße von Hormuz macht, wie die Fed darauf schaut und welche Positionen davon profitieren oder darunter leiden können.

Das ist genau der Unterschied zwischen Schlagzeile und Einordnung.

Im Daily Update bekommst du von Montag bis Freitag meine kurze, direkte Markteinordnung als Audio. 5 bis 12 Minuten, ohne stundenlange Recherche, mit dem Fokus auf das, was für Aktien, Krypto, Öl, Zinsen und dein Portfolio wirklich relevant ist.

Wenn die Lage im Nahen Osten kippt, der Ölpreis fällt, Gold steigt oder die Fed diese Woche neue Signale gibt, willst du nicht erst im Nachhinein verstehen, was passiert ist.

Du willst morgens wissen, worauf du achten musst.

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Julian Hosp
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