Strategy unter Druck: Warum die Rosen Untersuchung zum schlechtesten Zeitpunkt kommt
26. Juni 2026
Daily Snippet

Strategy unter Druck: Warum die Rosen Untersuchung zum schlechtesten Zeitpunkt kommt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Bitcoin und Strategy kollabieren gerade. Und genau zum ungünstigsten Zeitpunkt bereitet die Rosen Law Firm in den USA eine Sammelklage gegen Michael Saylor und Strategy vor.

Der Vorwurf: Strategy könnte irreführende Geschäftsinformationen veröffentlicht haben. Also genau das, was ich seit eineinhalb Jahren sage. Vielleicht durch die Blume, aber für mich ist das Ganze ein Schneeballsystem.

In den nächsten Minuten möchte ich dir auseinandernehmen, wohin ich glaube, dass die Reise hier geht.

Leute, einen wunderschönen Freitagmorgen. Es ist der 26. Juni. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.

Strategy implodiert und die Rosen Law Firm kommt dazu

Starten wir in das allwöchentliche Bitcoin Thema hinein. Heute geht es um Strategy, das ziemlich am Implodieren ist.

Und jetzt kommt zum ungünstigsten Zeitpunkt die Rosen Law Firm dazu, die eine Sammelklage vorbereitet.

Die Fakten: Am 24. Juni, also vorgestern Abend, wurde bekannt, dass die Rosen Law Firm eine Untersuchung gegen Strategy angekündigt hat. Sie sind Experten in diesem Bereich von Sammelklagen.

Es ist natürlich noch keine aktive Klage. Aber sie wollen jetzt die Leute reinholen, die hier vielleicht Interessen haben.

Der Vorwurf: Das Unternehmen könnte wesentliche irreführende Geschäftsinformationen veröffentlicht haben.

Ich glaube, wenn man sich die ganzen Aussagen von Saylor auf X anschaut, ist das keine allzu große Überraschung.

Welche Wertpapiere betroffen sind

Betroffen sind die Wertpapiere von Strategy. Also die Stammaktie selbst und die vier Vorzugsaktien.

Persönlich glaube ich, dass es vor allem bei STRC besonders relevant wird. Denn dort gab es Aussagen, dass das Ganze stabil sei oder wie ein Money Market Fund funktionieren würde.

Viele Tweets und Aussagen rund um STRC sind meiner Ansicht nach sehr, sehr fragwürdig.

Und der wichtige Punkt: Das sind Wertpapiere. Bitcoin selbst ist kein Wertpapier. Deshalb ist das bei Bitcoin nicht ganz so einfach. Aber bei Strategy und den Vorzugsaktien ist die Lage anders.

Die Kurslage ist brutal

Die Kurslage in den letzten Tagen ist brutal.

Strategy ist jetzt auf 86 Dollar runter. Das ist der tiefste Stand seit fast zwei Jahren. Minus 23 Prozent in nur einer Woche.

STRC, das ja eigentlich so stabil sein sollte, ist jetzt auf 77 Dollar runter. Dabei sollte es eigentlich nahe 100 Dollar stehen. Es ist also mehr als 20 Prozent unter Par.

Wie viele Influencer haben hier erzählt, das sei wie ein Stablecoin oder wie ein Sparkonto?

Bitcoin ist seit dem Hoch minus 54 Prozent.

Und wenn man Bitcoin gegen die Nasdaq misst, ist es noch schlimmer. Ich sage seit eineinhalb Jahren: raus aus Bitcoin, rein in die Nasdaq. Seitdem ist Bitcoin über 60 Prozent im Minus gegen die Nasdaq.

Das muss man sich einmal vorstellen.

Warum ich das Schneeballsystem nenne

Ich nenne das Ganze schon seit längerem ein Schneeballsystem.

Bitcoin war ursprünglich eine starke Idee. Dann wurde es von Saylor meiner Ansicht nach komplett unterwandert und in dieses Schneeballsystem hineingezogen.

Jetzt ist es in einer Todesspirale.

Zuerst ging es positiv nach oben. Dann kamen immer neue Konstruktionen, neue Käufer, neue Vorzugsaktien, neue Finanzierungswege. Jetzt geht ihm langsam das Geld aus. Das Interesse geht aus. Und genau deshalb sehen wir diese Todesspirale.

Was ist Lärm?

Lärm sind vor allem zwei Dinge.

Erstens: Es ist ziemlich egal, was Saylor und seine Cheerleader erzählen. Dass angeblich alles gut ist, dass alles toll ist und dass kein Problem besteht.

Am Ende muss man sich nur die Zahlen anschauen. Die sind wirklich grottenschlecht.

Zweitens: Lärm ist die Aussage, dass Strategy genug Bitcoin hätte.

Naja. Diese Bitcoin Bestände sind derzeit vielleicht 40 bis 50 Milliarden Dollar wert. Aber sie können in ganz kurzer Zeit massiv fallen, wenn Saylor anfangen muss zu verkaufen.

Wenn Bitcoin durch große Verkäufe stark runtergeht, liegen die Vermögenswerte relativ schnell unter den Verbindlichkeiten. Dann wäre Strategy sehr schnell bankrott.

Und ich glaube, das kann schneller kommen, als viele Leute sich vorstellen.

Was ist Signal?

Das Signal ist die Todesspirale.

Man muss verstehen: Es ist nicht so, dass Strategy runtergeht oder STRC runtergeht, weil Bitcoin runtergeht.

Meiner Ansicht nach ist es genau anders herum.

Bitcoin geht runter, weil Strategy nicht mehr kaufen kann.

Saylor ist das Geld ausgegangen. Er findet keine Käufer mehr für STRC und MSTR. Genau deshalb sinkt die Aktie so stark und deshalb geht dann auch der Bitcoin Preis runter.

Bitcoin braucht pro Woche, das habe ich schon öfter ausgerechnet, fast eine halbe Milliarde Dollar an Käufern. Mining, Gebühren und alles drumherum müssen finanziert werden.

Wenn diese Käufer wegfallen, wird es extrem teuer und dann fällt der Preis.

Gleichzeitig braucht Strategy fast 200 Millionen Dollar pro Monat an Funds für die ganzen Verbindlichkeiten.

Das ist schwierig.

Die entscheidende Frage: Woher kommt das Cash?

Die entscheidende Frage ist Cash.

Woher kann Saylor dieses Cash aufbringen, gerade jetzt, wo es ihm niemand mehr geben will?

Jedes Schneeballsystem braucht stetig neue Zuflüsse.

Strategy beziehungsweise Saylor bezeichnet es ja selbst bei STRC so, dass eine Zahlung keine echte Dividende ist, sondern ein Kapitalrückfluss.

Das bedeutet: Neue Investoren bezahlen alte Investoren aus.

Es gibt kein Produkt oder keinen Service dazwischen, der diese Rendite operativ erzeugt.

Für mich ist das per Definition ein Schneeballsystem.

Und die Rosen Untersuchung vergiftet jetzt genau das Vertrauen, das Strategy in diesem Moment eigentlich dringend bräuchte.

Warum die Untersuchung so gefährlich ist

Meiner Ansicht nach werden jetzt noch mehr Aktionäre verkaufen und rausgehen.

Das macht es noch schwieriger für Strategy, Funds zu raisen.

Und wenn Strategy als letzter großer Käufer für Bitcoin wegfällt, geht der Bitcoin Preis weiter runter.

Das wissen natürlich viele Marktteilnehmer. Genau dadurch geht es noch weiter runter.

So entsteht diese Todesspirale.

Wenn Bitcoin dein Polster sein soll, ist es in so einer Situation eben kein Polster. Ganz im Gegenteil. Es wird Teil des Problems.

Und genau das merken wir jetzt extrem.

Was mache ich selbst?

Ich mache genau das Gleiche, was ich seit eineinhalb Jahren predige.

Finger weg von Bitcoin. Finger weg von Strategy.

Wenn du bei Strategy, den Vorzugsaktien oder ähnlichen Wertpapieren geschädigt bist, dokumentiere alles. Mach Screenshots. Beteilig dich bei der Sammelklage, wenn du betroffen bist, und schau, ob du dort vielleicht etwas zurückbekommst.

Persönlich glaube ich, dass Bitcoin erst wieder interessant als langfristiges Investment wird, nachdem Saylor implodiert ist.

Das kann schneller gehen, als manche Leute glauben.

Dann schauen wir, wo der Bitcoin Preis steht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Einstieg dann unter 1.000 Dollar bei Bitcoin liegt und vielleicht das nächste Top bei 10.000 Dollar.

Das ist natürlich noch ein Stück dorthin. Aber so eine Rallye könnte ich mir ohne Weiteres vorstellen.

Warum ich weiter draußen bleibe

Für mich gibt es aktuell keinen Grund, hier long zu gehen.

Die Struktur sieht schlecht aus. Das Vertrauen bricht weg. Die Wertpapiere fallen. Bitcoin underperformed brutal gegen die Nasdaq. Strategy findet schwerer Käufer. Und jetzt kommt noch die Untersuchung der Rosen Law Firm dazu.

Das ist kein Umfeld, in dem ich sagen würde: Jetzt muss ich unbedingt rein.

Ich warte lieber ab, bis dieses System wirklich bereinigt ist.

Merksatz des Tages

Wenn Bitcoin dein Polster sein soll, aber selbst Teil des Problems wird, dann hast du kein Sicherheitsnetz. Dann bist du mitten in der Todesspirale.

Genau solche Fälle zeigen, warum ich bei Investments so stark auf Substanz, Cashflow und Struktur schaue.

Wenn ein Asset nur funktioniert, solange ständig neue Käufer nachkommen, wird es irgendwann gefährlich. Spätestens dann, wenn Vertrauen wegbricht, Kurse fallen und die Frage aufkommt, woher das nächste Cash kommen soll.

Deshalb reicht mir eine große Story allein nicht.

Ich will Unternehmen sehen, die echte Produkte haben, echte Nachfrage bedienen, Cashflow produzieren, eine saubere Bilanz haben und auch in schwierigen Marktphasen nicht nur von Hype getragen werden.

Gerade in einem nervösen Markt wird diese Unterscheidung entscheidend.

Deshalb habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:

Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem Umfeld besonders spannend finde und worauf ich achte, wenn Märkte zwischen Story, Substanz, Cashflow und Bewertung unterscheiden müssen.

Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell spannender aussehen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter:

Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater