Wichtiger als Trump: Das 7-Billionen-Risiko
Daily Snippet vom 26.01.2026
Leute, einen wunderschönen Montagmorgen! Neben Donald Trump und den anstehenden Earnings gibt es für diese Woche ein Thema, das potenziell gefährlicher ist als alles andere: Japanische Staatsanleihen (JGBs).
Wir sprechen hier über ein 7-Billionen-Dollar-Risiko, das Investoren weltweit Angst macht. Japan war jahrzehntelang die günstige "Kapitalspritze" der Welt, jetzt könnte es zur finanziellen "San-Andreas-Verwerfung" werden. Was da gerade passiert und warum das dein Portfolio betrifft, schauen wir uns heute an.
Historischer Push: 4 % Rendite & Inflation
Wir erleben Bewegungen, die wir seit Jahrzehnten nicht gesehen haben. Die Renditen für 30-jährige japanische Anleihen sind innerhalb kürzester Zeit auf über 4 % geschossen.
Der Grund: Premierministerin Sange Takahashi treibt massive Konjunkturprogramme und Steuersenkungen voran, obwohl die Inflation in Japan mit 3 % bereits deutlich über dem Ziel der Zentralbank liegt. Das Resultat: Das Vertrauen in die japanische Fiskalpolitik schwindet.
Der "Liz Truss Moment": Die Repatriierungswelle
Das Ganze erinnert an den "Liz Truss Moment" in England, nur im globalen Ausmaß. Wir sehen die Rückabwicklung des Yen Carry Trades:
- Zinsen in Japan werden attraktiver.
- Kapital fließt zurück nach Japan ("Repatriierung").
- Der Yen wird stärker, das Währungsrisiko für internationale Investoren steigt.
Das entzieht den US- und europäischen Anleihemärkten Liquidität, treibt dort die Zinsen hoch und tut am Ende Aktien und allen "Risk On"-Assets weh .
Die Gefahr: Neuwahlen am 8. Februar
Die Bank of Japan (BOJ) musste heute bereits eingreifen, um den Kursrutsch zu stoppen. Aber die Lage bleibt explosiv, denn am 8. Februar stehen Neuwahlen an. Takahashi hofft auf eine stabilere Mehrheit, aber bis dahin ist die Unsicherheit Gift für die Märkte.
Signal vs. Lärm
- Der Lärm: Die dauerhaften "Weltuntergangs-Headlines" über Japan, die wir schon seit Monaten lesen.
- Das Signal: Die tatsächlichen Zahlen am Anleihenmarkt (Spreads, Zinsen) und die Tatsache, dass die BOJ eingreifen muss. Wenn dieser Eingriff nicht mehr wirkt, drohen Kursrutsche von 5–10 % an einem Tag .
Fazit
Japan ist ein Thema, das "Non-USA" ist, aber Auswirkungen auf die ganze Welt hat.
Mein Merksatz des Tages: Wenn der Zinsanker Japan den Halt verliert, müssen alle anderen Boote im globalen Hafen ihre Leinen festziehen.
Ich wünsche euch eine erfolgreiche Handelswoche!
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