Zölle: Was am Freitag endet, was neu startet und warum Kanada 50 Prozent bekommt
Datum: 21. Juli 2026
Die Fußball-WM ist vorbei, also hat Trump wieder Zeit für Unfug, in dem Fall für Zölle. Wir besprechen heute im Snippet, was bei den Zöllen am Freitag endet, was neu startet, warum Kanada 50 Prozent bekommen hat, wie sich das Ganze auf Brasilien auswirkt und welche Firmen davon profitieren können und welche verlieren werden.
Willkommen beim Snippet
Einen wunderschönen Dienstagmorgen, es ist der 21. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. Ich bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. Hier bekommst du meinen wichtigsten Gedanken des Tages, dann weißt du auch, was zurzeit ein echtes Signal und was lediglich Lärm ist. Starten wir also direkt hinein.
Die Fakten
Was sind so ein bisschen die Fakten? Es endet ein Zollbaustein, aber das bedeutet nicht, dass die Zölle vorüber sind, auch wenn es für Freitag ein bisschen so aussieht. Trump baut diese Zollmauer zurzeit einfach um. Er hat schon ein paar Dinge angekündigt. Brasilien trifft es ab Mittwoch, also ab morgen. Kanada bekommt Zölle ab August, wenn sie hier nicht den Wald besser pflegen.
Das ist kein Scherz. Kanada bekommt Zölle, weil sie angeblich Waldbrände in den USA verursachen, weil sie sich nicht sauber um den Wald kümmern. Das ist natürlich schon sehr, sehr interessant.
Das heißt aber natürlich nicht, dass die alten Zölle aufhören. Da gibt es auch wieder die ganzen News da draußen, und viele der Influencer erklären das falsch. Am Freitag endet zwar dieser globale 10-Prozent-Aufschlag, aber das ist einfach nur dieser globale Aufschlag. Die sektoralen Zölle bleiben weiter bestehen, weil Section 122 nach diesen 150 Tagen endet. Eine Verlängerung darüber hinaus kann man nur über den Kongress machen, und es ist unwahrscheinlich, dass der Kongress das bestätigt, auch wenn er republikanisch ist. Ich glaube, da gibt es zu wenig Support für das Ganze, was Trump macht.
Also fängt Trump jetzt natürlich mit diesen individuellen Sachen an. Das kann er auch machen. Brasilien bekommt ab morgen Mittwoch 25 Prozent. Es gibt aber einiges an Ausnahmen darin. Man schätzt, dass ungefähr 18 Prozent der Exporte hier wirklich betroffen sind. Bei Kanada droht er das Ganze, wie gesagt, mit 50 Prozent Zöllen. Er hat sich hier ein paar Sachen ausgewählt: Wein, Zement, Hockey-Ausrüstung, sehr, sehr interessant. Energie und kritische Rohstoffe sind aber ausgenommen.
Gleichzeitig hat er gegen 60 andere Volkswirtschaften gleich weitere Zölle vorgeschlagen. Die finale Entscheidung dafür gibt es aber erst bis Freitag. Er ersetzt diese ganzen globalen 10 Prozent Zölle hier also durch spezifische Sachen. Damit sollte er nach der Einschätzung von Rechtsexperten auch durchkommen.
Wie ist der ganze Ablauf? Die US-Importeure zahlen das Ganze zuerst. Mal schauen, wie viel sie dann wirklich an den Endkunden weitergeben.
Lärm und Signal
Lärm ist, dass die Zölle bis Freitag verschwinden, dass diese 10 Prozent jetzt weg sind. Lärm ist auch so ein bisschen die Story Kanada mit den Waldbränden und so weiter. Das sind natürlich coole Headlines, am Ende ist es aber nicht ganz so relevant, denn es stimmt grundsätzlich einfach nicht so ganz.
Was wirklich zählt, und das ist am Ende das Entscheidende, sind natürlich die Rechtsgrundlagen. Stimmen die, passen die, wie weit lehnt sich Trump hier aus dem Fenster? Da erscheint es schon einigermaßen nachhaltiger, was er jetzt macht, als noch vor einem Jahr, wo die USA die ganzen Zölle zurückzahlen mussten.
Das Nächste ist natürlich: Was bedeutet es am Ende für die Inflation? Denn das ist ja immer der Knackpunkt. Sehen wir nur einen Einmalaufschlag, dann sieht es die Fed, glaube ich, auch deutlich entspannter. Kommt es hier zu einer permanenten Inflation, die wirklich steigt, dann wird es wieder ein Thema geben, so wie natürlich mit dem Ölpreis, dass man irgendwie die Zinsen erhöhen muss. Das verunsichert dann natürlich wieder die Märkte extrem.
Was das aus CIO-Sicht heißt
Was heißt das jetzt bei mir aus Sicht des Chief Investment Officers, bei uns fürs Family Office beziehungsweise bei uns für den Inner Circle? Ganz einfach, wir traden hier nicht irgendwelche Prozentsätze. Vor allem, weil es eben nicht einfach breit über die ganzen Sachen drübergelegt wird, sondern weil es genug Ausnahmen gibt, damit die eigene Wirtschaft nicht komplett abgewürgt wird. Das versteht Trump ja auch. Man muss also hier wirklich darauf achten, die richtigen Unternehmen zu nehmen, die daraus gewinnen.
Gleichzeitig muss man ein bisschen auf die Lieferketten schauen. Denn es gibt manche, die haben hier wirklich einen Vorteil, und manche, die haben hier wirklich einen Nachteil. Das beeinflusst dann natürlich wieder die Unternehmen unterschiedlich.
Jetzt ist natürlich auch die Earnings Season interessant, da hören wir hier schon ein bisschen Input von den CEOs. Was gibt es für Vorhersagen zu den Gewinnmargen? Haben diese Zollkosten einen Effekt, oder glauben die Unternehmen, dass es sowieso nicht hält? Das ist sozusagen der absolute Knackpunkt.
Wenn du Interesse hast, die Details dazu zu verstehen, die konkreten Sektorfolgen und Unternehmensfolgen, dann schau dir mal das Daily Update an. Da haben wir KI-gestützte Analysen zu diesen ganzen Sachen und dazu nochmal ausführlichere Deep Dives.
Merksatz des Tages
Am Freitag fällt zwar eine Mauerlage, Trump baut aber bereits die nächste auf.
Zölle treffen nicht den Markt. Sie treffen einzelne Unternehmen.
Bei Zöllen geht es nicht darum, pauschal einen Prozentsatz zu traden.
Entscheidend ist, welche Lieferketten betroffen sind, welche Unternehmen Kosten weitergeben können, welche Margen unter Druck geraten und wer durch Ausnahmen sogar profitiert.
Genau dort entstehen die spannenden Setups.
Denn während viele nur auf die Schlagzeile schauen, liegt das eigentliche Signal oft eine Ebene tiefer: Rechtsgrundlage, Inflationseffekt, CEO-Guidance, Sektorfolgen und konkrete Gewinner oder Verlierer.
Im Inner Circle gehen wir diese Themen tiefer durch.
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