Das Zins-Paradoxon: Fed droht mit Erhöhung und die Börse explodiert
19. Februar 2026
Daily Snippet

Das Zins-Paradoxon: Fed droht mit Erhöhung und die Börse explodiert

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Daily Snippet vom 19.02.2026

Leute, einen wunderschönen Donnerstagmorgen! Die US-Notenbank (Fed) scheint tatsächlich darüber nachzudenken, die Zinsen wieder zu erhöhen. Das zeigten zumindest die gestern veröffentlichten Fed-Protokolle. Und was macht der Markt? Er legt eine ziemliche Rallye hin und mein Portfolio war gestern "blitzgrün".

Wie passt das zusammen, wenn normalerweise doch niedrigere Zinsen gut für die Wirtschaft sind? Genau dieses scheinbare Paradoxon schauen wir uns heute im Snippet an.

Die "Hawkish Surprise"

Gestern wurden die Protokolle der Fed-Sitzung vom Januar veröffentlicht. Das Ergebnis war eine sogenannte "hawkish surprise", also eine eher restriktive und damit eigentlich bearishe Überraschung.

  • Die Mehrheit der Notenbanker in den USA ist extrem vorsichtig, was mögliche Zinssenkungen angeht.
  • Einige haben sogar offen über erneute Zinserhöhungen diskutiert, falls die Inflation nicht weiter fallen sollte.
  • Das steht im klaren Kontrast zum Markt, der eigentlich auf einen aggressiven Lockerungszyklus gewettet hatte.

Warum die Märkte trotzdem steigen

Warum ist der Markt gestern trotzdem nach oben geschossen? Die Antwort ist recht simpel: Der Grund, warum die Fed über Zinserhöhungen nachdenkt, ist eigentlich sehr konstruktiv für die Wirtschaft.

  • Robuster Arbeitsmarkt: Der Arbeitsmarkt sieht derzeit nicht danach aus, als hätten wir eine Rezession. Wir hatten im Januar 130.000 neue Stellen. Zwar war das Jahr 2025 mit fast keinen neuen Stellen sehr schwach und Zahlen werden oft nachkorrigiert, aber grundsätzlich sieht die Lage nicht ganz so schlecht aus.
  • Inflation unter Kontrolle: Die Inflation liegt aktuell bei 2,4 %. Das sind zwar noch nicht die 2 %, die die Fed als Zielvorgabe sehen will, aber wir sind weit von einer wirklich hohen Inflation entfernt.
  • Der "Walsh-Faktor": Der Markt setzt Hoffnungen auf Kevin Walsh. Er galt in der Vergangenheit zwar eher als "hawkish" (für höhere Zinsen), aber er wurde sicher nicht von Trump als Fed-Chef nominiert, wenn er die Zinsen nicht irgendwie nach unten bringen soll. Auch wenn er das nicht alleine entscheiden kann, wertet der Markt diese Aussicht als sehr konstruktiv.

Signal vs. Lärm

Wie ordnen wir diese Situation nun ein?

  • Der Lärm: Alle Nachrichten und Panik-Schlagzeilen nach dem Motto "Die Notenbanker denken über Zinserhöhungen nach, es geht wieder abwärts".
  • Das Signal: Die harten Zahlen, also die Arbeitslosenzahlen, die Inflationszahlen und die Frage, ob Kevin Walsh am Ende wirklich in die Fed hineinkommt (was noch nicht endgültig bestätigt ist).

Dieses Signal hat der Markt gestern absolut konstruktiv aufgefasst, und genau so positioniere ich mich und mein Portfolio auch.

Fazit

Mein Merksatz des Tages: Ein neuer Kapitän (Walsh) macht zwar kein neues Wetter, aber wenn sich generell das Wetter im Hafen ändert, kann man natürlich ohne weiteres mit den Schiffen wieder aufs offene Meer fahren.

Vom geldpolitischen Lärm zum fundamentalen Signal.
Fed-Protokolle und Zinsdiskussionen sind wichtig, aber sie sind oft genau das: kurzfristiger Lärm. Das eigentliche, langfristige Signal für das Jahr 2026 kommt aus einer ganz anderen Richtung: aus der physischen Welt. Wir erleben gerade einen historischen Wendepunkt, an dem jahrelange Unterinvestitionen auf einen massiven technologischen Nachfrage-Schock treffen.

Ich habe intensiv analysiert, wo in den globalen Lieferketten strukturelle Defizite entstehen und wie sich diese Dynamik entwickelt. Wer sich dieses essenzielle Makro-Wissen aneignen möchte, um die fundamentalen Treiber unserer Wirtschaft zu verstehen, findet in meinem neuen Report das komplette strategische Playbook.

👉 [Hier geht's zur Analyse: Strategische Kapitalallokation in einer Welt der Knappheit]

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater