Die stärkste Earnings Season seit 2021: Warum starke Zahlen nicht reichen
13. Juli 2026
Daily Snippet

Die stärkste Earnings Season seit 2021: Warum starke Zahlen nicht reichen

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 13. Juli 2026

Die stärkste Earnings Season seit 2021 steht bevor. Sie könnte gleichzeitig eine der brutalsten Sell-the-News-Phasen überhaupt im Markt werden. In den nächsten Minuten verstehst du, warum starke Zahlen bei den Earnings nicht reichen werden und wo du als Anleger trotzdem Chancen hast. Starten wir rein.

Willkommen beim Snippet

Einen wunderschönen Montagmorgen, es ist der 13. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. Ich bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. In diesem täglichen Snippet gebe ich dir den einen für mich wichtigsten Gedanken des Tages weiter, der heute meine eigenen Entscheidungen steuert. In wenigen Minuten weißt du, was für mich zurzeit ein echtes Signal ist und was lediglich Lärm ist. Diese Woche ist das definitiv die Earnings-Season. Starten wir also in dieses Thema hinein. Die Q2-Earnings stehen bevor.

Die Fakten

Am Dienstag melden die großen US-Banken, dann kommen gleichzeitig die Inflationsdaten, und danach folgen Halbleiter, Technologie, Konsum- und Gesundheitsunternehmen. Der Konsens erwartet für den S&P 500 bereits 23,6 Prozent Gewinnwachstum und 12,3 Prozent Umsatzwachstum. Das wäre eine außergewöhnlich starke Zahl. Normalerweise senken Analysten ihre Schätzungen vor Beginn einer Earnings-Season um 2 bis 3 Prozent. Diesmal hingegen wurden die Erwartungen während des Quartals um 3,4 Prozent angehoben. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Die ersten Unternehmen, die bereits gemeldet haben, schlagen die Gewinnerwartungen zwar deutlich, sind aber teilweise danach abverkauft worden. Historisch könnte so ein Gewinnwachstum zwar richtig geil sein, es ist aber schon eine riesengroße Gefahr.

Was hier Lärm ist

Jetzt haben wir natürlich riesengroßen Lärm, und das sind die üblichen Schlagzeilen. Die Unternehmen schlagen die Erwartungen, 80 Prozent der Firmen liefern einen Beat, Gewinne so stark wie noch nie zuvor. Ein Beat ist kein Signal, vor allem dann nicht, wenn der Beat erwartet worden ist. Es ist am Ende immer Erwartung versus Realität. Normalerweise sind die Analystenschätzungen eher konservativ, zurzeit sind sie brutal bullish.

Lärm sind natürlich auch die kurzfristigen Kursbewegungen genau nach der Veröffentlichung der Earnings. Diese Woche kommen dann noch die Inflationsdaten obendrauf, Aussagen von der Notenbank, dazu neue Nachrichten zum Migrationskonflikt. Am Ende ist es teilweise recht schwierig: Eine Aktie kann gute Zahlen liefern, und trotzdem kann der Preis danach runtergehen. Es kann auch sein, dass eine Aktie eigentlich enttäuscht, aber an dem Tag ist alles super bullish, und dann geht kurzfristig alles rauf.

Das Signal: Umsatz, Margen, Guidance

Das Signal liegt an drei anderen Punkten. Es geht um Umsatz, es geht um Margen und es geht um Guidance. Das haben wir besonders bei Micron gesehen, vor allem letztes Monat noch. Gehen wir die Punkte kurz durch.

Kommt das Umsatzwachstum aus dem operativen Geschäft oder sind es irgendwelche Sondereffekte? Gibt es irgendwelche Buchgewinne oder sind es einmalige Rückzahlungen, die das Ganze ein bisschen verändern?

Das bringt mich gleich zum zweiten Punkt. Können Unternehmen höhere Kosten weitergeben und die Margen verteidigen? Das ist gerade in diesen Phasen von höherer Inflation und K-Shaped Economy unglaublich wichtig. Wie stark ist hier die Preissetzungsmacht?

Drittens, das ist ganz wichtig: Wie sind die Erwartungen fürs zweite Halbjahr? Es geht nicht nur darum, was erwartet und was erhofft wird, sondern welche Verträge unterschrieben sind. Man handelt als Investor immer die Zukunft, nicht einfach nur die Vergangenheit. Der wichtigste Indikator ist also die Ableitung daraus. Es geht nicht nur darum, dass das Unternehmen wächst, sondern ob es schneller oder langsamer wächst als erwartet.

Wo ich aktuell Fehlbewertungen sehe

Aktuell sehe ich genau da erhebliche Fehlbewertungen. Denn in einigen Bereichen steigen die Gewinnschätzungen deutlich schneller als die Aktienkurse. In anderen Bereichen ist es genau gegenteilig, da sind die Erwartungen unglaublich hoch, und man wird da nicht wirklich nachkommen. Das ist der Unterschied zwischen einem guten Unternehmen und einem guten Investment. Wer die beiden Dinge verwechselt, kauft häufig die beste Geschichte zum schlechtesten Zeitpunkt.

Bei mir im Inner Circle und bei mir im Family Office bedeutet das, ich kaufe nicht einfach nur den Markt und auch nicht blind irgendwelche Unternehmen, nur weil jetzt die Earnings gut werden. Ich rechne mir das genau aus, recherchiere ausführlich und habe dazu einen eigenen Research Report rausgebracht. Welche Unternehmen haben ein Mispricing bei den Earnings? Wo kann man short gehen, wo kann man long gehen?

Danach ist es genauso relevant. Das eine ist, man positioniert sich vor. Das andere ist, wenn die Earnings da sind, zu schauen, wo es dann eine deutliche Überreaktion nach unten gibt. Das sind alles Dinge, die man als guter Investor gerade in so einer Phase wie jetzt einfach richtig macht.

Merksatz des Tages

Gute Zahlen machen kein gutes Investment. Entscheidend ist, was der Markt bereits erwartet hat. Es geht nicht einfach nur um die Resultate, es geht um die Resultate im Vergleich zur Erwartungshaltung.

Starke Zahlen reichen nicht. Du musst wissen, was eingepreist ist.

Diese Earnings Season kann brutal werden.

Nicht, weil die Zahlen schwach sein müssen. Im Gegenteil: Die Erwartungen sind so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Genau das macht die Situation gefährlich.

Wenn der Markt bereits 23 Prozent Gewinnwachstum erwartet, reicht ein normaler Beat nicht aus. Dann zählt nicht mehr nur, ob ein Unternehmen gute Zahlen liefert. Entscheidend ist, ob Umsatz, Marge und Guidance besser sind als das, was der Markt ohnehin schon eingepreist hat.

Und genau hier entstehen Chancen.

Vor den Earnings. Nach den Earnings. Bei übertriebenen Abverkäufen. Bei Firmen, deren Gewinnschätzungen schneller steigen als der Aktienkurs. Und bei Storys, bei denen die Erwartungen schon zu weit gelaufen sind.

Im Inner Circle gehen wir solche Situationen tiefer durch.

Wir schauen auf Mispricings, Marktreaktionen, Earnings-Setups, Long- und Short-Ideen, KI gestützte Analysen und Research Reports aus der Perspektive meines Family Offices.

Es geht nicht darum, blind starke Zahlen zu kaufen.

Es geht darum, zu verstehen, wo der Markt falsch liegt.

Der Inner Circle ist für Anleger, die solche Phasen strukturierter einordnen, Chancen sauberer prüfen und nicht allein zwischen Schlagzeilen, Bauchgefühl und Earnings-Hype entscheiden wollen.

Der Zugang erfolgt auf Bewerbung.

Im kurzen Austausch prüfen wir, ob der Inner Circle zu deiner Situation, deinem Portfolio und deinen Zielen passt.

Wenn du die kommende Earnings Season nicht nur beobachten, sondern besser einordnen willst, kannst du hier Zugang zum Inner Circle anfragen: Zugang zum Inner Circle anfragen

Julian Hosp
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