Putin, Trump und der mögliche Ukraine-Deal: Signal oder nur Fotoop?
Datum: 12. Mai 2026
Putin stand am Samstag auf dem Roten Platz. Neben ihm marschierten zum ersten Mal nordkoreanische Truppen. Danach sagte er der Welt, dass es bald mit dem Krieg zu Ende gehen könnte. Trump reagierte darauf sehr hoffnungsvoll und meinte sinngemäß, dass das der Anfang vom Ende sein könnte.
In den nächsten Minuten geht es um genau diesen potenziellen Friedensdeal. Ist das wirklich ein Signal für die Märkte oder war es am Ende nur ein Fotoop von Putin?
Leute, einen wunderschönen Dienstagmorgen. Es ist der 12. Mai. Herzlich willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.
Russland und Ukraine sind wieder im Fokus
Wir haben schon lange nicht mehr über Russland und die Ukraine gesprochen. Das Thema ist fast ein bisschen zum Nebenschauplatz geworden. Aber am Wochenende gab es nach der Moskauer Siegesparade ein Statement von Putin.
Er sagte, dass er bereit sei, die Ukraine beziehungsweise Selenskyj in einem Drittland zu treffen. Sein entscheidendes Zitat war aber: „This should be a final deal, not the negotiations.“
Also: Es soll um den finalen Deal gehen, nicht um Verhandlungen.
Trump versucht daraufhin, eine Waffenruhe zu vermitteln, und hat sich hier offenbar 70 Stunden erkauft. Danach postete er auf Truth Social beziehungsweise X, dass es hoffentlich der Anfang vom Ende sei. Zusätzlich gab es anscheinend noch einen Gefangenenaustausch von 1.000 gegen 1.000.
Dadurch entstand sofort wieder Hoffnung, dass es vielleicht doch zu einem Friedensdeal kommen könnte.
Warum das für Portfolios relevant ist
Diese Story direkt neben Europa hat natürlich konkreten Impact auf Portfolios. Vor allem dann, wenn du in sogenannte Friedensaktien investierst.
Ich nenne sie Friedensaktien. Viele nennen sie Kriegsaktien. Persönlich glaube ich, dass Firmen wie Rheinmetall, Hensoldt, Renk und andere aus Europa dazu beitragen können, dass Länder stärker sind. Und wenn Länder sehr stark sind, ist es viel einfacher, mit Frieden zu agieren.
Man könnte sogar argumentieren, dass die Atombombe einer der größten Friedenstreiber überhaupt ist, weil jeder weiß: Wenn es einmal losgeht, dann war es das Ganze.
Das sieht natürlich nicht jeder so. Ich habe aber schon öfter gesagt, dass ich persönlich kein Problem damit habe, in solche Aktien zu investieren. Und ich war damit sehr erfolgreich.
Friedensaktien und Wiederaufbau-Trades
Diese Aktien haben sich in den letzten Wochen etwas schwerer getan. Teilweise haben sie so reagiert, als würde jetzt eine neue Weltfriedensphase einkehren.
Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, ob es irgendwann Wiederaufbau-Trades geben könnte. Da gibt es spannende Möglichkeiten bei Firmen, die später in der Ukraine profitieren könnten.
Deshalb ist es so wichtig zu verstehen: Ist das, was wir hier gerade sehen, wirklich Signal oder ist es Lärm?
Meine Einschätzung: eher Fotoop als Wendepunkt
Hier kommt meine persönliche Meinung zu dem Ganzen. Ich glaube, dass das hier eher ein Fotoop zum Victory Day war. Für mich ist es noch kein echter Wendepunkt. Dafür sind wir noch zu weit weg.
Das entscheidende Wort ist „Final Deal“. Putin will keine Verhandlungen, sondern spricht davon, dass es um den finalen Deal gehen soll.
Auf Diplomatendeutsch heißt das für mich: Ich bin bereit zu unterzeichnen, wenn ihr alle meine Bedingungen akzeptiert. Ich will hier nicht groß verhandeln.
Für mich müsste der Merksatz viel einfacher lauten: Wer wirklich Frieden will, hört auf zu schießen. Punkt.
Und davon sind wir bei Russland und der Ukraine zurzeit noch ein Stück entfernt.
Was ist Lärm?
Lärm sind für mich die ganzen Trump-Tweets. Er schreibt viel, wenn der Tag lang ist. Das jetzt direkt als Anfang vom Ende zu bezeichnen, ist aus meiner Sicht übertrieben.
Lärm sind auch Bilder von Selenskyj und Putin, die sich angeblich in einem Drittland treffen könnten, dazu AI generierte Fotos, Medien-Headlines, dass der Krieg jetzt endet, und tagespolitische Schlagzeilen aus Brüssel oder Berlin.
Auch Twitter- oder Reddit-Trader, die jetzt DAX-Calls auf solche Headlines kaufen, sind für mich Lärm.
Was ist Signal?
Signal ist etwas anderes.
- Das ISW-Assessment der tatsächlichen Frontlinienaktivitäten. Das ist für mich deutlich wichtiger als Pressekonferenzen.
- Der Auftragsbestand bei den verschiedenen Friedensfirmen. Wenn dort die Substanz weiter stark bleibt, ist das ein relevanter Datenpunkt.
- Die Forward-Guidance dieser Firmen. Es geht nicht um eine kurzfristige Aktienkursreaktion auf Tweets, sondern um die echte Geschäftsentwicklung.
Wenn die Assessments der Frontlinienaktivität, die Guidance und der Auftragsbestand nach unten gehen, dann kann ich mir schon vorstellen, dass sich das Bild verändert.
Solange diese Indikatoren aber oben bleiben, und das ist zurzeit noch so, ist der ganze Frieden für mich eher Wunschvorstellung und Theater.
Was heißt das für mich als Investor?
Für mich reicht ein Tweet oder ein Foto nicht aus, um meine Einschätzung zu ändern. Ich schaue auf die Frontlinienaktivität, auf die Auftragsbücher und auf die Guidance der Firmen.
Wenn dort echte Veränderung sichtbar wird, dann ist das Signal. Wenn es nur darum geht, dass Putin nach der Siegesparade ein Statement abgibt und Trump das hoffnungsvoll kommentiert, dann ist das für mich noch kein belastbarer Wendepunkt.
Friedensaktien bleiben für mich deshalb weiter ein Thema, solange die fundamentalen Daten dahinter stimmen. Gleichzeitig muss man natürlich beobachten, ob sich aus einem echten Friedensprozess irgendwann auch Wiederaufbau-Trades ergeben.
Merksatz des Tages
Wer wirklich Frieden will, hört auf zu schießen. Solange die Frontlinienaktivität, die Auftragsbücher und die Guidance stark bleiben, ist die Friedensstory für mich eher Wunschvorstellung als echtes Signal.
Gerade solche Headlines zeigen, wie schnell Märkte zwischen Hoffnung, Angst und neuen Narrativen hin und her wechseln.
Ein Putin Statement. Ein Trump Post. Ein mögliches Treffen in einem Drittland. Sofort reagieren Aktien, Trader und Schlagzeilen, als wäre der Krieg morgen vorbei. Für mich ist das aber noch kein belastbares Signal.
Als Investor geht es deshalb nicht darum, jede politische Schlagzeile mitzutraden. Es geht darum, zu erkennen, wo echte Substanz liegt.
Welche Unternehmen profitieren von strukturellen Trends? Welche Geschäftsmodelle bleiben auch in einem nervösen Umfeld stark? Welche Firmen haben Kapitalstärke, Cashflow und eine Position, die nicht nur von der nächsten Headline abhängt?
Genau deshalb habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:
Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt
Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem Umfeld besonders spannend finde und worauf ich konkret achte, wenn Märkte wieder stärker zwischen Signal und Lärm unterscheiden müssen.
Wenn du nach diesem Blog nicht nur auf die nächste Friedensheadline reagieren willst, sondern verstehen möchtest, welche Unternehmen für mich gerade echte Substanz zeigen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter:
