Warum ich mein Portfolio gerade bewusst vorsichtiger fahre
5. Juni 2026
Daily Snippet

Warum ich mein Portfolio gerade bewusst vorsichtiger fahre

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 05. Juni 2026

Ich wollte dir ein paar Gedanken zu meinem Portfolio derzeit geben. Vor allem auch, weil ich einiges an Fragen und ein bisschen Pushback bekommen habe, nachdem ich gesagt habe, dass ich mir die 100.000 Euro für das Formel 1 Wochenende in Monaco nur deshalb leisten kann, weil ich Bitcoin Anfang 2025 verkauft habe.

Wie sieht das im Detail aus? Genau darum geht es heute. Es starten jetzt zwei extrem wichtige Wochen. Nächste Woche und die Woche darauf mit SpaceX, mit der Fed, mit den Micron Earnings und vielen weiteren Themen. Deshalb passt es ganz gut, kurz über das eigene Portfolio zu reflektieren.

Leute, einen wunderschönen Freitag. Es ist der 5. Juni. Liebe Grüße hier von der Formel 1 aus Monaco. Herzlich willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.

Heute ist es nicht unbedingt ein klassisches Marktupdate. Wir werden aber einige Dinge hineinnehmen, die gerade an den Märkten passieren. Es geht heute vor allem um Reflexionen zum eigenen Portfolio.

Das 100.000 Euro Wochenende in Monaco

Ich habe gestern etwas salopp gesagt, dass ich Anfang 2025 Bitcoin verkauft habe und mir deshalb so ein 100.000 Euro Wochenende in Monaco leisten kann. Darauf kamen einige Reaktionen. Manche haben gefragt, ob das wirklich so viel kostet.

Naja, mit der ganzen Anreise, First Class, Privatjets, VIP Tickets und allem drumherum bist du dort relativ schnell.

Ich kann dir eines sagen: Ich bin selbst immer wieder überrascht, wenn ich hier bin und sehe, wie viele andere Leute teilweise noch viel teurere Pakete haben als ich. Dann merkst du einfach, dass extrem viel Kapital in der Welt unterwegs ist.

Diese K Shape Economy ist wirklich extrem. Es gibt immer mehr Leute, denen es richtig dreckig geht, und eine kleine Gruppe, der es immer und immer besser geht.

Und da hängt es natürlich auch stark davon ab, wie deine Finanzassets laufen und welche Investmententscheidungen du triffst.

31 Prozent Rendite auf das gesamte Vermögen

Ich bin aufs letzte Jahr mit meinem Portfolio 31 Prozent im Plus. Und das ist wirklich auf das gesamte Vermögen gerechnet.

Das kannst du dir ausrechnen. Das ist eine sehr, sehr stolze Summe als Rendite. Für ganz viele Leute ist das mehr, als sie in ihrem ganzen Leben verdienen.

Gleichzeitig gibt es natürlich Leute, die deutlich mehr Rendite machen. Vor allem, wenn das Vermögen kleiner ist. Und genau hier muss man ein bisschen differenzieren.

Wenn du zum Beispiel 10.000 Euro Portfolio hast und 100 Prozent Rendite machst, dann sind das 10.000 Euro aufs Jahr. Das ist richtig toll. Aber dann stellt sich auch die Frage: Wäre es vielleicht sinnvoller, 10.000 Euro pro Monat über dein Business, über ein Nebeneinkommen oder über eine andere Einkommensquelle zu verdienen?

Das ist einfach Food for Thought. Ein Gedanke, den man sich stellen sollte.

Viele Investoren sind zu dogmatisch

Was ich viel wichtiger finde: Viele Leute gehen bei ihren Investments extrem dogmatisch vor.

Sie halten an Investments fest, auch wenn sich die Fakten ändern. Sie schaffen es nicht, von diesen Investments wegzukommen. Sie sind nicht pragmatisch genug.

Ein gutes Beispiel ist für mich der gesamte Kryptobereich zurzeit.

Ich verstehe überhaupt nicht, warum Leute aktuell Zeit in Krypto investieren. Das heißt nicht, dass es nicht einzelne Coins gibt, die immer wieder Rendite abwerfen können. Aber für mich ist das Risiko dort einfach extrem hoch.

Und hier ist ein wichtiger Punkt: Viele Leute sagen immer falsch, dass Rendite von Risiko kommt. Das stimmt so nicht.

Rendite kommt von Volatilität. Risiko sind die Fakten, die du nicht weißt.

Das sind die ganzen Faktoren, die du nicht kontrollieren kannst. Und genau das ist im Kryptobereich zurzeit riesig.

Warum Krypto für mich aktuell uninteressant ist

Schau dir einfach an, was dort gerade passiert.

Das ganze Thema Saylor. Die Insiderverkäufe bei Strategy. Bei Saylor selbst weiß man als Außenstehender überhaupt nicht, was dort wirklich abgeht. Das ist ein riesiges Problem.

Dann kommt das Quantencomputerproblem in Kombination mit Satoshi dazu.

Dann hatten wir gerade mit Mythos und Anthropic in cCash einen Inflation Bug. Was passiert? cCash droppt in 24 Stunden 50 Prozent.

Dann sieht man es bei Hyperliquid. Arthur Hayes sagt, er will Gewinne mitnehmen, und bäm, es zerreißt diesen Coin nach der Reihe.

Das sind alles Dinge, bei denen ich dasitze und mir denke: Warum soll ich mir das zurzeit antun?

Als guter Investor versuchst du in Investments hineinzugehen, bei denen das Risiko sehr gering ist. Das heißt nicht, dass die Volatilität nicht hoch sein darf. Ganz im Gegenteil.

Du willst hohe Volatilität. Hohe Volatilität bedeutet, dass du potenziell eine hohe Rendite haben kannst. Ohne Volatilität keine Rendite.

Aber gute Investoren versuchen, das Risiko rauszunehmen. Also die Dinge, die man nicht weiß, nicht beeinflussen kann und die richtig gefährlich werden können.

Im Bereich Krypto finde ich das zurzeit total uninteressant.

KI, Chips und Software: Warum ich Exposure reduziere

Dann geht es weiter mit dem ganzen Chips Thema, dem KI Thema und dem Software Thema. Das war eines der absoluten Hype Themen über das letzte Jahr.

Und jetzt geht es dort wieder los.

Warum sollte ich dort jetzt eine Overexposure hineinbringen? Für mich ist eher das Gegenteil relevant. Ich will hier eher eine Underexposure.

Ich will im KI Chips Bereich und im Semiconductor Bereich investiert sein, aber deutlich weniger als noch vor zwei Monaten.

Warum?

Der ganze Markt ist super teuer, super heiß und voller Fragezeichen. Warum muss ich dort jetzt casinómäßig oder wie mit einem Lotterieticket voll drin sein?

Man hat es in den letzten 24 Stunden gesehen. Genau dort kommt dann wieder Nervosität rein. Broadcom, Micron Earnings und solche Themen.

Das sind Situationen, bei denen man als guter Investor sagen muss: Ich will nicht null Exposure. Aber die Dosis macht die Wirkung und die Dosis macht das Gift.

Vielleicht investiere ich lieber woanders.

SpaceX, Anthropic und illiquide Renditen

Dann kommt das ganze IPO Thema. Wir haben jetzt SpaceX. Wir haben Anthropic.

Und ich sage dir eines: Wenn du die SpaceX IPO über Trade Republic kaufst, musst du wissen, was du tust. Ich persönlich verkaufe meine Aktien, sobald sie liquide sind.

Ich bin sowohl bei SpaceX als auch bei Anthropic ungefähr 100x im Plus. Meine Rendite wird dadurch extrem nach oben springen, denn ich marke meine illiquiden Renditen erst dann to market, wenn sie liquide werden.

Ich lüge mich da nicht selbst an.

Erst wenn es liquide ist, passe ich den Marktwert neu an. Viele andere Investoren lügen sich bei illiquiden Investments selbst an, wie viel diese Dinge wirklich wert sind.

Und genau deshalb wird meine Rendite dann extrem nach oben springen.

Warum mehr Rendite nicht immer besser ist

Bei solchen Situationen sitze ich da und frage mich: Warum muss man hier jetzt noch zusätzliches Risiko eingehen für ein bisschen mehr Rendite?

Genau das ist der Punkt, bei dem sich die meisten Investoren unglaublich schwer tun. Sie vergessen, was richtig gute Rendite eigentlich bedeutet.

Über viele Jahre hinweg sind 10 bis 12 Prozent pro Jahr eine unglaublich gute Rendite.

Natürlich wirst du Jahre haben, in denen du 30, 40 oder 50 Prozent machst. Aber du musst vorsichtig sein, wenn das dauerhaft dein Ziel wird.

Bei einer kleinen Basis ist das etwas anderes. Aber bei größerem Vermögen kann zu viel Risiko irgendwann extrem teuer werden.

Volatilität ja, unnötiges Risiko nein

Ich glaube, das ist am Ende der entscheidende Punkt, der mir erlaubt, den Lifestyle und das Leben bei uns in der Familie zu haben.

Es kommt nicht daher, dass ich unglaublich große Risiken eingehe. Ganz im Gegenteil.

Ich nehme gerne Volatilität auf mich. Aber ich will wenig Risiko.

Das ist für mich der Unterschied.

Volatilität kann Rendite bringen. Risiko sind die Dinge, die du nicht siehst, nicht verstehst oder nicht kontrollieren kannst. Und genau diese Risiken will ich reduzieren.

Was heißt das für dein Portfolio?

Für dein eigenes Portfolio heißt das aus meiner Sicht:

  1. Bleib pragmatisch und ändere deine Meinung, wenn sich Fakten ändern.
  2. Verwechsle Volatilität nicht mit Risiko.
  3. Gehe nicht dogmatisch in Assets hinein, nur weil sie früher einmal funktioniert haben.
  4. Verstehe, dass 10 bis 12 Prozent Rendite pro Jahr über viele Jahre extrem stark sind.
  5. Frage dich bei jedem Investment, ob du wirklich mehr Rendite brauchst oder nur unnötig mehr Risiko eingehst.
  6. Sei bei heißen Themen wie Krypto, KI Chips und IPOs nicht komplett draußen, aber achte sehr stark auf die Dosis.

Genau diese Dosis entscheidet am Ende, ob ein Investment wirkt oder ob es zum Gift wird.

Merksatz des Tages

Rendite kommt von Volatilität. Risiko kommt von den Dingen, die du nicht weißt. Gute Investoren suchen Volatilität, aber reduzieren unnötiges Risiko.

Genau solche Portfolio-Reflexionen sind ein zentraler Teil dessen, was wir im Inner Circle machen.

Es geht nicht nur darum, die nächste Idee zu finden. Es geht darum, ein Portfolio so zu denken, dass Chancen genutzt werden können, ohne unnötiges Risiko aufzubauen.

Welche Assets haben noch ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis?Wo ist die Story bereits zu heiß gelaufen?Wo lohnt sich mehr Exposure?Wo ist es sinnvoll, Gewinne mitzunehmen?Und wo ist die Dosis mittlerweile so hoch, dass aus einer guten Idee plötzlich ein gefährliches Klumpenrisiko wird?

Genau diese Fragen stelle ich mir in meinem Family Office ständig. Und genau diese Einordnungen teile ich im Inner Circle deutlich tiefer.

Dort bekommst du meine Marktgedanken, Research Reports, Portfolio-Einordnungen, KI-gestützte Analysen und konkrete Trading-Ideen aus der Perspektive meines eigenen Family Offices.

Gerade jetzt, mit SpaceX, Fed, Micron, KI, Krypto, IPOs und geopolitischen Themen, wird es aus meiner Sicht extrem wichtig, nicht einfach nur auf Rendite zu schauen, sondern auf Risiko, Volatilität, Dosis und Timing.

Wenn du solche Marktphasen sauberer einordnen willst und verstehen möchtest, wie ich mein Portfolio in genau solchen Momenten ausrichte, dann kannst du dich hier für den Inner Circle bewerben: Zur Inner Circle Bewerbung

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater