Anthropic vor OpenAI: Warum 2026 das größte IPO Jahr aller Zeiten werden könnte
3. Juni 2026
Daily Snippet

Anthropic vor OpenAI: Warum 2026 das größte IPO Jahr aller Zeiten werden könnte

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 03. Juni 2026

Anthropic hat am Montag vertraulich den Börsengang eingereicht und springt damit vor den Erzrivalen OpenAI. Die Bewertung liegt bei 965 Milliarden Dollar. 2026 wird damit immer mehr zum größten IPO Jahr aller Zeiten.

SpaceX ist nächste Woche dran, mit einer Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar. Danach kommt Anthropic. Und danach wahrscheinlich OpenAI.

In den nächsten Minuten schauen wir uns an, warum ich sowohl in SpaceX als auch in Anthropic investiert bin, warum ich Anthropic aber etwas anders sehe als SpaceX und was dieses ganze Bubble Terrain vielleicht für dich als Investor bedeutet.

Leute, einen wunderschönen Mittwochmorgen. Es ist der 3. Juni. Herzlich willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. 

Anthropic ist offiziell vor OpenAI im IPO Rennen

Starten wir in dieses IPO Thema hinein. Anthropic hat am Montag bekannt gegeben, dass es vertraulich einen Entwurf des S1 bei der SEC eingereicht hat. Damit ist Anthropic offiziell vor OpenAI in diesem ganzen Kreislauf.

OpenAI hat noch keine offizielle Ankündigung gemacht und wurde durch die ganze Klage mit Elon Musk etwas zurückgeworfen. OpenAI hat diese Klage vorerst gewonnen, aber beim Timing hat Anthropic jetzt trotzdem die Nase vorne.

Bei Anthropic lag die Series H Runde bei 65 Milliarden Dollar. Die Bewertung liegt bei 965 Milliarden Dollar post money. Das liegt über OpenAI, deren letzte Runde im März bei „nur“ 852 Milliarden Dollar lag.

Ich selbst bin bei Anthropic schon relativ früh Investor gewesen und sitze dort derzeit auf ungefähr 100x. Natürlich freue ich mich, wenn das Ganze liquide wird und hier an die Börse geht.

Warum ich Anthropic anders sehe als SpaceX

Bei SpaceX war ich ebenfalls früher Investor und bin auch ungefähr 100x im Plus. Dort bin ich aber etwas skeptischer, was die Bewertung angeht. Auch draußen gibt es inzwischen einige Stimmen, wie Morningstar und andere, die sehr kritisch auf die Bewertung schauen.

Wie sehe ich das bei Anthropic?

Die Revenue Run Rate liegt mittlerweile bei 47 Milliarden Dollar. Das ist ein massiver Sprung von nur 9 Milliarden Dollar vor ungefähr sechs Monaten. Investoren in der letzten Runde waren Green Oaks, Dragoneer, Altimeter und Sequoia. Also wirklich große Namen.

Der Börsengang könnte wahrscheinlich im September kommen, hängt aber extrem von den Marktbedingungen ab. Und das ist hier der entscheidende Punkt: Befinden wir uns im Bubble Terrain oder sehen wir hier wirklich nachhaltiges Wachstum?

47 Milliarden Dollar Umsatz sind natürlich eine riesige Menge. Das ist deutlich mehr als SpaceX hat, obwohl Anthropic nur ungefähr die Hälfte der Bewertung hat.

Deshalb bin ich hier zwar auch vorsichtig, aber nicht ganz so skeptisch wie auf der SpaceX Seite.

Der Vergleich mit SpaceX bleibt wichtig

Jetzt müssen wir natürlich schauen, wie SpaceX nächste Woche am 12. Juni wirklich an den Markt geht. Mit welcher Bewegung geht es ran? Mit welcher Bewertung geht es ran? Und wie schaut dann in den nächsten Monaten die gesamte IPO Landschaft aus?

SpaceX, Anthropic und wahrscheinlich OpenAI können 2026 zu einem extremen IPO Jahr machen. Gleichzeitig kann so ein Umfeld auch sehr gefährlich werden, wenn zu viel Hopium in die Bewertungen hineingepreist wird.

Gerade deshalb muss man sauber unterscheiden: Was ist Lärm und was ist Signal?

Was ist Lärm?

Lärm sind für mich die ganzen Headlines rund um das Wettrennen, dass Anthropic jetzt OpenAI schlägt. Natürlich klingt das gut. Natürlich klicken die Leute darauf. Aber am Ende ist das nicht der entscheidende Punkt.

Lärm ist auch, wenn Sam Altman auf CNBC geht und versucht, das Ganze zu beschwichtigen. Genauso das ganze Thema rund um Claude, dass angeblich alles gehackt werden kann, oder dass Anthropic technologisch extrem vorne ist, aber nicht genug Compute Power hat.

Das sind alles Dinge, die man natürlich beobachten kann. Aber sie sind für mich nicht der Kern.

Was ist Signal?

Signal ist für mich vor allem das Annual Recurring Revenue. Wie viel Umsatz machen diese Firmen wirklich?

Anthropic liegt bei 47 Milliarden Dollar und wächst extrem stark. Das ist ein riesiger Unterschied im Vergleich zu SpaceX, deren Umsatz eher stagniert und das mit Starlink immer stärker zu einer Internet Anbieterfirma geworden ist.

Natürlich wird dieses Wachstum nicht einfach so weitergehen können. Die Frage ist, wie nachhaltig diese Entwicklung ist und wie stark Anthropic in den nächsten Monaten und Jahren weiter skalieren kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die US Regierung. Anthropic wurde dort vom Pentagon als Supply Chain Risiko eingestuft, nachdem Anthropic nicht einfach alles Mögliche für die Regierung macht und nicht jede Art von KI Nutzung freigibt.

Das hat der US Regierung offenbar nicht ganz gepasst. Genau solche Dinge muss man sich bei Anthropic anschauen.

Compute bleibt ein entscheidender Engpass

Die nächste wichtige Frage ist: Wie geht es mit den Compute Constraints weiter?

Wie stark werden Nutzer gedrosselt? Wie stabil funktioniert das Produkt? Ich selbst bin Anthropic Nutzer, nicht nur Investor. Und teilweise frustriert es mich auch, wenn ich merke, dass die KI einfach nicht so arbeiten will, wie ich es brauche.

Das sind Dinge, die man ernst nehmen muss. Es reicht nicht, nur auf die Bewertung zu schauen. Man muss auch verstehen, wie gut das Produkt im Alltag funktioniert, wie viel Compute verfügbar ist und ob die Nachfrage wirklich sauber bedient werden kann.

Was heißt das für mein Portfolio?

Ich werde sowohl bei SpaceX als auch bei Anthropic, sobald ich kann, meine liquiden Assets herausziehen und diversifizieren.

Ich nutze Anthropic täglich und finde es richtig gut. Aber am Ende ist immer die Frage: Was ist Wert und was ist Preis?

Bei SpaceX finde ich extrem, wie Elon das Ding nach oben hebt. Ich beschwere mich hier nicht, ich bekomme einen guten Preis. Bei Anthropic ist es aber ebenfalls ein bisschen gefährlich. Deshalb bleibe ich im Family Office lieber diszipliniert und sichere mir solche Renditen von 100x auf die letzten drei Jahre.

Da kann man sich nicht beschweren.

Gutes Unternehmen heißt nicht automatisch guter Kauf

Anthropic kann ein fantastisches Unternehmen sein. Das Produkt kann stark sein. Das Wachstum kann beeindruckend sein. Die Investoren können absolute Monster sein. Trotzdem heißt das nicht automatisch, dass jeder Preis attraktiv ist.

Das gleiche gilt bei SpaceX. Eine Firma kann extrem spannend sein und gleichzeitig sehr teuer. Deshalb muss man bei solchen IPOs sauber trennen zwischen Begeisterung für das Unternehmen und Disziplin beim Einstiegspreis.

Gerade in einem Jahr, in dem SpaceX, Anthropic und möglicherweise OpenAI an die Börse gehen, wird diese Unterscheidung extrem wichtig.

Merksatz des Tages

Ein gutes Unternehmen und ein guter Kauf sind zwei völlig verschiedene Dinge. Am Ende entscheidet der Preis.

Deshalb ist dieses IPO-Jahr so spannend und gleichzeitig so gefährlich.

SpaceX, Anthropic und wahrscheinlich auch OpenAI können 2026 zu einem der größten IPO-Jahre aller Zeiten machen. Die Unternehmen sind faszinierend. Die Wachstumsraten sind teilweise brutal. Die Namen ziehen Kapital, Aufmerksamkeit und Erwartungen an.

Aber am Ende bleibt die wichtigste Frage immer dieselbe:

Was ist Wert und was ist Preis?

Ein starkes Unternehmen ist nicht automatisch ein guter Kauf. Eine beeindruckende Story ist nicht automatisch ein gutes Investment. Und eine hohe Bewertung kann funktionieren, solange Wachstum, Cashflow, Nachfrage und Marktstimmung mitspielen. Sobald sich diese Faktoren verändern, kann aus Begeisterung sehr schnell Risiko werden.

Genau deshalb schaue ich in diesem Markt besonders genau auf Unternehmen, bei denen die Substanz hinter der Story stimmt.

Starker Cashflow. Klare Marktposition. Echte Nachfrage. Solide Kapitalstruktur. Und ein Investmentcase, der nicht nur von Hype, IPO-Fantasie oder dem nächsten großen Namen lebt.

Dazu habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet: Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem Umfeld besonders spannend finde und worauf ich konkret achte, wenn der Markt zwischen KI-Euphorie, IPO-Hype, Bewertung und echter Qualität unterscheiden muss.

Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell in dieses Marktumfeld passen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter: Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater