Ölpreis zurück auf Vorkriegsniveau: Warum das für dein Portfolio wichtig ist
2. Juli 2026
Daily Snippet

Ölpreis zurück auf Vorkriegsniveau: Warum das für dein Portfolio wichtig ist

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 02. Juli 2026

Der Ölpreis ist auf dem Vorkriegsniveau angekommen. Und das ist für dich relevant, selbst wenn du kein Öltrader bist.

Ich selbst investiere auch nicht direkt in Öl, bin aber in Energie investiert. Das heißt, diese Bewegungen haben direkt einen Impact auf mein Portfolio.

Aber dieses Faktum hat für uns alle einen Effekt. Wie, wo und warum genau, schauen wir uns heute im Snippet an.

Leute, einen wunderschönen Donnerstagmorgen. Es ist der 2. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.

Warum der Ölpreis gerade so wichtig ist

Starten wir in ein wirklich wichtiges Thema hinein.

Es ist ein Thema, in das viele Leute nicht direkt investieren, das aber gerade auf fast alle Portfolios einen Impact hat: der Ölpreis.

Tendenziell ist ein Ölpreis zwischen 60 und 80 Dollar ein Bereich, bei dem die meisten sagen: Das ist weder ein Rezessionstrigger noch ein massiver Inflationstreiber.

Ölpreise Richtung 60 Dollar und darunter werden eher rezessiv gesehen. Ölpreise Richtung 80 Dollar und darüber werden eher inflationär gesehen.

Und genau das war in den letzten vier Monaten während des Iran Konflikts das absolute Hauptaugenmerk.

Öl war der große Inflationstreiber

Die Ölpreise sind raufgeschossen. 110, 120 Dollar.

Interessanterweise aber nicht ganz so weit, wie viele Experten vorhergesagt haben. Viele haben von 200 Dollar und mehr gesprochen. Dort sind wir aber nicht hingekommen.

Die große Sorge war sofort: Was heißt das für Inflation?

Denn Öl ist ein absolut wichtiger Indikator.

Die Inflation ist tatsächlich gestiegen. Aber der große und wichtige Unterschied war: Es war nicht die sogenannte Core Inflation.

Core Inflation bleibt entscheidend

Bei der Core Inflation werden Ölpreise und Spritpreise herausgerechnet.

Warum?

Weil sie deutlich volatiler sind. Sie bewegen sich extrem schnell nach oben und nach unten. Das hat man auch an den Spritpreisen gesehen, die stark gestiegen sind.

Die Core Inflation hat sich deutlich beruhigter gezeigt.

Und genau das war auch der Punkt vieler Experten, die gesagt haben: Ja, die Headline Inflation steigt. Aber die Core Inflation wird sich nicht so leicht beeinflussen lassen.

Das war der entscheidende Unterschied.

Öl wieder unter Vorkriegsniveau

Jetzt wurde es diese Woche interessant.

Kevin Walsh, der neue Fed Chair, hat in einem Gespräch gesagt, dass der Ölpreis wieder unter dem Vorkriegsniveau liegt.

Wir sind ungefähr bei 65 bis 68 Dollar. Das war ziemlich genau das Niveau, das wir im März hatten.

Kevin Walsh sagt deshalb, dass sich die Inflation absolut beruhigt.

Woran liegt das?

Ganz einfach: Der Deal zwischen Iran und USA scheint doch ein bisschen voranzukommen.

Das Signal kommt aus der Straße von Hormus

Das ist genau das Signal, über das wir ganz oft gesprochen haben.

In der Straße von Hormus fließt das Öl wieder. Natürlich fließt es nicht direkt, sondern über Tanker. Aber der Tankertraffic ist wieder extrem aktiv geworden.

Wir sind zwar noch nicht auf dem absoluten Vorkriegsniveau. Damals waren wir bei ungefähr 25 bis 30 Millionen Barrel am Tag. Jetzt sind wir bei rund 10 Millionen Barrel am Tag.

Da ist also noch Luft nach oben.

Aber das Ganze löst sich jetzt erst einmal.

Natürlich dauert es eine gewisse Zeit, bis die ganze Welt wieder Vertrauen hat, dass man durch die Meerenge von Hormus in Ruhe durchkommt, ohne dass sofort wieder ein riesengroßes Drama entsteht.

Aber grundsätzlich beruhigt das die Ölpreise.

Was heißt das für Inflation und Zinsen?

Wenn der Ölpreis fällt oder sich beruhigt, beruhigen sich auch die Inflationserwartungen nach vorne.

Das ist für uns Investoren extrem wichtig.

Wir können zwar schon länger nicht mehr wirklich damit rechnen, dass Zinssenkungen schnell kommen. Aber ich glaube, dass diese Entwicklung zumindest Zinserhöhungen etwas aus dem Spiel nimmt.

Und das ist gut für unsere Portfolios.

Eine nicht weiter steigende Inflation führt eher nicht zu weiter steigenden Zinsen.

Das beruhigt einerseits Anleihen. Es beruhigt aber auch die Aktienmärkte. Und es erlaubt, wieder etwas mehr Risiko in Portfolios hineinzunehmen.

Warum das konstruktiv ist

Von dem her ist das auf jeden Fall etwas Konstruktives nach vorne.

Wenn Öl wieder in einem stabileren Bereich liegt, nimmt das Druck aus der Inflationsdiskussion.

Wenn weniger Inflationsdruck da ist, muss die Fed weniger aggressiv auftreten.

Wenn die Fed weniger aggressiv sein muss, entspannt das viele Anlageklassen.

Aktien können dann wieder etwas mehr Luft bekommen. Anleihen können sich beruhigen. Und auch Risk Assets bekommen wieder ein besseres Umfeld.

Natürlich nur, solange die Ölpreise nicht wieder stark nach oben drehen.

Was ist Lärm?

Lärm sind für mich die extremen Prognosen.

Vor ein paar Wochen wurde noch von 200 Dollar Öl gesprochen. Jetzt sind wir wieder bei 65 bis 68 Dollar.

Lärm ist auch, jede einzelne Tagesbewegung beim Ölpreis zu überinterpretieren.

Der wichtige Punkt ist nicht, ob Öl an einem Tag ein bisschen höher oder tiefer steht. Der wichtige Punkt ist, ob der Iran USA Deal weiter vorankommt, ob die Straße von Hormus offen bleibt und ob der Tankertraffic weiter anzieht.

Was ist Signal?

Signal ist der Ölpreis zurück auf Vorkriegsniveau.

Signal ist der aktive Tankertraffic durch die Straße von Hormus.

Signal ist, dass die Core Inflation weniger stark beeinflusst wurde als die Headline Inflation.

Signal ist, dass Kevin Walsh selbst eine Beruhigung bei der Inflation sieht.

Und Signal ist, dass dadurch Zinserhöhungen etwas weniger wahrscheinlich werden.

Das sind die Punkte, die ich mir jetzt anschaue.

Was heißt das für mein Portfolio?

Ich investiere nicht direkt in Öl. Aber ich bin in Energie investiert.

Das heißt, Ölbewegungen haben natürlich einen direkten Einfluss auf mein Portfolio.

Gleichzeitig ist Öl aber nicht nur für Energieinvestments wichtig. Es beeinflusst Inflationserwartungen, Zinsen, Anleihen, Aktien und die Risikobereitschaft im gesamten Markt.

Wenn Öl stabil bleibt und nicht wieder stark nach oben läuft, ist das für Portfolios grundsätzlich konstruktiv.

Es gibt wieder mehr Spielraum, etwas Risiko ins Portfolio zu nehmen.

Merksatz des Tages

Wenn Öl auf Vorkriegsniveau zurückkommt, sinkt der Druck auf Inflation und Zinsen. Und genau das kann den Märkten wieder mehr Luft geben.

Öl ist gerade mehr als nur ein Rohstoffpreis.

Wenn Öl fällt, verändert sich die Inflationsdynamik. Wenn sich Inflation beruhigt, verändert sich die Zinserwartung. Und wenn Zinsen weniger Druck machen, bekommen Aktien, Anleihen und Risk Assets wieder mehr Luft.

Das heißt: Ein einzelner Preis bewegt plötzlich das gesamte Marktbild.

Für mich ist deshalb jetzt entscheidend, welche Unternehmen in so einem Umfeld wirklich profitieren können.

Welche Firmen haben starke Cashflows?Welche profitieren von stabileren Zinsen?Welche haben genug Substanz, um nicht nur von kurzfristiger Euphorie getragen zu werden?Und welche Unternehmen sind spannend, wenn der Markt nach Öl, Inflation und Fed wieder neu sortiert?

Denn genau dort entstehen oft die besseren Chancen: nicht beim offensichtlichsten Trade, sondern bei den Unternehmen, die von der veränderten Marktlogik profitieren.

Deshalb habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:
Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem Umfeld besonders spannend finde und worauf ich achte, wenn Öl, Inflation, Zinsen, Cashflow und Bewertung wieder neu zusammenspielen.

Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell in dieses Marktumfeld passen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter: Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater