Die 10 wichtigsten Prompt-Engineering-Tipps für bessere Ergebnisse mit ChatGPT
30. September 2026
Zukunft & Innovation

Die 10 wichtigsten Prompt-Engineering-Tipps für bessere Ergebnisse mit ChatGPT

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Ich habe in den letzten Jahren sehr viel mit KI gearbeitet, unzählige Dinge ausprobiert und dabei meine Meinung mehrfach verändert. Je mehr Erfahrung ich gesammelt habe, desto klarer wurde für mich, wo KI wirklich stark ist und wo sie trotz professionell klingender Antworten eher zusätzliche Arbeit produziert.

Ein gutes Beispiel dafür ist mein Sport. Bei meinen zehn Kilometern in 36:40 Minuten hat KI mir geholfen, allerdings ganz anders, als man vielleicht erwarten würde. Den Trainingsplan hat mein Coach erstellt. Die KI hat mir teilweise geholfen, seine Vorgaben in meine Woche einzubauen, und sie war stark bei der Auswertung meiner Stryd-Daten und meiner Schuhentscheidung.

Genau dieses Prinzip übertrage ich inzwischen auf fast alle Bereiche. Beim Investieren, im Business oder im Alltag entscheide ich über Strategie, Ziele und Prioritäten. KI nutze ich dort, wo sie konkrete Aufgaben übernehmen, Daten auswerten, Informationen strukturieren oder bestehende Vorgaben umsetzen kann.

Die folgenden zehn Tipps basieren deshalb nicht auf irgendeiner Prompt-Theorie, sondern auf meiner eigenen Erfahrung damit, was in der Praxis funktioniert und was nicht.

1. Beschreibe die Aufgabe und lege fest, was unverändert bleiben muss

Bevor du einen Prompt schreibst, solltest du festlegen, welche Entscheidungen bereits getroffen sind und welchen Teil der Arbeit ChatGPT übernehmen soll. Klare Aufgaben, relevante Hintergrundinformationen und konkrete Anforderungen helfen dem Modell, seine Antwort auf deinen Fall auszurichten.

Bei meinem Trainingsbeispiel besteht ein erheblicher Unterschied zwischen einem neu entworfenen Trainingsplan und der Verteilung eines vorhandenen Plans auf meine Woche. Für die zweite Aufgabe könnte der Arbeitsauftrag so aussehen:

Verteile den folgenden, von meinem Coach erstellten Trainingsplan auf die angegebenen freien Zeitfenster meiner Woche. Übernimm dabei die Einheiten, Umfänge, Intensitäten und die vom Coach festgelegten Abstände unverändert. Falls sich diese Vorgaben mit meinen Terminen überschneiden, markiere die Konflikte und erkläre, welche Punkte ich mit meinem Coach klären muss.

Die KI erhält damit einen organisatorischen Auftrag, dessen Ergebnis du an den ursprünglichen Vorgaben überprüfen kannst.

Dasselbe Prinzip lässt sich auf eine Kundenmail übertragen: Wenn die Entscheidung über eine Erstattung bereits getroffen ist, soll ChatGPT diese Entscheidung verständlich erklären. Welche Erstattung du gewährst, gehört dann ausdrücklich zu den verbindlichen Angaben.

2. Fordere überprüfbare Ergebnisse und nachvollziehbare Berechnungen

In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels habe ich empfohlen, die KI zum Denken in einzelnen Schritten aufzufordern. Eingefügter Text Diese Empfehlung würde ich heute enger formulieren, weil OpenAI bei Reasoning-Modellen von solchen pauschalen Zusätzen abrät und klare, direkte Anweisungen empfiehlt.

Für deine Arbeit zählt vor allem, ob du erkennen kannst, welche Angaben verwendet wurden und wie das Ergebnis zustande gekommen ist. Bei einer Berechnung brauchst du beispielsweise die berücksichtigten Positionen, die verwendete Formel und einen Hinweis auf fehlende Werte.

Ein entsprechender Auftrag könnte so aussehen:

Berechne die Gesamtkosten der Veranstaltung anhand der folgenden Kostenübersicht und führe die berücksichtigten Einzelpositionen mit ihren Beträgen auf. Zeige, welche Kosten einmalig und welche pro Teilnehmer anfallen, und kennzeichne Positionen, bei denen Angaben fehlen. Verwende für diese fehlenden Beträge keine Schätzwerte, damit ich die offenen Kosten separat ergänzen kann.

Damit erhältst du eine Berechnung, die sich mit den Ausgangsdaten abgleichen lässt, während eine ausführliche Erklärung allein noch keine richtige Zahl garantiert. Auch OpenAI empfiehlt, wichtige Angaben unabhängig zu prüfen, weil ChatGPT falsche Ergebnisse überzeugend darstellen kann.

3. Vergib eine konkrete Funktion, wenn du eine Rolle verwendest

Eine Rollenbeschreibung kann die Perspektive und den Kommunikationsstil einer Antwort beeinflussen, wobei der eigentliche Arbeitsauftrag weiterhin präzise beschrieben werden sollte.

Ich würde eine solche Rolle deshalb als Beschreibung der gewünschten Tätigkeit verwenden, etwa für die Überarbeitung eines Textes oder die Aufbereitung einer Tabelle. Die Formulierung „Du bist mein Unternehmensberater“ lässt erheblich mehr offen als ein klar begrenzter redaktioneller Auftrag.

Für einen bestehenden Blogtext könntest du beispielsweise schreiben:

Überarbeite den folgenden Text aus der Perspektive eines sorgfältigen Redakteurs und konzentriere dich auf Verständlichkeit, Satzbau und Übergänge zwischen den Absätzen. Behalte meine Position, alle genannten Fakten und die Kernaussage unverändert bei. Falls dir eine inhaltliche Lücke auffällt, markiere sie für meine Prüfung, anstatt sie mit eigenen Behauptungen zu füllen.

Du kannst anschliessend beurteilen, ob der Text verständlicher geworden ist und deine Aussage erhalten geblieben ist. Eine erfundene Expertenrolle wäre für mich dagegen kein Grund, einer fachlichen Empfehlung mehr zu vertrauen.

4. Zeige anhand echter Beispiele, welches Ergebnis du erwartest

Begriffe wie „authentisch“, „hochwertig“ oder „professionell“ beschreiben den gewünschten Stil nur grob, während ein passendes Beispiel konkrete Orientierung gibt. Mit Beispielen für Eingaben und gewünschte Ausgaben kannst du dem Modell zeigen, welchem Muster es bei einer neuen Aufgabe folgen soll.

Für wiederkehrende Kundenmails könntest du zwei bereits freigegebene Texte verwenden und erklären, welche Eigenschaften daraus übernommen werden sollen:

Die folgenden beiden E-Mails zeigen unseren gewünschten Schreibstil mit persönlicher Ansprache, zusammenhängenden Sätzen und verständlichen Erklärungen. Formuliere eine neue E-Mail zum anschliessend beschriebenen Anliegen und orientiere dich an diesen sprachlichen Merkmalen. Verwende für den Inhalt ausschliesslich die Angaben zum neuen Fall, damit frühere Namen, Termine und Zusagen getrennt bleiben.

Wähle dafür Beispiele, die tatsächlich zur neuen Aufgabe passen, etwa eine freundliche Serviceantwort für eine weitere Serviceanfrage.

Wenn dich an einem bisherigen Entwurf etwas stört, kannst du auch diese Stelle zeigen und den Grund benennen. Mit „Die ersten beiden Absätze wiederholen das Anliegen, obwohl der Kunde bereits auf unsere Entscheidung wartet“ beschreibst du das Problem konkreter als mit „Bitte weniger blabla“.

5. Trenne deine Anweisungen vom Material, das bearbeitet werden soll

Wenn du einen Arbeitsauftrag, eine alte Vorlage und eine aktuelle Kundenanfrage in denselben Chat einfügst, sollten diese Bestandteile eindeutig bezeichnet sein. Überschriften und Trennzeichen helfen dabei, Anweisungen, Beispiele und Ausgangsmaterial voneinander abzugrenzen.

Stelle deinen Auftrag an den Anfang und verwende danach beispielsweise die Überschriften „Verbindliche Angaben“, „Stilbeispiel“ und „Aktuelle Kundenanfrage“. Erkläre dabei, welcher Abschnitt die Fakten liefert und welcher lediglich als sprachliche Orientierung dienen soll.

Bei einer Antwort auf eine Beschwerde könnte in den verbindlichen Angaben stehen, dass ein Ersatz nach Eingang eines Fotos möglich ist. Eine frühere Kundenmail kann gleichzeitig zeigen, wie freundlich und ausführlich du normalerweise antwortest.

Prüfe im fertigen Entwurf anschliessend besonders die Zusagen, Preise und Termine, damit du erkennst, ob Informationen aus der alten Vorlage übernommen wurden. Die Struktur deines Prompts sollte diese Kontrolle erleichtern.

6. Wähle ein Ausgabeformat, mit dem du direkt weiterarbeiten kannst

Überlege vorab, was du mit der Antwort machen wirst, denn eine Vergleichstabelle erfüllt einen anderen Zweck als eine versandfertige E-Mail. Konkrete Formatvorgaben und passende Beispiele können dem Modell helfen, die gewünschte Struktur einzuhalten.

Bei einem Meetingprotokoll würde ich beispielsweise darauf achten, dass beschlossene Aufgaben und offene Fragen auf einen Blick erkennbar sind:

Erstelle aus dem folgenden Besprechungstext ein Arbeitsprotokoll mit den Spalten Thema, beschlossene Aufgabe, verantwortliche Person und Termin. Übernimm ausschliesslich Entscheidungen, die im Gespräch tatsächlich getroffen wurden, und führe diskutierte Vorschläge in einem separaten Abschnitt auf. Kennzeichne fehlende Zuständigkeiten oder Fristen als offen, damit wir sie in der nächsten Abstimmung klären können.

Das Ergebnis lässt sich anschliessend darauf prüfen, ob jede aufgeführte Aufgabe tatsächlich vereinbart wurde und die Zuständigkeit korrekt zugeordnet ist.

Ein brauchbares Format macht auch sichtbar, welche Informationen noch fehlen und welche Punkte du selbst entscheiden musst.

7. Miss die Zeit bis zum brauchbaren Ergebnis

Für mich gehört zu produktiver KI-Nutzung auch die Frage, ob sich eine Aufgabe überhaupt sinnvoll abgeben lässt. Entscheidend ist dabei der gesamte Aufwand für Vorbereitung, Eingabe, Kontrolle und Korrektur.

Angenommen, du brauchst für eine Kundenmail ohne KI zehn Minuten, verbringst mit Prompting und Nachbearbeitung aber fünfzehn Minuten, dann hast du bei dieser Aufgabe zusätzliche Arbeit erzeugt. Die schnelle erste Antwort ändert an dieser Rechnung wenig.

Beobachte deshalb bei wiederkehrenden Aufgaben, wie viel Zeit bis zu einem verwendbaren Ergebnis vergeht und welche Fehler du regelmässig korrigieren musst. Daraus kannst du ableiten, ob eine bessere Vorlage sinnvoll ist oder ob du die Aufgabe selbst schneller erledigst.

Für einen kurzen Zweizeiler würde ich einen anderen Vorbereitungsaufwand akzeptieren als für die strukturierte Auswertung einer umfangreichen Tabelle. Mein Massstab wäre immer, wie viel brauchbare Arbeit nach der notwendigen Kontrolle tatsächlich übrig bleibt.

8. Korrigiere den konkreten Fehler und behalte funktionierende Vorgaben bei

Wenn eine Antwort noch unpassend ist, solltest du möglichst präzise beschreiben, welcher Teil verändert werden muss. OpenAI empfiehlt ebenfalls ein schrittweises Vorgehen, bei dem du Ergebnisse prüfst und den Auftrag anhand der erkannten Schwachstellen verfeinerst.

Bei einer Kundenmail könnte dein Feedback beispielsweise so aussehen:

Der Ton und die Struktur passen, allerdings verspricht der zweite Absatz einen Liefertermin, der in meinen Angaben noch offen ist. Entferne diese Zusage und erkläre stattdessen, dass wir den Termin nach der Rückmeldung des Lieferanten bestätigen werden. Behalte die übrigen Absätze und die vorhandenen Fakten unverändert bei.

Damit benennst du sowohl den Fehler als auch die gewünschte Korrektur, ohne die gesamte Aufgabe erneut zu öffnen.

Eine verbesserte Vorlage würde ich anschliessend an mehreren ähnlichen Fällen testen, darunter auch einem Fall mit unvollständigen Angaben. Wenn sie sich dabei bewährt, kannst du sie für die nächste Aufgabe speichern und jeweils nur das aktuelle Material austauschen.

9. Lege fest, was bei fehlenden Informationen passieren soll

Zu einem klaren Arbeitsauftrag gehört auch eine Regel für den Fall, dass die vorhandenen Angaben keine vollständige Antwort erlauben. Du kannst beispielsweise festlegen, welche Lücken lediglich markiert werden sollen und wann zuerst eine Rückfrage erforderlich ist.

OpenAI empfiehlt bei Grenzen und Ausschlussregeln, zusätzlich das gewünschte Verhalten zu beschreiben, damit der Auftrag eine konkrete Handlungsanweisung enthält.

Für eine sachliche Zusammenfassung könnte diese Regel so aussehen:

Verwende für die Zusammenfassung ausschliesslich die Informationen aus den bereitgestellten Unterlagen und ordne wichtige Aussagen dem jeweiligen Dokument zu. Kennzeichne fehlende Angaben als offen und stelle widersprüchliche Informationen gegenüber. Wenn eine Unklarheit das gesamte Ergebnis beeinflusst, stelle zuerst eine konkrete Rückfrage, bevor du die Ausarbeitung fortsetzt.

Bei meiner Wochenplanung wäre eine solche Grenze beispielsweise erreicht, wenn sich die Vorgaben meines Coaches mit den verfügbaren Terminen überschneiden. Dann möchte ich erkennen können, wo der Konflikt liegt, damit ich ihn mit meinem Coach klären kann.

Ein vollständig ausgefüllter Plan wäre für mich wertlos, wenn dafür unbemerkt eine verbindliche Vorgabe verändert wurde.

10. Verwende passende Werkzeuge und kontrolliere die entscheidenden Angaben

Bei Zahlenaufgaben kann ChatGPT Datenanalyse-Werkzeuge einsetzen, um Berechnungen auszuführen und Tabellen auszuwerten. Für solche Aufgaben empfiehlt OpenAI strukturierte Dateien mit eindeutigen Spaltennamen sowie die Kontrolle der verwendeten Methoden, Ergebnisse und Annahmen.

Gib deshalb bei einer Auswertung an, welche Spalten berücksichtigt werden sollen, in welchen Einheiten die Werte vorliegen und wie mit fehlenden Einträgen umzugehen ist. Fordere bei wichtigen Berechnungen die verwendete Formel und eine Übersicht der einbezogenen Daten an.

Bei aktuellen Informationen gehört eine andere Kontrolle dazu: Lass dir die relevanten Quellen zuordnen und öffne diejenigen, auf denen deine weitere Arbeit beruht. ChatGPT kann auch Quellen falsch wiedergeben oder Referenzen erfinden, weshalb eine überzeugende Darstellung allein keine ausreichende Prüfung ersetzt.

Achte beispielsweise darauf, ob eine Quelle den genannten Zeitraum abdeckt, ob eine Zahl tatsächlich dort steht und ob die Schlussfolgerung durch diese Angaben getragen wird. Bei einem Vergleich solltest du zusätzlich prüfen, ob die verglichenen Werte unter denselben Bedingungen erhoben wurden.

Auch ein sorgfältig formulierter Prompt bleibt ein Arbeitsauftrag, dessen Ergebnis du prüfen musst, bevor du danach handelst.

Hol dir die Vorlagen für deine nächste konkrete Aufgabe

Vielleicht liegt gerade eine Kundenmail, ein längerer Text oder eine Wochenübersicht vor dir, bei der du ChatGPT gerne Arbeit abgeben würdest. Nimm eine solche Aufgabe als Ausgangspunkt und lege fest, welches Ergebnis du brauchst, welche Angaben verbindlich sind und woran du die fertige Antwort prüfen wirst.

In meinem kostenlosen Guide „Der ChatGPT-Durchbruch“ findest du auf 14 Seiten drei Regeln für klarere Arbeitsaufträge, fünf Prompts zum Kopieren und Anpassen sowie acht praktische Funktionen mit verständlichen Erklärungen. Ein Spickzettel hilft dir dabei, die wichtigsten Grundlagen bei deiner nächsten Aufgabe griffbereit zu haben.

Du kannst den Guide in etwa zehn Minuten lesen und die Grundlagen mit einem kostenlosen ChatGPT-Konto anwenden, wobei für einzelne Funktionen Nutzungslimits gelten können. Nach deiner Anmeldung und der Bestätigung deiner E-Mail-Adresse erhältst du das PDF sowie weitere E-Mails zum Thema ChatGPT, von denen du dich jederzeit wieder abmelden kannst. 

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Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater