Aus 200 Millionen fast 40 Milliarden, dann der Absturz: Die Aschenbrenner-Story
Datum: 30 Juli 2026
Aus 200 Millionen Dollar fast 40 Milliarden gemacht. Dann der Margin Call und der riesige Fall. Das Ganze in weniger als zwei Jahren. Was für eine krasse Story von Leopold Aschenbrenner. Das wollen wir heute im Snippet besprechen.
Willkommen beim Snippet
Leute, einen wunderschönen Freitag. Es ist der 31. Juli, der letzte Tag des Monats. Ich selbst bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. In diesen täglichen Snippets gebe ich dir den einen für mich wichtigsten Gedanken des Tages weiter, der heute meine Entscheidungen steuert, damit du auch weißt, was für mich ein echtes Signal und was lediglich Lärm ist.
Da muss man definitiv über den KI-Hedgefonds-Manager und das Wunderkind Leopold Aschenbrenner und seinen Hedgefonds Situational Awareness sprechen. Denn der ist gestern praktisch implodiert und hat dann aber die Aktien komplett nach oben gerissen. Jetzt ist natürlich so ein bisschen die Frage, ist es denn jetzt wirklich der Boden oder nicht? War es das Ganze, oder wohin geht die Reise weiter?
Wer ist Leopold Aschenbrenner
Vielleicht ganz kurz mal der Ablauf aus dem Ganzen. Was ist hier überhaupt passiert? Leopold Aschenbrenner, Deutscher, war mit 19 Jahrgangsbester an der Columbia University. Dann zu OpenAI ins Superalignment Team, wurde dann 2024 gekündigt, offiziell wegen eines Leaks. Er sagt, weil er das Board vor chinesischer Spionage gewarnt hat. Es ist nicht ganz so klar, was da wirklich passiert ist.
Er hat dann dieses Essay, Situational Awareness, geschrieben, ein 165-seitiges Essay, und hat dort vorhergesagt, dass generelle Intelligenz in den nächsten Jahren kommen wird. Das Essay ist auch viral gegangen, und er hat gesagt, wichtig ist, dass man hier nicht unbedingt auf KI selbst wettet, sondern auf die ganzen Sachen drumherum. Es geht also um die Infrastruktur drumherum.
Der Aufstieg: fast 2000 Prozent
Er hat dann den Situational Awareness Fund gelauncht und 200 Millionen Dollar dafür aufgestellt. Einerseits von den Collison-Brüdern, die von Stripe sind, von Nat Friedman, Daniel Gross, sogar Jane Street. Also Leute, die normalerweise nie externe Manager unterstützen und hier dann halt schon. Er wurde wirklich wie so ein KI-Wunderkind gehandelt.
Er hat sich dann extrem in Speicherchips eingekauft, hier auch in SK Hynix. Das ist einer der Gründe wegen Korea, warum Korea gerade im letzten Monat so brutal implodiert ist. Dann in Stromanbieter, Rechenzentren, CoreWeave, Nebius, im Prinzip alles, was von KI nicht nur profitiert, sondern gebraucht wird. Gleichzeitig ist er dann diese Sachen short gegangen, Dinge, die von KI praktisch aufgefressen werden, wie zum Beispiel Software, Adobe und so weiter.
Er hat das Ganze mit nur 8 Mitarbeitern aufgebaut und brutale Renditen gehabt. 200 Prozent im Plus 2025, dann nochmal 270 Prozent bis Mai 2026, allein im ersten Halbjahr dieses Jahres 439 Prozent. Wenn man das alles zusammenzählt, fast 2000 Prozent seit dem Start. Aus knapp 200 Millionen wurden auf dem Papier fast 40 Milliarden Dollar. Die Leute sind natürlich auf das Ganze aufgesprungen, es wurde auf Social Media gehandelt, und alles, was er gekauft hat, haben die Leute natürlich nachgekauft. Und sie haben vergessen, dass das Ganze natürlich teilweise extrem verzögert ist.
Der Fall: Hebel, Rotation und die Haie
Am Ende ist nicht so ganz klar, wie es wirklich abgegangen ist, es gibt da die unterschiedlichsten Spekulationen. Einerseits gibt es die Spekulation, dass er sich schon Anfang Q2 ein bisschen verspekuliert haben könnte. So ganz klar ist es aber nicht. Was aber ziemlich klar ist, ist, dass er gerade Ende Juni, Anfang Juli Positionen gehabt hat, die gegen ihn gelaufen sind.
Er hat dann zuerst versucht, dass diese Positionen nachgekauft werden. Denn gerade Ende Q2, Anfang Q3 war so diese Rotation ein bisschen drin. Alles, was in Q2 gut gelaufen ist, ist dann plötzlich in Q3 nicht mehr gut gelaufen, und andersrum. Da haben ihn diese Positionen, die in Q2 richtig gut für ihn waren, dann plötzlich in die Gegenrichtung zerstört.
Er hat dann immer mehr Hebel aufgebaut und hatte am Peak einen vierfachen Hebel. Das muss man sich mal vorstellen. Das heißt, ein 25-Prozent-Move löscht alles aus. Genau wenn du dir jetzt die letzten Wochen anschaust, war es teilweise wirklich 5 Prozent runter, 6 Prozent runter. Bei einem vierfachen Hebel geht es bei ihm dann gleich 20, 25 Prozent runter.
Er hat dann versucht, Leute zu motivieren. Gerade noch vor 10 Tagen hat er gesagt, ja, jetzt die beste Kaufgelegenheit, jetzt nachkaufen, nachkaufen, nachkaufen. Da heißt es so ein bisschen, dass einige Fonds und hier auch Ken Griffin von Citadel einfach gemerkt haben, okay, da ist jemand richtig overleveraged. Und das ist halt Wall Street. Es sind dann Haie, die schießen dort rein und haben aktiv gegen ihn getradet.
Der Deal mit Ken Griffin
Gestern dann, am 30. Juli, waren die Margin Calls von JP Morgan, von Goldman, von Bank of America zu viel. Millennium, Jane Street, einfach riesengroße Fonds, die haben dann die Reißleine gezogen und gesagt, sie wollen jetzt das Geld. Am Ende musste Aschenbrenner den gesamten Fonds, also die gesamte Position, in einer einzigen Transaktion an Ken Griffins Citadel verkaufen.
Das ist auch Ken Griffins Markenzeichen. Der hat das damals 2006 mit Amaranth gemacht, dann mit Sowood 2007, das war um 3 Uhr nachts. Er hat das mit E-Trade in der Finanzkrise auch gemacht. Er ist jemand, der einfach das Cash hat und hier aggressiv reinfährt. Viele haben auch gesagt, dass zum Beispiel seine Aussagen zur Fed, wo er ja so ein bisschen Gerüchte geschürt hat, dass die Fed die Zinsen erhöhen könnte am Mittwoch, und viele Bewegungen gegen diese KI-Positionen in den letzten Wochen genau dafür waren, weil er sich für diesen Kauf vorbereitet hat.
Am Ende, was hat der Fonds bekommen? Er hat angeblich 10 Milliarden Dollar dafür bekommen und behält sich auch den Anthropic-Teil. Dementsprechend überlebt der Fonds, der Ruf nicht, das muss man ganz klar sagen, die Aura auch nicht, aber die Investoren haben hier am Ende ziemlich gut davon profitiert. Man kann auf keinen Fall sagen, dass das nicht richtig ein guter Deal war. Ich fand gut, was hier rausgekommen ist.
Was danach an der Börse passierte
Was ist dann passiert? Gestern sind die Aktien nach oben geschossen, all die Sachen, die in den Wochen zuvor ziemlich unter Druck waren. Jetzt war natürlich so ein bisschen die Frage, liegt es daran, dass Aschenbrenner in den Wochen zuvor versucht hat, die Positionen aufzulösen, und dadurch die Aktien runtergedrückt hat? Oder war es gestern eine falsche Recovery-Rally? War das jetzt einfach mal der Boden?
Bei uns im Inner Circle und im Family Office glaube ich, dass jetzt die Möglichkeit da ist, Positionen anzufangen aufzubauen. Ich würde hier keine vollen Positionen machen, das ist gefährlich, aber ich glaube, anzufangen und in gewisse Positionen hier Dollar-Cost-Averaging zu machen, könnte Sinn ergeben.
Was ich daraus mitnehme
Wir sehen das aber natürlich die ganze Zeit. Wir haben das in Krypto gesehen mit FTX, mit Three Arrows Capital. Wir haben das auch bei Archegos gesehen, der nicht bei Krypto, sondern generell implodiert ist. Man könnte auch bei Cathie Wood mit ARK ein ähnliches Thema sehen.
Eine Sache, die man sich hier auf jeden Fall merken kann: Aschenbrenner hatte mit ganz vielen Sachen recht, nur mit einer Sache eben nicht, dass man im Investmentgame zuerst überleben muss, um am Ende recht zu behalten.
Für mich sind es zwei Zitate als schöne Erinnerung. Einerseits von Charlie Munger: Es gibt drei Wege, wie kluge Leute an der Börse bankrottgehen, Ladies, Liquor und Leverage. In dem Fall war einfach Leverage das Ding, das ihn am Ende wirklich gekillt hat. Andererseits denkt sich Ken Griffin sicher, wenn ein Mann mit viel Erfahrung auf einen Mann mit Geld trifft, dann bekommt der Mann mit dem Geld die Erfahrung und derjenige mit der Erfahrung das Geld. Genau so war es dann auch.
Merksatz des Tages
Du kannst mit fast allem recht haben und trotzdem alles verlieren. Im Investmentgame musst du zuerst überleben, um am Ende recht zu behalten.
Die Aschenbrenner-Story zeigt: Eine richtige These reicht nicht.
Du kannst KI, Speicherchips, Rechenzentren und Energie früh erkennen und trotzdem verlieren, wenn der Hebel zu groß wird. Im Investmentgame musst du zuerst überleben, um am Ende recht zu behalten.
Deshalb suche ich keine Positionen, bei denen alles perfekt laufen muss. Ich suche Unternehmen mit echter Substanz, starkem Cashflow, solider Marktposition und einem vernünftigen Chance-Risiko-Verhältnis.
Gerade nach solchen Abverkäufen wird es spannend: Welche guten Unternehmen wurden zu stark mitverkauft, und welche waren einfach zu teuer?
Dazu habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:
Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt
Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell in dieses Umfeld passen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter: Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt
