Drei Gegenstimmen bei der Fed: Warum der September zur Schicksalssitzung werden könnte
30. Juli 2026
Daily Snippet

Drei Gegenstimmen bei der Fed: Warum der September zur Schicksalssitzung werden könnte

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 30 Juli 2026

Drei eigene Präsidenten stimmen gegen die Fed, wollen höhere Zinsen. Trotzdem bleibt der Zinssatz beim Alten. Was diese Spaltung für dein Depot heißt und warum der September zur Schicksalssitzung werden könnte, schauen wir uns heute im Snippet an.

Willkommen beim Snippet

Leute, einen wunderschönen Donnerstagmorgen, es ist der 30. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. Ich bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. In diesen Snippets bekommst du meinen wichtigsten Gedanken des Tages, damit du auch weißt, was zurzeit im Markt für mich Signal und was lediglich Lärm ist. Starten wir direkt hinein.

Die Fakten

Als Allererstes die Fakten. Gestern Abend das Federal Open Market Committee der Fed. Der Leitzins bleibt gleich bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Das ist die fünfte Pause in Folge. Jetzt haben wir den Knackpunkt. Das Votum war 9 zu 3. Hammack, Kashkari und Logan wollten eigentlich 25 Basispunkte rauf. Im Juni war es noch einstimmig, 12 zu 0. Es ist also die erste offene Revolte unter Kevin Warsh.

Das Statement von ihm war hier besonders kurz. Wie schon erwartet und wie schon vor sechs Wochen erwähnt, gab es von ihm keine Prognosen, es gab keine Richtung. Und das, obwohl die Inflation hier mit 4,2 Prozent der höchste Wert ist, obwohl die Energie natürlich ein ziemlicher Treiber ist, obwohl im Juni die Inflation zwar wieder runter ist, aber natürlich hier schon so ein bisschen Angst mit dem Iran mitschwingt. Der Arbeitsmarkt scheint einigermaßen konstruktiv zu sein, das Thema Rezession ist also nicht ganz so relevant. Trotzdem kam hier von der Fed nichts, und trotzdem wollten drei Dissenter die Zinsen rauf. Das letzte Mal, dass wir so viele Dissenter hatten, ist jetzt fast zehn Jahre her.

Lärm und Signal

Lärm ist natürlich, dass wir hier drei Dissenter haben. Es ist laut, es ist aber eine Minderheit. Am Ende will die Mehrheit hier die Daten abwarten, will keine Änderung. Das ist natürlich der News Cycle. Am Ende gibt es uns dadurch, dass Kevin Warsh hier so knapp geantwortet hat, eigentlich wenig Substanz, um sonst groß die Gerüchteküche anzuheizen.

Was ist dann jetzt hier irgendwie Signal? Das ist gar nicht so einfach, weil wir unter Warsh tatsächlich im Gegensatz zu Powell einfach wenig bekommen. Am Ende bleibt die Fed auf jeden Fall hawkisch, das kann man schon so ein bisschen reininterpretieren. Der Fokus ist auf die Preisstabilität, man will die 2 Prozent Inflation haben, und das wird jetzt natürlich alles ein bisschen auf die Datenpunkte abgewartet. Von dem her schauen wir mal, was im Juli die Inflation macht, wie die Arbeitsmarktdaten sind, wie lange der Iran-Konflikt noch geht. Das ist natürlich ein Knackpunkt.

Interessant, die Börse hat hier sehr, sehr bearish auf das Ganze reagiert, Edelmetalle waren sehr, sehr konstruktiv. Schon interessant, wie vorsichtig der Markt hier an das Ganze so ein bisschen reingeht.

Was das aus CIO-Sicht heißt

Für mich aus der CIO-Sicht ist die Pause absolut richtig. Eine Zinserhöhung wäre brutal gewesen. Ich glaube auch nicht, dass wir dieses Jahr irgendwie eine Zinserhöhung sehen. Die Gefahr ist immer da, aber jetzt herzugehen und dieses Jahr eine Zinserhöhung zu machen, das wäre schon brutal.

Am Ende mache ich bei mir im Portfolio genau das Gleiche, was ich eh zurzeit mache: cashflowstarke Aktien, cashflowstarke Titel. Ich wette jetzt nicht auf steigende Zinsen und auch nicht auf sinkende Zinsen. Ich glaube, beides wird nicht passieren. Ich glaube, dass sich die Risk-on-Sachen teilweise sehr, sehr schwertun werden. Das ist natürlich mit der Portfolioallokation zurzeit einfach auch der absolute Fokus. Wie gesagt, ich habe es erwähnt, der Juli war für ganz viele sehr schwer. Ich bin grün im Juli, und das ist natürlich die Allokation hier. Wenn du die genauen, konkreten Allokationen haben willst, schau dir das Daily an, den Link dazu findest du auch unten in der Beschreibung.

Merksatz des Tages

Die Fed kann Öl nicht drucken. Der Ölpreis wird aber am Ende ganz viel für die Fed im September-Meeting beeinflussen.

Genau hier wird es für dein Portfolio spannend.

Ich will gerade nicht blind darauf wetten, ob die Fed im September erhöht, senkt oder wieder pausiert. Öl, Inflation, Arbeitsmarkt und Iran können das Bild jederzeit verändern.

Deshalb schaue ich stärker auf Unternehmen, die unabhängig davon funktionieren.
Echter Cashflow, starke Marktposition, solides Geschäftsmodell, bewertung, die wieder Sinn ergibt.

Genau dazu habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:
Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich aktuell besonders spannend finde, wenn Märkte zwischen Fed, Öl, Inflation und Zinsen hin- und herspringen.

Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell in dieses Umfeld passen, lade dir das PDF hier kostenlos herunter:
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Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater