Micron liefert Rekordzahlen: Warum der Markt diesmal nicht abverkauft hat
Datum: 25. Juni 2026
Micron hatte gestern Earnings und hat Zahlen geliefert, die vor 18 Monaten noch undenkbar gewesen wären. Richtig brutales Wachstum.
Und anders als Broadcom oder Nvidia in den Wochen davor wurde dieser Wahnsinns Speed nicht abverkauft, sondern belohnt. Die Aktie ist nachbörslich 13 Prozent auf über 1.000 Dollar gegangen.
Das Ganze an einem Tag, an dem der Dienstag schon recht rot war und auch der Mittwoch eigentlich recht rot lief. Plötzlich kommt bei Micron so ein Hopium rein.
In den nächsten Minuten verstehst du, warum Micron die Ausnahme in dieser ganzen Serie an Reports ist und warum ich bei dieser Bewertung trotzdem vorsichtig bin.
Leute, einen wunderschönen Donnerstagmorgen. Es ist der 25. Juni. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.
Micron liefert brutale Zahlen
Starten wir ins Micron Thema hinein.
Als Erstes die Fakten: Micron hat gestern nachbörslich Rekordzahlen für das dritte Quartal geliefert. Der Umsatz im Quartal lag bei 41,46 Milliarden Dollar. Der Konsens lag bei 34 Milliarden Dollar.
Das ist mehr als 74 Prozent Wachstum zum Vorquartal und ein ziemlicher Beat.
Der Gewinn lag bei 25 Dollar pro Aktie in einem Quartal. Auf das Jahr gerechnet wären das ungefähr 100 Dollar. Auch das ist super krass, wenn man sich das einmal überlegt.
Der Konsens lag nur bei 20 Dollar. Also auch hier ein deutlicher Beat.
85 Prozent Bruttomarge
Die Bruttomarge ist einfach crazy.
85 Prozent Marge. Ich meine, das ist wie ein Softwareunternehmen.
Kein Wunder also, dass die Aktie nach oben gegangen ist. 13 Prozent plus. Der eigentliche Hammer ist aber die Guidance für das nächste Quartal.
Micron erwartet 50 Milliarden Dollar Umsatz. Die Bruttomarge soll weiter oben bleiben, bei 86 Prozent. Die Gewinnerwartung liegt bei 31 Dollar pro Aktie.
Meine Fresse, was für ein Unternehmen.
Der strukturell wichtigste Punkt
Das strukturell Wichtigste sind aber nicht nur die Zahlen.
Micron hat 16 strategische Kundenverträge über rund 100 Milliarden Dollar. Das ist vertraglich gesichert.
Und genau das ist der riesige Unterschied zu vielen anderen KI und Chip Storys, bei denen sehr viel Hopium drinsteckt.
In diesem Fall liefert Micron die Receipts.
Die Nachfrage ist nicht nur eine schöne Zukunftserzählung. Sie ist vertraglich unterlegt. Und dafür wird die Aktie natürlich belohnt.
Was ist Lärm?
In dem ganzen Hype und Hopium muss man trotzdem sauber trennen.
Lärm sind eigentlich alle Zahlen aus der Vergangenheit.
Der Beat ist geil. Der Gewinn ist geil. Die Bruttomarge ist geil. Das Rekordquartal ist geil.
Aber am Ende ist das alles Rückblick.
Als Investor investierst du in die Zukunft. Deshalb sind die vergangenen Zahlen zwar wichtig, aber sie sind nicht der eigentliche Kern.
Was ist Signal?
Signal ist alles, was nach vorne zeigt.
Und hier geht es nicht nur um einfache Vorhersagen. Das haben Broadcom und Nvidia auch gemacht und wurden trotzdem abgestraft.
Der große Unterschied bei Micron sind die 100 Milliarden Dollar an vertraglich gesicherten Kundenverträgen.
Das ist ein knallharter Beleg, dass die Nachfrage real ist.
Dazu kommt die klare Aussage, dass die Knappheit über 2027 hinaus anhalten soll. Das ist ein riesiger Punkt für die strukturelle These.
Das bedeutet: Es sieht nicht nur nach einem kurzfristigen Hype aus, der danach komplett implodiert.
Das große Aber
Natürlich gibt es trotzdem ein Aber.
Viel Hopium ist bereits eingerechnet.
Was passiert, wenn Hyperscaler wie Facebook, Google und andere plötzlich ihr CapEx drosseln?
Was passiert, wenn KI Modelle effizienter werden?
Was passiert, wenn die Nachfrage nicht auf diesen extrem hohen Werten bleibt?
Als Investor investierst du bei einem Unternehmen nicht nur ins nächste Jahr. Es geht um Jahre.
Und genau dort kann sich die Situation noch anders entwickeln, gerade wenn schon so viel Hoffnung im Preis steckt.
Fundamentale Stärke und Bewertungsfrage trennen
Was mache ich also mit meinem Portfolio?
Ich trenne klar zwischen fundamentaler Stärke und Bewertungsfrage.
Micron beweist, dass die Memory These echt ist. Und das ist auch exakt das, was ich die ganze Zeit sage.
Ich sage nicht, dass hier einfach die Bubble platzt. Ich sage, dass die Bewertungen langsam ziemlich crazy werden.
Und genau deshalb muss man bei jedem Unternehmen unterscheiden: Ist die These echt? Und ist der Preis noch attraktiv?
Warum ich dem 13 Prozent Pop nicht hinterherjage
Ich jage keine Aktie, die gerade 13 Prozent gesprungen ist.
Ganz im Gegenteil.
Ich habe Micron vor über einem Jahr gekauft. Es gab eine fette Rallye bis Anfang des Jahres. Dann habe ich Gewinne mitgenommen. Vor drei Monaten habe ich noch einmal gekauft und jetzt ebenfalls wieder Gewinne mitgenommen.
Jetzt suche ich mir die nächsten Dinge, bei denen man meiner Meinung nach wieder unterbewertet einsteigen kann.
Das heißt nicht, dass ich komplett aus Micron rausgehe. Ich glaube auch nicht unbedingt, dass Micron jetzt implodiert.
Aber das Risk Reward verschiebt sich für mich woanders hin.
Preis und Wert sind zwei verschiedene Dinge
Micron ist fundamental unglaublich stark.
Das Unternehmen liefert Zahlen, die brutal sind. Umsatz, Gewinn, Marge, Guidance, Kundenverträge, Knappheit bis über 2027 hinaus. Das ist alles stark.
Aber der Preis ist eben auch dementsprechend teuer.
Und das muss man als Investor sauber überlegen.
Es reicht nicht zu sagen: Das Unternehmen ist gut, also muss ich kaufen.
Ein gutes Unternehmen kann bei einem zu hohen Preis trotzdem ein schwieriger Kauf sein.
Was ich jetzt beobachte
Für mich sind jetzt ein paar Punkte entscheidend:
- Bleiben die Margen wirklich so hoch?
- Werden die 100 Milliarden Dollar Kundenverträge sauber umgesetzt?
- Hält die Knappheit wirklich bis über 2027 hinaus?
- Drosseln Hyperscaler irgendwann ihre CapEx Ausgaben?
- Werden KI Modelle effizienter und reduzieren damit die Nachfrage?
- Bleibt das Risk Reward nach dem starken Kursanstieg noch attraktiv?
Das sind die Fragen, die jetzt wichtiger sind als der reine Earnings Beat.
Merksatz des Tages
Preis und Wert sind zwei verschiedene Dinge. Preis ist das, was du bezahlst. Wert ist das, was du bekommst. Micron hat unglaublich gute Zahlen, aber einen dementsprechend teuren Preis.
Genau Micron zeigt, wie wichtig es ist, Preis und Wert sauber zu trennen.
Das Unternehmen liefert brutale Zahlen: Rekordumsatz, extreme Margen, starke Guidance und 100 Milliarden Dollar an vertraglich gesicherter Nachfrage. Fundamental ist das beeindruckend.
Aber ein starkes Unternehmen ist nicht automatisch ein guter Kauf zu jedem Preis.
Nach einem 13 Prozent Sprung und einer Bewertung, in der schon sehr viel Hoffnung steckt, wird die eigentliche Frage wichtiger:
Wo ist das Risk Reward jetzt noch attraktiv?
Denn genau dort entstehen die besseren Investmententscheidungen. Nicht beim Hinterherlaufen nach dem großen Pop, sondern bei Unternehmen, bei denen Substanz, Bewertung und Zukunftschance zusammenpassen.
Deshalb habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet: Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt
Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem Umfeld besonders spannend finde und worauf ich achte, wenn Märkte zwischen KI Hype, echten Cashflows, Bewertung und langfristiger Qualität unterscheiden müssen.
Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell spannender aussehen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter:
