Quantencomputer: Goldrausch oder Pump and Dump?
22. Mai 2026
Daily Snippet

Quantencomputer: Goldrausch oder Pump and Dump?

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 22. Mai 2026

2 Milliarden Dollar von der US-Regierung werden in Quantencomputerfirmen investiert. Die Quantencomputeraktien sind dementsprechend nach oben geschossen. IBM 12 Prozent rauf, D-Wave 33 Prozent, Rigetti sogar 30 Prozent.

Das klingt nach einem Goldrausch. Aber genau deshalb müssen wir uns anschauen, was hier wirklich Signal ist, was Lärm ist und was du als Investor daraus machen könntest.

Leute, einen wunderschönen Freitagmorgen. Es ist der 22. Mai 2026. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. 

Die Fakten zum Quantencomputer-Deal

Gestern, am 21. Mai, hat das US-Handelsministerium einen Letter of Intent für 2 Milliarden Dollar an neun amerikanische Quantenfirmen vergeben. Das Geld kommt aus dem sogenannten CHIPS Act.

Die Aufteilung sieht so aus: IBM bekommt eine Milliarde Dollar. Global Foundry bekommt 175 Millionen Dollar. Je 100 Millionen Dollar gehen an D-Wave, Rigetti, Inflection, Atom Computing, SciQuantum, Quantinium. 38 Millionen Dollar gehen an Dira.

Der Clou an dem Ganzen: Der Staat bekommt für das Geld Firmenanteile an jeder dieser Firmen.

Bei IBM legt IBM selbst noch einmal eine Milliarde Dollar in Albany drauf. Und das ist wirklich das erste reine Quantenfoundry in den USA. Es gibt also einen klaren Fokus auf dieses ganze Quantencomputer-Thema.

Die Marktreaktion war extrem bullish

Die Marktreaktion war dementsprechend bullish. IBM legt 12 Prozent zu. D-Wave 33 Prozent. Rigetti 30 Prozent. Auch die anderen Firmen schnalzen natürlich nach oben.

Das sieht auf den ersten Blick nach einem massiven Signal aus. Man muss aber ein bisschen aufpassen. Das ist nicht einfach nur der reine Pump per se.

Denn genau hier kommen wir zum Lärm.

Was ist Lärm?

Die Kursexplosion hat natürlich ganz viel mit Short Squeezes zu tun. Da waren viele Fonds short und das hat es jetzt komplett zerrissen. Es zeigt wieder einmal, wie gefährlich Shorten in solchen Situationen sein kann.

Lärm ist auch die reine 2-Milliarden-Dollar-Schlagzeile. Denn es sind erst einmal Equity Stakes. Es ist außerdem ein Letter of Intent. Man muss also noch schauen, was davon wirklich kommt und was tatsächlich umgesetzt wird.

Lärm ist auch die Vorstellung, dass Quantencomputer jetzt schon alles können und plötzlich ein ganz normaler kommerzieller Umsatz entsteht. Ich verstehe, dass dieses Thema im Kryptobereich extrem sensibel ist. Und ich glaube auch, dass Quantencomputer irgendwann den Kryptobereich stark angreifen werden.

Aber davon sind wir noch ein Stück entfernt. Vieles davon ist aktuell noch Lärm.

Was ist Signal?

Signal ist für mich zuerst einmal, dass die US-Regierung selbst in diesen Bereich investiert. Das ist ein ziemlich klares Zeichen.

Wir haben das in den letzten Monaten auch bei Intel gesehen. Dort war es bei Chips ein ähnliches Thema, und Intel war danach sehr stark unterwegs. Wenn der Staat in einen Bereich hineingeht, ist das ein relevantes Signal.

Das zweite Signal ist aber auch: Wenn man hier nicht vorher schon zufällig investiert war, kann es gefährlich sein, jetzt im Nachhinein einfach hinterherzuspringen.

Die Aktien wurden jetzt extrem nach oben gepumpt. Man muss aufpassen, dass man nicht in einen Pump und danach in einen Dump hineingerät. Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt.

Der wichtigere Bereich liegt vielleicht in der Supply Chain

Der wichtigste Punkt für mich ist aber ein anderer: Die US-Regierung zeigt mit diesem Schritt, dass die gesamte Supply Chain rund um Chips, Energie, Steuerelektronik und Infrastruktur extrem relevant wird.

Und genau dort liegen für mich wahrscheinlich die spannenderen Investments. Nicht unbedingt direkt in den Quantencomputerfirmen selbst.

Das ist auch genau das, was ich in meinem Portfolio mache. Ich schaue mir an, welche Firmen hier die Picks und Schaufeln liefern. Denn am Ende liegt dort oft der massive Cashflow.

Das ist ähnlich wie bei der ganzen KI-Story. Dort war Nvidia der große Profiteur, genauso wie viele andere Chipfirmen. Nicht unbedingt die Firmen, die vorne in den News stehen, sind immer die spannendsten. Oft sind es die Ticker, die man hintenrum recherchieren muss.

Genau diese Dinge schaue ich mir im Inner Circle beziehungsweise im Family Office genauer an.

Was heißt das für Investoren?

Für mich ist das Quantencomputer-Thema definitiv spannend. Aber es ist kein Bereich, in den man blind hineinspringen sollte, nur weil Aktien nach einer Regierungsnachricht 30 Prozent oder mehr nach oben schießen.

Der Staat zeigt hier klar, wohin die Reise in einem Sektor geht. Gleichzeitig muss man aber unterscheiden zwischen echtem langfristigem Signal und kurzfristiger Kursexplosion durch Short Squeezes, Schlagzeilen und Hype.

Wer hier investiert, sollte nicht nur auf die bekannten Quantencomputerfirmen schauen. Spannender kann die Frage sein: Welche Firmen profitieren in der Supply Chain? Wer liefert Chips, Energie, Steuerung, Infrastruktur und die technischen Grundlagen für diesen Sektor?

Merksatz des Tages

Wenn der Staat einsteigt, zeigt das klar, wohin die Reise in einem Sektor geht. Man muss aber trotzdem aufpassen, dass man nicht in einen Pump and Dump hineinfährt.

Solche Situationen zeigen, warum oberflächliche Marktreaktionen oft gefährlich sind.

Eine Regierungsnachricht kommt raus. Quantenaktien schießen 30 Prozent nach oben. Überall entstehen neue Goldrausch-Headlines. Aber die eigentliche Frage ist viel wichtiger:

Wo entsteht langfristig wirklich Wert?

Für mich liegt die spannendere Chance oft in der zweiten Ebene. Also bei den Firmen, die Chips, Energie, Steuerelektronik, Infrastruktur und technische Grundlagen liefern. Bei den Picks und Schaufeln. Genau dort entstehen in vielen Zukunftsmärkten die stabileren Cashflows.

Das ist der Blick, den wir im Inner Circle deutlich tiefer einnehmen.

Dort schauen wir uns an, welche Entwicklungen echte Signale liefern, welche Sektoren strukturell Rückenwind bekommen und welche Unternehmen davon profitieren können, bevor sie in jeder Schlagzeile stehen.

Wenn du solche Marktphasen nicht nur als Hype wahrnehmen möchtest, sondern verstehen willst, wie ich sie für mein eigenes Family Office einordne, dann kannst du dich hier für den Inner Circle bewerben: Zur Inner Circle Bewerbung

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater