Gehen im Family Office wirklich alle Trading-Ideen auf?
Datum: 15. Mai 2026
Gehen bei uns im Inner Circle beziehungsweise im Family Office immer alle Trades auf? Genau darüber möchte ich heute im Snippet sprechen und vor allem darüber, wie man so etwas richtig angeht.
Leute, einen wunderschönen Freitagmorgen. Es ist der 15. Mai. Herzlich willkommen zum Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.
Natürlich gehen nicht alle Trades auf
Ich teile immer wieder Trading-Ideen. Ich teile auch, dass mein Portfolio sehr gut läuft. Und dann bekomme ich natürlich immer wieder Fragen wie: Julian, kannst du nicht sagen, dass alle Trades aufgehen? Es funktioniert doch nicht immer alles.
Und natürlich gehen bei mir alle Trades auf. Natürlich nicht.
Am Ende ist es immer Risikomanagement. Das wichtigste Konzept ist wie in der Medizin: Nicht nur der Wirkstoff macht das Gift, sondern die Dosis des Wirkstoffs. Genau dieses Konzept verstehen die meisten Leute beim Investieren oft falsch.
Die Dosis macht die Wirkung
Im Investieren steckt dahinter ein sehr wichtiger Gedanke: Es ist relativ egal, wenn du oft falsch liegst, solange du nicht so viel wettest. Entscheidend ist, dass du in den Momenten, in denen du richtig liegst, auch groß genug gewettet hast.
Die Dosis macht die Wirkung. Und die Dosis macht auch das Gift.
Das unterschätzen viele extrem. Wenn jemand fragt: „Was sind die zehn Dinge, in die du investierst?“, dann ist das allein eigentlich nicht entscheidend. Ich kann bei neun Dingen falsch liegen. Wenn das zehnte Ding eine fette Wette ist und richtig aufgeht, kann sich das trotzdem extrem lohnen.
Das Beispiel Bitcoin
Ein gutes Beispiel hatten wir in den letzten zwei Wochen. Wir analysieren solche Dinge immer mit der KI. Wir hatten sechs potenzielle Trading-Ideen. Die unwahrscheinlichste Trading-Idee war eine Long-Bitcoin-Idee.
Die KI hat gesagt, es besteht wegen Michael Saylor die Chance, dass STRC verkauft, dadurch Bitcoin gekauft wird und Bitcoin dadurch kurzfristig eine Trading-Idee sein könnte. Wir haben das geteilt, angeschaut und Bitcoin hat in den letzten zwei Wochen wirklich schwach performt. Überraschend schwach, muss ich ganz klar sagen.
Ich habe auch gedacht, dass Bitcoin deutlich stärker ist. Aber nochmal: Die KI hat dieser Idee von allen sechs Trading-Ideen die schwächste Wahrscheinlichkeit gegeben. Die anderen fünf waren deutlich besser.
Warum Positionsgröße wichtiger ist als Rechthaben
Jetzt ist natürlich die Frage: Ist das schlimm oder nicht?
Das hängt davon ab, wie viel du in diese Long-Bitcoin-Trading-Idee gewettet hast. Wenn du mit zwei oder drei Prozent deines Portfolios drin bist, ist es egal. Wenn du natürlich mit 80 oder 90 Prozent drin bist, tut es weh.
Dann kommt Bitcoin nicht von der Stelle, während der ganze restliche Markt total abgeht.
Genau deshalb ist die Dosis so wichtig. Nicht jede Idee muss funktionieren. Aber du musst wissen, wie viel Gewicht du welcher Idee gibst.
Danach kommt die Reflexion
Nach der Dosis kommt die Reflexion. Woran lag es? Hattest du Glück? Hattest du Pech? Hast du eine schlechte Entscheidung getroffen? Oder war es eine gute Entscheidung, die einfach nicht aufgegangen ist?
Hier liegt ein riesiges Problem. Die meisten Leute glauben, sie treffen gute Entscheidungen und haben dann Pech, wenn es nicht aufgeht. Meistens ist es aber eher so, dass viele schlechte Entscheidungen treffen und einfach Glück haben, wenn es aufgeht. Wenn es dann nicht aufgeht, fehlt eben dieses Glück.
Das wollen sich viele nicht eingestehen. Genau deshalb tun sich Menschen langfristig so schwer, wirklich Vermögen aufzubauen.
Was die Bitcoin-Idee gezeigt hat
Die meisten Trading-Ideen gehen bei uns richtig gut auf. Aber es geht gar nicht nur um die Anzahl der Ideen, die richtig oder falsch sind. Viel wichtiger ist, wie hoch die Confidence in eine Trading-Idee ist.
Bei Bitcoin ist die Reflexion für mich klar: Irgendetwas ist fundamental problematisch. Irgendetwas ist hier zurzeit total schwach.
Wir haben massive ETF-Outflows in den letzten Tagen gesehen. Bis auf Saylor scheint niemand zu kaufen. Das Schneeballsystem wird irgendwann implodieren. Die meisten Leute verstehen das auch.
Wenn man also Long-Trading-Ideen bei Bitcoin macht, geht man gegen das Momentum. Und das Momentum ist aktuell sehr bearish und sehr schlecht. Dann ist es natürlich nicht ganz so einfach. In diesem Fall ist es nicht positiv aufgegangen.
Aber das ist egal. Die anderen Trading-Ideen laufen richtig gut. Und vor allem die Trading-Ideen mit hoher Confidence laufen gut.
Was für jede Portfolio-Struktur zählt
Genau das ist bei jeder Trading-Idee und bei jeder Portfolio-Strukturierung deutlich wichtiger: Nicht einfach nur die Frage, ob du richtig oder falsch liegst. Sondern wie viel du riskierst, wie hoch deine Confidence ist und ob deine Positionsgröße dazu passt.
Ein Portfolio besteht nicht aus einer einzigen Meinung. Es besteht aus Gewichtung, Risiko, Dosis und Reflexion.
Wenn dich solche Trading-Ideen, solche Konzepte und generell Portfolio-Strukturierung interessieren, dann schau dir das Daily Update an. Den Link findest du unten in der Beschreibung.
Merksatz des Tages
Nicht jeder Trade muss aufgehen. Entscheidend ist, wie groß deine Dosis ist, wie sauber du reflektierst und ob deine großen Wetten dort liegen, wo deine Confidence wirklich hoch ist.
Wenn dich genau diese Art von Einordnung interessiert, dann ist der Inner Circle wahrscheinlich der nächste sinnvolle Schritt.
Denn am Ende geht es bei Trading-Ideen nie nur um die Idee selbst. Es geht um Confidence, Positionsgröße, Risiko, Timing und die ehrliche Reflexion danach.
Genau das machen wir im Inner Circle deutlich tiefer.
Dort teile ich regelmäßig meine Marktgedanken, Trading-Ideen, Portfolio-Einordnungen und Research Reports aus der Perspektive meines Family Offices. Immer mit dem Ziel, Chancen sauberer einzuordnen, Risiken bewusster zu gewichten und bessere Entscheidungen zu treffen.
Gerade das Beispiel Bitcoin zeigt, warum das so wichtig ist. Eine Idee kann spannend klingen, aber trotzdem eine niedrige Confidence haben. Eine andere Idee wirkt vielleicht weniger spektakulär, hat aber die besseren Datenpunkte, das stärkere Momentum oder das bessere Chance-Risiko-Verhältnis.
Im Inner Circle geht es deshalb um mehr als einzelne Trades. Es geht darum, den Markt strukturierter zu sehen, Ideen besser zu gewichten und nicht einfach blind einer Meinung zu folgen.
Wenn du verstehen willst, wie ich solche Situationen für mein eigenes Family Office einordne und welche Überlegungen daraus für Portfolio und Trading entstehen, dann kannst du dich hier für den Inner Circle bewerben: Zur Inner Circle Bewerbung
