Neue KI-Modelle im Wochentakt: Muss man Google jetzt verkaufen?
Datum: 10. Juli 2026
OpenAI, xAI, Meta und Anthropic haben innerhalb der letzten Tage neue KI-Modelle vorgestellt. Einzig Google ist hier ein bisschen nach. Die haben zwar gesagt, im Juni kommt ein neues Flagship-Produkt. Heute ist der 10. Juli, und wir haben immer noch nichts Neues. Heißt das jetzt, dass man Google hier verkaufen muss und Meta kaufen muss, weil das alles eh ein bisschen gegessen ist? Was heißt das für unsere Investments?
Das KI-Modell-Rennen
Einen wunderschönen Freitagmorgen, es ist der 10. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. Ich bin Dr. Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. In diesen täglichen Snippets gebe ich dir den einen für mich wichtigsten Gedanken des Tages weiter, der heute meine eigenen Entscheidungen steuert. In wenigen Minuten weißt du, was für mich heute ein echtes Signal ist und was lediglich Lärm ist. Starten wir also in das KI-Thema hinein, besprechen diese ganzen Large Language Models und was das für unsere Investments heißt. Welche Firmen sind top, welche sind flop?
Die Fakten
In den vergangenen 10 Tagen hat praktisch jede große KI-Firma nachgelegt. Anthropic brachte Claude Sonnet 5, und genauso ist das Fable 5 wieder zurückgekommen. Bei xAI, jetzt SpaceX AI, startete Grok 4.5. Meta hat gerade diese Woche MuseSpark 1.1 veröffentlicht. OpenAI hat gerade das komplett neue GPT 5.6 in der Familie nachgelegt. Da gibt es drei Stufen, Solar als Spitzenmodell, Terra als Allrounder und Luna als die günstigste Variante.
Die Benchmarks im Detail
Bei Anthropic bleibt Claude Fable 5 in den unabhängigen Tests mit 60 Punkten knapp das intelligenteste öffentliche Modell. GPT 5.6 Solar liegt mit nur 59 Punkten aber praktisch gleichauf und kostet pro komplexe Aufgabe nur ein Drittel von Fable 5. Das ist also sehr attraktiv. Grok 4.5 erreicht 54 Punkte, ist damit leicht dahinter, hat aber deutlich niedrigere Kosten und super starke Coding-Leistungen.
Jetzt fehlt noch Meta. Die haben mit MuseSpark 1.1 ein agentisches Modell über eine eigene API vorgelegt. Wirkliche Benchmarks gibt es dafür noch nicht. Die Aktie ist daraufhin natürlich ziemlich nach oben, denn es war das erste Modell von der Meta-Seite, seitdem Meta ziemlich Gas gegeben hat, was KI angeht.
Was ist mit Google?
Jetzt natürlich die eine große Frage: Wie sieht es mit Gemini von Google aus? Hier wartet man auf Version 3.5. Das sollte jetzt im Juni bereits geliefert werden, also die Pro-Version. Die 3.5 Flash gibt es schon, aber das Entscheidende ist natürlich die Pro-Version, und die fehlt. Jetzt ist der 10. Juli, wir haben immer noch nichts von Google. Dazu kommt, Google hat einige der wichtigen Entwickler an Anthropic verloren.
Mein Blick und ein Disclaimer
Bei mir persönlich, ich weiß nicht, wie es bei dir ist, war gerade Anfang des Jahres Gemini das Modell, das ich verwendet habe, damals auch mit der ganzen Bildgenerierung, Nano Banana 2 Pro und so weiter. Dann ist es extrem zu Anthropic rübergewandert, und derzeit bin ich wieder bei OpenAI. Ich finde, es geht eher ein bisschen im Kreis, aber da ist zurzeit so die absolute Stärke.
Einen Disclaimer will ich hier absolut sagen. Ich selbst bin sowohl in Meta als auch in Google als öffentliche Firma investiert. Ich bin in Anthropic und in SpaceX und damit auch in SpaceX AI investiert. Das Einzige, wo ich keine Investments drin habe, ist OpenAI. Das ist einfach nur für den kleinen Disclaimer.
Lärm und Signal
Jetzt ist natürlich die Frage: Heißt das, dass Google komplett draußen ist und man hier Google verkaufen sollte? Da muss man Lärm und Signal unterscheiden.
Als Allererstes diese ganzen Benchmark-Punkte. Das ist am Ende zu einem riesengroßen Teil Lärm, denn einige der Modelle versuchen gerade bei diesen Benchmark-Tests einfach richtig gut abzuschneiden. Dazu muss ich sagen, 60 versus 59 Punkte, selbstverständlich auch 60 gegen 54 Punkte von Grok, das klingt toll, aber am Ende wird es wahrscheinlich kaum an Bedeutung haben. Nur weil so ein KI-Modell das bessere Modell ist, heißt das nicht unbedingt, dass es langfristig auch das gewinnende Produkt bei den Kunden ist.
Der Burggraben liegt nicht im besten Modell
Die Modellkrone wechselt inzwischen schneller, als Unternehmen ihre Jahresbudgets planen. So ein viraler Coding-Test oder irgendeine Demo sagt am Ende einfach nichts darüber aus, inwieweit die Nutzer das dann wirklich nutzen, wie hoch die Margen am Ende sind und ob sich solche Rechenleistungen für die Unternehmen tatsächlich rechnen.
Was ist das Signal darunter? Das Signal ist wirklich, dass der Burggraben nicht unbedingt im besten Modell liegt, sondern bei den Firmen, die die Daten haben, die die Kunden haben und die diesen Lock-in-Effekt am stärksten haben. Eines der Beispiele, wo man das extrem merkt, ist Apple. Apple selbst hat kein einziges KI-Modell, ist teilweise sogar bei den Handys und Laptops und auch bei der Software ein bisschen hinten nach, und trotzdem wechseln die Kunden nicht weg. Warum? Weil du dort so extrem Lock-in bist.
Das ist natürlich die Frage: Bei welchen KI-Modellen wird es auch in Zukunft so sein? Ich sehe das bei mir selbst, ich rotiere bei den KI-Modellen genauso herum.
Meta hat mit Abstand die größte Userbase weltweit, Milliarden über Milliarden an Kunden über WhatsApp, Facebook, Insta und so weiter. Google hat andererseits genauso eine riesengroße Kundenbasis, aber noch viel mehr eine riesengroße Datenbasis, über G Suite, über Gmail, über den Kalender, über YouTube, über die Cloud. Kein anderer Anbieter kann so viele Kunden ansprechen und gleichzeitig so viele Daten nutzen. Da ist natürlich auch ein extremer Lock-in.
Deshalb ist es ein ziemlich wichtiger Punkt zu verstehen: Google hat jetzt vielleicht zur Zeit wirklich wieder so einen Modellzyklus verpasst. Einen Modellzyklus zu verpassen ist aber nicht so dramatisch. Wenn es jetzt zwei oder drei Zyklen werden, dann würde ich mir ein bisschen mehr Gedanken über Google machen.
Meta zeigt hier ein bisschen, wohin der Markt gehen kann. Vom Chatbot mit der Meta AI hin zur echten Agentenplattform, die dann ganze Computer bedient. Das Ganze natürlich für Milliarden an Kunden. Das ist schon ziemlich spannend.
Was heißt das für mein Portfolio
Wie gesagt, ich bin eigentlich ziemlich happy mit meinen Investments dort. Google ist wahrscheinlich ein bisschen nach der Zeit, ich bin aber optimistisch, dass die nachziehen. Ich bin mit meinem Early-Stage-Investment bei SpaceX happy, bei Anthropic happy. Klar, ich würde auch gern bei OpenAI früh investiert haben. Habe ich aber nicht. Hätte, hätte, Blockchain-Kette. Das ändert jetzt einfach mal nichts.
Grundsätzlich stellt sich dann wieder die Frage: Liegt der Wert wirklich in den Large Language Models drin oder tatsächlich im End-Device? Das ist wiederum die absolute Apple-Wette. Das werden wir sowieso ein bisschen sehen. Von meiner Seite bekommt Google zur Zeit ein bisschen einen Freifahrtschein wegen der Größe. Viele weitere Modellzyklen darf man aber nicht verpassen. Am Ende entscheidet die Modellkrone zur Zeit den Newszyklus, aber Distribution, Kosten und die Kundengewohnheit sind am Ende entscheidend für den Cashflow und damit auch für den ultimativen Gewinner.
Merksatz des Tages
Die Modellkrone entscheidet zur Zeit den Newszyklus. Über den Cashflow und den ultimativen Gewinner entscheiden am Ende Distribution, Kosten und Kundengewohnheit.
Die Modellkrone wechselt. Der Cashflow entscheidet.
Bei KI schauen gerade alle auf das neueste Modell.
Claude vorne. GPT fast gleichauf. Grok günstiger. Meta mit neuer Agentenplattform. Google etwas zu spät. In ein paar Wochen kann die Rangliste schon wieder anders aussehen.
Für den Markt ist das spannend. Für dein Portfolio reicht es aber nicht.
Die wichtigere Frage ist: Wer verdient am Ende wirklich Geld damit?
Nicht das Modell mit dem besten Benchmark gewinnt automatisch. Entscheidend sind Distribution, Kosten, Daten, Kundengewohnheit, Lock-in und die Fähigkeit, aus KI echten Cashflow zu machen.
Genau dort wird es als Investor anspruchsvoll.
Google kann einen Modellzyklus verpassen und trotzdem extrem wertvoll bleiben. Meta kann über Milliarden Nutzer plötzlich viel stärker werden. Apple kann ohne eigenes Topmodell profitieren, weil die Kunden im System bleiben. Anthropic, OpenAI und xAI können technologisch vorne sein, aber die Monetarisierung muss trotzdem stimmen.
Das ist kein Markt, den man sauber einordnet, indem man nur die nächste Demo anschaut.
Im Inner Circle gehen wir solche Themen tiefer durch.
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