Entgleitet Trump gerade die Iran Situation?
10. Juni 2026
Daily Snippet

Entgleitet Trump gerade die Iran Situation?

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 10. Juni 2026

Entgleitet Trump gerade die Iran Situation? Die Märkte verkaufen extrem ab. Das Interessante ist aber: Der eigentliche Treiber ist nicht einfach der Iran Krieg selbst, sondern etwas, das daraus entsteht.

Es geht um Öl. Es geht um Inflation. Und am Ende geht es um die Fed.

Leute, einen wunderschönen Mittwochmorgen. Es ist der 10. Juni. Herzlich willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.

Neue Eskalation im Nahen Osten

Starten wir mit den Fakten.

Wir haben im Nahen Osten neue Angriffe gesehen. Zuerst hat Iran einen US Apache Helikopter in der Nähe der Straße von Hormus abgeschossen. Trump hat das ziemlich klar kommuniziert und sofort auf einen Gegenschlag gepocht.

Was ist passiert?

Öl ging sofort runter, dann sofort wieder rauf. Brent steht bei 92 Dollar, West Texas Intermediate bei 89 Dollar.

Das ist nicht irgendein Preisniveau. Das ist ein sehr wichtiges Preisniveau für den entscheidenden Punkt: Inflation.

Und genau das ist die große Sorge, die die Märkte gerade haben.

Der Markt verkauft ab, aber nicht wegen der Schlagzeile allein

Wir sehen dadurch wieder einen extremen Abverkauf bei Aktien. Besonders interessant ist, welche Aktien abverkauft wurden. Es sind vor allem die Titel, die in der Rallye stark gelaufen sind.

Warum?

Es geht um Kevin Warsh, den neuen Fed Chef. Nächste Woche steht das Fed Meeting an. Und dort wird es interessant, ob wir vielleicht schon eine Zinserhöhung sehen.

Das ist sehr unwahrscheinlich. Aber viel wichtiger ist das Signal für die nächsten Fed Meetings. Die zentrale Frage lautet: Kommen dort weitere Zinserhöhungen?

Die Arbeitslosendaten der letzten Woche sahen überhaupt nicht nach Rezession aus. Gleichzeitig sind die Märkte auf All Time Highs. Es floriert vieles. Und daraus entsteht die Angst, dass wir tatsächlich wieder Zinserhöhungen sehen könnten.

Das ist der entscheidende Punkt, den man verstehen muss.

Es geht um die Konsequenzen

Der Krieg selbst drückt die Aktien nicht direkt runter. Es sind die Konsequenzen. Vor allem die Angst vor Inflation.

Wenn Öl wieder steigt, steigen die Inflationserwartungen. Wenn die Inflationserwartungen steigen, kann die Fed Zinssenkungen komplett ausschließen. Dann geht es plötzlich nicht mehr um Zinssenkungen, sondern wieder um Zinserhöhungen.

Und das führt dazu, dass Investoren bei Aktien vorsichtiger werden und eher in Risk off Bereiche hineingehen.

Auch Edelmetalle sind spannend. Wir sind bei Edelmetallen mittlerweile fast in einem Bärenmarkt, weil der erhöhte Zins auch den Dollar nach oben gebracht hat. Und ein stärkerer Dollar setzt Edelmetalle ziemlich unter Druck.

Was ist Lärm?

Lärm sind Raketenbilder, Militärkarten und irgendwelche Generäle auf X, die so tun, als wüssten sie exakt, wie und wo es weitergeht.

Lärm ist auch der nächste Trend, bei dem es heißt: In zwei bis drei Tagen ist die ganze Eskalation wieder vorbei.

Das hören wir jetzt seit Wochen beziehungsweise seit Monaten.

Für mich ist das alles zu kurzfristig gedacht. Es bringt wenig, jeder Nahost Schlagzeile hinterherzujagen, wenn man die zweite Ordnung dahinter nicht versteht.

Was ist Signal?

Signal ist am Ende der Ölpreis.

Signal ist CPI, also Inflation.

Signal sind Inflationserwartungen, Dollarstärke, Realzinsen und die Frage, wie die Fed darauf reagiert.

Wenn Öl hoch bleibt und Inflationserwartungen steigen, muss die Fed härter bleiben. Und wenn die Fed härter bleibt, verändert das die Bewertung von Aktien, besonders bei Titeln, die stark über Zukunftserwartungen gelaufen sind.

Das ist der Zusammenhang, den viele übersehen.

Was heißt das für dein Portfolio?

Für dein Portfolio heißt das ganz einfach: Jage nicht jeder Iran Schlagzeile hinterher. Schau vielmehr auf die zweite Ordnung dahinter.

Wichtig sind:

  1. Ölpreis
  2. Inflationserwartungen
  3. Dollarstärke
  4. Realzinsen
  5. Zinssensibilität einzelner Aktien
  6. Cashflow Qualität der Unternehmen

Die Frage ist: Welche Aktien sind auf dieses Umfeld besonders sensibel?

Wenn du solche Titel im Portfolio hast, musst du überlegen, ob du herausrotierst. Gleichzeitig können Aktien mit starkem Cashflow spannender werden. Besonders Firmen, die vom starken Dollar profitieren, wenig Kreditdruck haben und kein großes Zinsproblem mit sich herumschleppen.

Genau diese Rotation habe ich vor knapp zehn Tagen gemacht. Seitdem ist sie sehr gut im Plus. Es war also eine gute Vorbereitung auf genau dieses Umfeld.

Warum Kevin Warsh jetzt wichtig wird

Spannend sind in diesem Zusammenhang vor allem die Menschen, die nächste Woche die Richtung vorgeben.

Kevin Warsh wird wichtig. Aber es geht nicht nur um ihn selbst. Auch die anderen Gouverneure auf der Welt spielen eine Rolle.

Entscheidend wird sein, wie sie die nächsten Monate einschätzen. Kommt weiter Druck über Öl und Inflation? Bleiben Zinsen länger hoch? Werden Zinssenkungen gestrichen? Oder wird sogar wieder über Zinserhöhungen gesprochen?

Das ist für Aktien gerade deutlich wichtiger als die nächste emotionale Schlagzeile aus dem Nahen Osten.

Der eigentliche Zusammenhang

Iran liefert aktuell die Schlagzeile. Aber die Fed entscheidet, ob daraus ein echter Marktschock wird.

Wenn Öl steigt und Inflationserwartungen nach oben gehen, muss die Fed reagieren. Und wenn die Fed härter wird, trifft das besonders die Aktien, die zuvor stark über Wachstum, Fantasie und niedrige Zinsen gelaufen sind.

Deshalb geht es nicht nur darum, ob im Nahen Osten geschossen wird. Es geht darum, was diese Eskalation für Öl, Inflation, Zinsen, Dollar und Aktienbewertungen bedeutet.

Merksatz des Tages

Iran liefert die Schlagzeile. Aber die Fed entscheidet, ob daraus ein echter Marktschock wird.

Bleib bei solchen Marktthemen auf dem Laufenden

Genau solche Situationen zeigen, wie schnell sich Märkte verändern können.

Heute ist es der Iran-Konflikt. Morgen sind es Ölpreise, Inflation, Fed, Zinsen, SpaceX, KI, Bitcoin oder die nächste große Unternehmensmeldung. Wer hier nur gelegentlich reinschaut, bekommt oft nur die Schlagzeile mit. Die entscheidende Einordnung liegt aber meistens eine Ebene tiefer.

Deshalb lohnt es sich, regelmäßig dranzubleiben.

Wenn du meine aktuellen Marktgedanken, wichtigsten Signale und Einschätzungen direkt bekommen willst, dann trag dich in meinen Newsletter ein.

Dort bekommst du regelmäßig Updates zu den Themen, die für dein Portfolio wirklich relevant sein können: Aktien, Makro, KI, Krypto, Rohstoffe, Geopolitik und die Frage, was davon Signal ist und was nur Lärm.

Wenn du also künftig schneller verstehst, was an den Märkten wirklich passiert, dann trag dich hier kostenlos in den Newsletter ein: Zum kostenlosen Newsletter

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater