Warum der Markt die Bomben im Iran praktisch ignoriert
8. Juli 2026
Daily Snippet

Warum der Markt die Bomben im Iran praktisch ignoriert

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 08. Juli 2026

Die Schlagzeilen überschlagen sich im Iran wieder. Seit den letzten 40 Stunden werden plötzlich wieder Ziele im Iran angegriffen, sowohl von den USA als auch als Rückschläge vom Iran. Man merkt hier schon klipp und klar, dass Trump versucht, alles in Ruhe zu halten, denn die wirklichen News kamen erst genau 17 Minuten nach Börsenschluss raus.

Die Ölreaktion ist ganz anders als zuvor, wo man bei so einem Angriff plötzlich 10, 20, 30 Prozent im Plus war. Diesmal sind es 3 Prozent im Plus. Genau das besprechen wir im heutigen Snippet: warum der Markt die Bomben praktisch ignoriert, was das Ganze heißen könnte und wie das Portfolio hier ausgerichtet werden soll.

Das Iran-Thema, das wir wochenlang kaum beachtet haben

Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. Ich bin Julian Hosp, Chief Investment Officer meines eigenen Family Offices mit über 100 Millionen Dollar Assets under Management. In diesem täglichen Snippet gebe ich dir den für mich wichtigsten Gedanken des Tages weiter, der heute meine eigenen Entscheidungen steuert. In wenigen Minuten weißt du, was für mich heute in den Märkten wirklich Signal ist und was wirklich Lärm ist.

Starten wir also in das Iran-Thema hinein, das wir praktisch schon seit ein paar Wochen fast gar nicht mehr beachten mussten. Hier war eigentlich schon ein bisschen alles unter der Decke. Ich glaube auch immer noch, dass es ziemlich unter der Decke ist, auch wenn es gerade jetzt in den letzten 24 Stunden wieder nicht so aussieht.

Die Fakten

Am Dienstag hat der Iran drei Handelsschiffe in der Straße von Hormuz angegriffen. Interessant war, dass untertags in den News nicht ganz klar war, dass es vom Iran kam, sondern es waren irgendwie unidentified objects. Man hat schon ein bisschen gemerkt, die Administration in den USA wollte die Börse hier nicht ganz nervös machen. Dazu muss man sagen, untertags hat der Ölpreis schon ein bisschen darauf reagiert, nicht wirklich stark. Die richtigen News kamen dann 17 Minuten nach dem US-Börsenschluss.

Die Reaktion der USA

Die Antwort der USA war, dass über 80 Ziele angegriffen worden sind. Kommandozentralen im Iran, Küstenradare, Anti-Schiffs-Stellungen, über 60 IRGC-Schnellboote. Das ist hier der größte Rückschlag, seitdem diese Waffenruhe in diesem MOU drinnen ist. Am Ende hat man hier ziemlich Gas gegeben, und die Rückreaktion vom Iran war auch da.

Da merkt man aber, dass weniger an Macht da ist als noch vor drei Monaten. Die USA hat hier schon ziemlich den Druck. Den einzigen Trumpf in der Hand hat einfach der Iran, indem man die Straße von Hormuz wieder zumachen würde. Das ist aber noch nicht wirklich geschehen. Die Tanker fahren hier offensichtlich weiter, trotz dieser Angriffe. Dementsprechend war auch die Reaktion am Ölmarkt ziemlich verhalten.

Die Reaktion am Ölmarkt

Öl tradet über die Futures praktisch den ganzen Tag, die Börse hatte diese Möglichkeit nur über die Futures. Hier ging es leicht rauf. Untertags war es schon ein paar Prozent im Plus, auf die News, dass wirklich Angriffe geflogen sind, nochmal drei Prozent rauf. Öl steht jetzt knapp über 70 Dollar.

Es ist aber bei weitem noch nicht so, dass es jetzt crazy wird. Jeder Ölpreis um die 70 Dollar ist eigentlich ganz normal. Auch die Futures an den Aktienmärkten haben sich nicht wirklich groß bewegt. Zurzeit reißt der Markt das also nicht dramatisch ein. Das bringt mich auch gleich zu Lärm und Signal.

Lärm und Signal

Wenn man das versteht, versteht man auch, was man zurzeit ein bisschen machen sollte. Generell die Headlines, dass jetzt hier eskaliert wird, dass es 80 Ziele sind, dass es die größte Auseinandersetzung seit der Waffenruhe ist: Ganz ehrlich, all das ist für mich Lärm. Man sieht auch, Trump will zwar diese Headlines haben, er will hier mit der Eisenfaust dastehen, auf der anderen Seite will er aber nicht, dass die Börse stark darauf reagiert. Ansonsten würden sie das nicht alles so ein bisschen um die Börse herum abkarten.

Das bringt mich gleich zum Signal. Da sieht man relativ klar, die USA streicht die Öllizenz wieder für den Iran. Am Ende ist das für mich alles ein bisschen taktisches Spiel in dem Ganzen. Die wirkliche Kennzahl hier ist einerseits der Ölpreis selbst. 3 Prozent rauf ist jetzt nicht wirklich dramatisch. Andererseits sind es die Durchfahrten pro Tag durch die Straße von Hormuz.

Die sind zurzeit ziemlich stabil, zwischen 30 und 60. Hier tut sich jetzt nicht wirklich viel. Sollte das wieder runtergehen, dann wäre es schon wieder ein ziemlicher Punkt. Grundsätzlich darf man eines aber nicht vergessen: Der Iran ist ziemlich geschwächt. Die USA ist hier immer noch mit voller Macht dort. Was die USA jetzt einfach nicht will, ist, dass die Straße wieder zugemacht wird. Das sind so ein bisschen die Punkte.

Was man sich schon ein bisschen anschauen muss, ist, wie es mit der Fed im Laufe des Monats aussieht. Das ist sicher ein bisschen der Ungewissheitsfaktor. Ölpreis um die 70 Dollar, ein paar Dollar drüber, ein paar Dollar drunter, ist aber absolut im Rahmen.

Was heißt das jetzt für unsere Portfolios

Bei mir ist es so, ich habe das eh schon öfter gesagt, ich gehe aus den ganzen Öl-Hedges nicht raus. Ich habe sie zwar reduziert, aber ich gehe nicht raus. Das heißt, in so einer Phase profitiere ich gleich wieder sofort davon. Es ist für mich aber nicht so, dass ich jetzt groß auf die Eskalation wette.

Persönlich glaube ich einfach, dass hier nicht der Weltfrieden einkehrt. Weder im Iran, noch in der Ukraine, noch bei dem, was als Nächstes kommt. Es kann leicht sein, dass in den nächsten vier Monaten bis zu den Midterms, die Anfang November sind, nicht allzu viel erlaubt ist. Trotzdem wird die USA hier weltweit immer noch versuchen, ihre Dominanz zu zeigen, oder wird es müssen, und das wird die Kriegsschauplätze weiterhin ein bisschen füttern.

Gleichzeitig, und das ist natürlich auch wichtig, sollte man jetzt nicht blind in die Risk-On-Sachen reingehen. Man hat es gestern gesehen, Chips sind gestern wieder ziemlich runtergegangen. Dementsprechend muss man einfach ein bisschen aufpassen. Das ist genau das, was ich bei mir im Family Office mache, und das ist das, was wir bei uns im Inner Circle machen: Wir setzen hier solche asymmetrischen Trades ein. Limitierter Downside und guter Upside.

Am Ende merkst du, an dem Tag, an dem ein Hedge langweilig ist, kaufst du ihn. Das machst du nicht, weil er schlecht ist, sondern weil er eben gerade nicht gebraucht wird. Wenn dann ein Hedge gebraucht wird, dann weil es in den Schlagzeilen steht. So sieht es aus. Das ist zumindest das, was ich mache.

Merksatz des Tages

Einen Hedge kaufst du dann, wenn er langweilig ist, weil er gerade nicht gebraucht wird und günstig ist. Sobald er in den Schlagzeilen gebraucht wird, ist es zu spät.

Baue dein Portfolio, bevor die Schlagzeile kommt

Ein Hedge ist am wertvollsten, bevor ihn jeder braucht.

Sobald die Straße von Hormuz wieder in jeder Schlagzeile steht, sobald Öl anspringt und sobald alle plötzlich über Eskalation sprechen, ist der einfache Teil vorbei. Dann ist der Hedge nicht mehr langweilig. Dann ist er teuer.

Genau darum geht es beim Investieren in solchen Phasen.

Du willst nicht erst reagieren, wenn der Markt schon nervös wird. Du willst vorher verstehen, wo die Risiken liegen, welche Setups asymmetrisch sind und wie du dein Portfolio so baust, dass es nicht nur in Schönwetterphasen funktioniert.

Im Inner Circle gehen wir genau solche Situationen tiefer durch.

Welche Headlines sind Lärm?Welche Datenpunkte sind wirklich Signal?Wo entstehen Chancen mit begrenztem Downside?Und welche Trades machen Sinn, bevor sie offensichtlich werden?

Du bekommst meine Marktanalysen, KI gestützte Ideen, Research Reports und Einblicke in Setups, die ich selbst aus der Perspektive meines Family Offices prüfe.

Der Inner Circle ist kein Raum für blinde Kaufbefehle. Er ist für Anleger, die Märkte strukturierter einordnen, Chancen sauberer prüfen und ihre Entscheidungen bewusster treffen wollen. Der Zugang erfolgt auf Bewerbung.

Im kurzen Austausch prüfen wir, ob der Inner Circle zu deiner Situation, deinem Portfolio und deinen Zielen passt.

Wenn du dein Portfolio künftig nicht erst dann ausrichten willst, wenn der Hedge schon in den Schlagzeilen steht, kannst du hier Zugang zum Inner Circle anfragen: Zugang zum Inner Circle anfragen

Julian Hosp
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