Berkshire Hathaway: 397 Milliarden Dollar Cash und ein klares Signal an den Markt
4. Mai 2026
Daily Snippet

Berkshire Hathaway: 397 Milliarden Dollar Cash und ein klares Signal an den Markt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 04. Mai 2026

Berkshire Hathaway sitzt auf 397 Milliarden Dollar Cash. Neues All Time High. Gleichzeitig hat die Firma seit fast 14 Quartalen, also seit rund drei Jahren, praktisch nichts wirklich an Aktien dazugekauft.

Am Samstag war das Berkshire Annual Meeting in Omaha. Für mich gab es dort ein ziemlich wichtiges Signal. Ich möchte dir heute die drei wichtigsten Signale aus dem Meeting herausziehen und das einordnen, was in den Zeitungen gerade eher als Lärm auftaucht.

Leute, einen wunderschönen Montagmorgen. Es ist der 4. Mai. May the Fourth be with you. Herzlich willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.

Heute gehen wir in die größte Einzelposition als Aktie bei mir im Portfolio. Wir reden über eine Firma, die wirklich ein Gigant am amerikanischen Aktienmarkt ist: Berkshire Hathaway.

Das erste Berkshire Meeting mit Greg Abel

Am Samstag, dem 2. Mai, war das Annual Meeting in Omaha. Es war das erste Meeting mit Greg Abel als CEO. Warren Buffett, inzwischen 95, saß nur im Publikum.

Die Atmosphäre war deutlich nüchterner. Es gab nicht mehr dieses große „Woodstock for Capitalism“. Es ging nicht mehr so stark um Fragen rund um das Leben, wie man lebt oder wie man die Welt sieht. Früher gab es immer 50 Fragen. Greg Abel hat am Ende gerade einmal 15 Fragen beantwortet.

Aber inhaltlich war es ein Hammer Event. Für mich gab es klare Marktsignale. Und ich glaube, die wenigsten ordnen diese Signale richtig ein.

Was ist Lärm?

Reden wir zuerst über den Lärm. Für mich sind vor allem zwei Dinge Lärm:

  1. Dass viele jetzt schreiben, es seien nur noch halb so viele Teilnehmer da und das Interesse sei weg. Das ist für mich kein entscheidendes Signal.
  2. Dass der Mythos rund um Berkshire Hathaway angeblich verschwunden sei. Klar, mit Buffett geht ein Teil dieses Mythos weg. Aber dass Berkshire Hathaway deshalb entwertet ist, sehe ich überhaupt nicht.

Der Punkt ist: Berkshire muss man heute anders verstehen. Es ist nicht mehr nur der Warren Buffett Mythos. Es ist etwas anderes geworden.

Signal 1: Cash is King

Das erste große Signal ist Cash. Berkshire hat 397 Milliarden Dollar Cash auf der Bilanz. Das ist ein neuer Rekord.

Gleichzeitig lagen die Operating Earnings bei 11 Milliarden Dollar. Das sind 18 Prozent Wachstum Jahr über Jahr. Das muss man sich einmal vorstellen. Das Versicherungsgeschäft läuft. Die Firma druckt Geld.

Und trotzdem kauft Berkshire netto keine wirklichen Aktien. Ganz im Gegenteil. Sie verkaufen.

Im ersten Quartal gab es 24 Milliarden Dollar an Aktienverkäufen und nur 16 Milliarden Dollar an Käufen. Über drei Jahre hinweg ist Berkshire jetzt netto am Verkaufen.

Das ist für mich ein ganz klares Signal. Auch die Aussage von Greg Abel war spannend: Er findet zurzeit einfach keine wirklich spannenden Chancen.

Signal 2: Berkshire bleibt ein Konglomerat

Der zweite wichtige Punkt ist die Kontinuität von Berkshire. Greg Abel hat klar gesagt, dass er das Konglomerat nicht aufspalten will. Es wird auch keine Dividenden geben.

Sie haben wieder Aktienrückkäufe gemacht. 235 Millionen Dollar in einem Quartal. Das ist natürlich nicht viel, aber Greg Abel sagt, dass er die Aktie unter dem Intrinsic Value sieht.

Ich sehe das wahrscheinlich auch so ein bisschen.

Wichtig ist aber, zu verstehen, was diese Aktie wirklich ist. Sie ist nicht mehr einfach nur der Warren Buffett Mythos. Sie ist am Ende ein Cash Proxy.

Für mich ist Berkshire so eine Art Instrument mit großer Optionalität. Wenn der Markt irgendwann richtig abschmiert, ist Berkshire da und kann von einem Cash Instrument in ein Aktieninstrument umspringen. Genau das macht die Firma in solchen Marktphasen spannend.

Signal 3: Keine Euphorie, kein Glücksspiel

Der dritte Punkt ist ebenfalls sehr klar. Sowohl Greg Abel als auch Buffett haben deutlich gemacht, dass sie zurzeit sehr glücksspielartige Situationen im Markt sehen.

Buffett hat das ein bisschen verglichen mit der Kirche neben dem Casino. Er hat in seiner Karriere dreimal vor richtiger Euphorie gewarnt: Ende der 1990er, 2007 und jetzt wieder.

Greg Abel wurde auch zu Bitcoin befragt. Seine Antwort war ein klares Nein. Darüber bin ich sehr froh.

Er hat auch gesagt, dass KI bei Berkshire natürlich zur Anwendung kommt, aber nur dann, wenn es Sinn ergibt. Wir sind hier also weit weg von irgendeiner KI Euphorie oder irgendwelchen spekulativen Geschichten.

Das ist für mich wichtig. Berkshire bleibt Berkshire. Keine Euphorie. Kein Herumspielen. Keine Spekulation um der Spekulation willen.

Was heißt das für mein Portfolio?

Für mich ist Berkshire die beste Cash Position, die ich haben kann. Die Aktie hat diese große Optionalität, von Cash in ein Aktieninstrument überzuspringen. Das ist im Markt sehr einzigartig.

Ich glaube, Berkshire kann weiter underperformen, vor allem in Phasen, in denen Cash als Trash gesehen wird. Das kann gerne passieren. Mein Gesamtportfolio hatte über das letzte Jahr eine wahnsinnige Performance. Ich habe kein Problem damit, dass Berkshire in solchen Phasen schlechter performt.

Das ist bewusst so. Damit kann ich extrem gut leben.

Wichtig ist: Wenn du Berkshire kaufst, musst du wissen, was du da kaufst. Du musst wissen, wann Berkshire eine gute Position ist und wann Berkshire eben keine gute Position ist.

Es ist aus meiner Sicht eine schlechte Idee, in irgendetwas zu 100 Prozent investiert zu sein. Genau deshalb macht die Beimischung von Berkshire in meinem Portfolio für mich weiterhin Sinn. Ich ändere daran nichts.

Berkshire ist kein Mythos mehr, sondern Optionalität

Der wichtigste Punkt aus dem Meeting ist für mich: Berkshire ist nicht entwertet, nur weil Buffett nicht mehr vorne auf der Bühne steht. Berkshire ist heute weniger Mythos und mehr Cash Proxy mit enormer Optionalität.

397 Milliarden Dollar Cash sind kein Zufall. Drei Jahre netto Aktienverkäufe sind kein Zufall. Keine Dividende, keine Aufspaltung, keine Euphorie, keine Bitcoin Spekulation, das alles ist ein ziemlich klares Signal.

Berkshire wartet und wenn der Markt irgendwann richtig abschmiert, dann ist genau diese Wartestellung vielleicht der große Vorteil.

Und damit sind wir bei einem Punkt, der für diesen Markt extrem wichtig ist: Es reicht nicht, einfach nur irgendeine Aktie zu kaufen, weil sie bekannt ist, weil sie gerade gut läuft oder weil alle darüber sprechen.

Du musst verstehen, welche Unternehmen echte Substanz haben.

Berkshire ist für mich ein gutes Beispiel dafür. Nicht, weil jeder Berkshire kaufen muss. Sondern weil man hier sieht, worauf es in nervösen Marktphasen ankommt: Kapitalstärke, Disziplin, Geduld, operative Qualität und die Fähigkeit, dann zu handeln, wenn andere unter Druck geraten.

Und genau diese Denkweise ist auch der Grund, warum ich ein kostenloses PDF vorbereitet habe.

Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem nervösen Markt besonders spannend finde und worauf ich bei solchen Ideen konkret achte.

Wenn du also besser verstehen willst, welche Unternehmen in diesem Markt für mich wirklich interessant sind, dann lade dir das kostenlose PDF hier herunter:

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Gerade in Phasen wie jetzt passieren viele Fehler nicht, weil Menschen zu wenig Informationen haben. Sie passieren, weil sie auf das Falsche schauen. Zu viel Lärm. Zu viel FOMO. Zu viele Geschichten ohne Substanz.

Das PDF soll dir helfen, den Blick wieder auf Qualität, Struktur und echte Stärke zu richten.

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater