Tesla liefert starke Zahlen und fällt trotzdem: Wer liegt richtig, die Bullen oder Michael Burry?
Datum: 03. Juli 2026
Tesla liefert Zahlen weit über allen Erwartungen. Analysten nennen es einen ziemlichen Beat.
Und was macht die Aktie?
Sie crasht 7,5 Prozent.
Das ist der schlimmste Tag seit fast einem Jahr. Und Michael Burry hat gerade zwei Tage davor einen frischen Short aufgelegt.
Also irgendwie perfektes Timing.
Schauen wir uns in den nächsten Minuten an, wer hier recht hat: die Tesla Bullen oder ein Bär wie Michael Burry.
Leute, einen wunderschönen Freitagmorgen. Es ist der 3. Juli. Willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt.
Tesla liefert deutlich mehr aus als erwartet
Starten wir in das Tesla Thema hinein.
Zuerst die Fakten.
Tesla meldete gestern 480.000 Auslieferungen im zweiten Quartal. Im Vorjahr waren es in Q2 384.000.
Also: ziemliches Wachstum.
Die Wall Street hatte nur 406.000 erwartet. Von dem her war das ein deutlicher Beat nach oben.
Die Aktie ist trotzdem 7,5 Prozent gefallen und steht jetzt bei 393 Dollar. Es war einer der schlimmsten Tagesverluste seit fast einem Jahr. Das letzte Mal, dass Tesla so viel verloren hat, war am 24. Juli.
Der Dow war gestern ein Prozent im Plus. Man muss aber dazusagen, dass auch viele Semiconductor Aktien ziemlich unter Druck waren.
Woran lag der Abverkauf?
Die Frage ist natürlich: Woran lag es?
Es lag meiner Ansicht nach nicht an den Auslieferungen.
Es lag auch nicht am Energiegeschäft. Dort wurden 13,5 Gigawattstunden Speicher ausgeliefert, nach 8,8 im Vorquartal. Da geht es also ziemlich ab.
Der Punkt war viel eher: Buy the rumor, sell the news.
Die guten Zahlen waren einfach schon ziemlich stark in der Erwartungshaltung drin. Die Aktie war in der Woche davor bereits 12 Prozent gestiegen.
Und dann kamen Gewinnmitnahmen.
Ich glaube auch nicht, dass der Michael Burry Short hier groß etwas ausgelöst hat.
Was ist Lärm?
Der Michael Burry Short ist für mich eher Lärm.
Keiner weiß genau, wie groß diese Position wirklich ist. Außerdem hat er ähnliche Shorts auch gegen viele andere KI und Industrie Themen aufgebaut.
Er hat gegen Nvidia gewettet, gegen Caterpillar, gegen Applied Materials und gegen den ganzen Chips ETF.
Von dem her ist gar nicht klar, wie groß die Tesla Short Position im Verhältnis wirklich ist.
Auch der Tageschart ist Lärm.
Klar, 7,5 Prozent Minus an einem Tag ist viel. Aber wenn man längerfristig auf die Aktie schaut, war es erst einmal ein Dip innerhalb einer größeren Bewegung.
Und selbst die eine Zahl von 480.000 Autos muss man vorsichtig einordnen.
Wir hatten in den letzten Monaten hohe Spritpreise. Da wurden Elektroautos natürlich deutlich attraktiver. Deshalb sollte man diese Zahl nicht isoliert betrachten.
Was ist Signal?
Signal sind für mich am Ende Zahlen, Daten und Fakten.
Es geht um Bewertung. Es geht um Gewinn. Und da sind wir bei Tesla natürlich ziemlich weit hinten.
Tesla handelt bei einem erwarteten 2026er KGV von rund 200.
Das muss man sich einmal vorstellen.
Du bezahlst also ungefähr das 200 Fache des erwarteten Gewinns von 2026.
Ich finde Tesla fantastisch als Firma. Ich selbst fahre Teslas. Ich finde, was Elon macht, super. Ich finde die Mission dahinter toll.
Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist die aktuelle Realität.
Die Story ist größer als die Zahlen
Beim Gewinn ist Tesla nicht wirklich dort, wo die Bewertung es eigentlich verlangen würde.
Robotaxis sind spannend, aber da sind wir noch weit entfernt.
Optimus ist ein tolles Versprechen, aber auch dort liegt noch sehr viel in der Zukunft.
Das riesengroße Hopium ist für mich der mögliche SpaceX Merger.
Und da kann man natürlich sagen: Vielleicht wird in den nächsten vier bis acht Wochen zumindest einmal ein Shareholder Vote angekündigt.
Jetzt warten wir erst einmal auf die Tesla Q2 Earnings am 22. Juli. Dann haben wir auch die SpaceX Q2 Earnings. Danach gibt es einen Realitätstest.
Am Ende geht es dann um die knallharten Zahlen.
Wenn starke Zahlen die Aktie nicht heben
Der Merksatz ist hier ziemlich klar:
Wenn richtig starke Zahlen eine Aktie nicht heben, sondern sogar zu einem Abverkauf führen, dann ist das Problem nicht unbedingt das darunterliegende Business. Dann ist meistens die Story drumherum zu groß geworden.
Und genau das ist bei Elon extrem.
Das wissen wir ja.
Tesla ist nicht einfach nur ein Autohersteller. Tesla ist Robotaxi, KI, Optimus, Energie, Elon, SpaceX Fantasie und Zukunftsversprechen in einem.
Das kann brutal nach oben funktionieren.
Aber wenn die Erwartungen zu hoch sind, reichen selbst starke Zahlen irgendwann nicht mehr.
Was mache ich im Portfolio?
Ich habe im Family Office keine Position in Tesla.
Ich bin weder long noch short.
Ich stehe hier an der Seitenlinie.
Von Anfang des Jahres bis heute hätte man Tesla shorten können. Das war bei uns auch im Inner Circle eine Trading Idee und super attraktiv.
Ich selbst habe es aber nicht gemacht.
Und ich habe auch ganz klar gesagt, warum: Das ist eine der wenigen Sachen, bei denen ich wirklich Moral oder Ethik über Gewinn stelle.
Normalerweise macht man das als Investor weniger, weil es am Ende um Rendite geht. Aber hier habe ich es nicht gemacht.
Ich will nicht gegen Elon wetten. Nicht, weil ich mich nicht getraut hätte, sondern weil ich ihm nicht irgendwie Steine in den Weg legen möchte.
Long über SpaceX
Auf der anderen Seite bin ich long über SpaceX.
Ich bin dort ein sehr früher Investor und richtig fett im Plus.
Wenn es also zu einem Merger kommt, bin ich sowieso beteiligt.
Ansonsten glaube ich, dass es gerade viele andere spannendere Investmentideen gibt, die wir im Family Office oder im Inner Circle durchspielen.
Das heißt nicht, dass ich irgendwann nicht wieder Tesla long gehe.
Aber dafür muss die Bewertung für mich attraktiver werden.
Tesla bleibt stark, aber teuer
Tesla ist eine fantastische Firma.
Die Auslieferungen waren stark. Das Energiegeschäft läuft. Die Marke ist mächtig. Elon ist weiterhin einer der wichtigsten Unternehmer der Welt.
Aber die Aktie ist eben nicht nur das Unternehmen.
Die Aktie ist der Preis, den du für diese Zukunft bezahlst.
Und bei einem 200er KGV muss extrem viel funktionieren.
Robotaxis müssen liefern. Optimus muss liefern. Energie muss weiter skalieren. Der mögliche SpaceX Merger muss Sinn ergeben. Und das Kerngeschäft darf nicht schwächeln.
Das ist eine Menge Erwartung.
Merksatz des Tages
Wenn starke Zahlen eine Aktie nicht heben, sondern zu einem Abverkauf führen, ist nicht das Business das Problem. Dann ist die Story drumherum vielleicht schon zu groß geworden.
Tesla zeigt perfekt, warum ein gutes Unternehmen nicht automatisch ein guter Kauf ist.
Starke Auslieferungen. Starkes Energiegeschäft. Große Vision. Elon. Robotaxis. Optimus. SpaceX Fantasie.
Und trotzdem fällt die Aktie.
Warum?
Weil der Markt nicht nur das Unternehmen bewertet. Er bewertet den Preis, den du für diese Zukunft bezahlst.
Bei Tesla steckt extrem viel Erwartung im Kurs. Und wenn selbst starke Zahlen nicht mehr reichen, um die Aktie nach oben zu bringen, muss man als Investor sehr genau hinschauen.
Für mich ist deshalb die spannendere Frage nicht: Welche Firma hat die beste Story?
Die bessere Frage ist:
Welche Unternehmen haben starke Substanz, echte Cashflows, klare Marktpositionen und gleichzeitig noch ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis?
Denn genau dort entstehen oft die besseren Investmentideen. Bei Unternehmen, bei denen Qualität und Bewertung noch zusammenpassen.
Deshalb habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:
Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt
Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich aktuell besonders spannend finde und worauf ich achte, wenn Märkte zwischen großer Story, echter Qualität, Cashflow und Bewertung unterscheiden müssen.
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