Michael Saylor wird zu Michael Seller
2. Juni 2026
Daily Snippet

Michael Saylor wird zu Michael Seller

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater

Datum: 02. Juni 2026

Michael Saylor wird zu Michael Seller und hat tatsächlich Bitcoin verkauft. Es scheint, dass die Bitcoin-Halter echt ziemlich hart dran sind. Ich spreche das Wort nicht aus, aber du kannst dir vorstellen, welches Wort ich hier verwenden würde.

Ja, es ist zwar nur eine kleine Summe, nur 32 Bitcoin. Aber es zeigt, dass es anfängt, den Schneeball zu zerreißen. Bitcoin ist extrem runter, Strategy ist runter, die STRC-Vorzugsaktie ist runter. Es sieht wirklich nicht gut aus.

Ich weiß, wir hatten gestern im Snippet schon das Kryptothema. Aber das ist so wichtig, dass wir es heute noch einmal besprechen sollten.

Leute, einen wunderschönen Dienstagmorgen. Es ist der 2. Juni. Herzlich willkommen beim Snippet, deinem täglichen kurzen Insight in die Finanzwelt. 

Das zweite Bitcoin-Thema in Folge

Starten wir also ins zweite Bitcoin-Thema in Folge hinein. Es ist aber absolut relevant.

Ich schaue mir den Bitcoin-Bereich ausführlich an. Nicht, weil ich zurzeit investiert bin. Ganz im Gegenteil. Ich war über die letzten eineinhalb Jahre teilweise sogar short. Aber ich schaue es mir an, weil ich natürlich gerne wieder einen Einstieg finden möchte.

Am Ende habe ich dreimal richtig gut Geld mit Bitcoin gemacht und über 100 Millionen Dollar damit verdient. Ich würde gerne ein viertes Mal das Ganze reiten. Aber natürlich nur, wenn ich mir sehr, sehr sicher bin, dass ich die gekauften Bitcoin wieder teurer verkaufen kann.

Was anderes kann man mit diesem Meme Coin ja nicht machen. Aber genau das kann recht gut funktionieren.

Saylor hat tatsächlich Bitcoin verkauft

Gestern hat Saylor dann tatsächlich announced, was wir schon ein bisschen gedacht haben: Er hat Bitcoin verkauft.

Zwischen dem 26. und 31. Mai hat er 32 Bitcoin im Schnitt für 77.000 Dollar verkauft. Das sind 2,5 Millionen Dollar. Nicht viel, aber es ist natürlich trotzdem etwas.

Er hat es in seinem 8-K Filing am Montag bestätigt und auch explizit erwähnt. Das Ganze ist für die Finanzierung von Dividenden passiert.

Fairerweise muss man sagen: Strategy hält natürlich immer noch unglaublich viele Bitcoin, über 843.000. Aber das wirklich Irre ist: Nur zwei Wochen davor hat er für knapp 81.000 Dollar Bitcoin gekauft und jetzt für knapp 77.000 Dollar verkauft.

Also Buy High, Sell Low. Der absolute Klassiker.

Bitcoin, Strategy und STRC fallen weiter

Das Resultat daraus ist ziemlich klar. Letzte Woche war Bitcoin 9 Prozent im Minus gegen die Nasdaq. Gestern ging es noch einmal ordentlich runter. Wir sind unter 72.000 Dollar und wieder näher an den 70.000 Dollar.

Strategy ist um 5 Prozent runter. Die STRC-Vorzugsaktie, bei der er sagt, dass es so toll für sie sei, wenn man Bitcoin verkauft, ist ebenfalls um 1 Prozent runter.

Also genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich möchte. Er will ja, dass STRC auf Parität geht. Stattdessen rutscht sie genau in die Gegenrichtung.

Und natürlich: Was hat er sonst immer gesagt? Verkauf Schulden, um Bitcoin zu kaufen, aber verkauf niemals Bitcoin.

Es vergeht kein Tag, an dem Trump und Saylor uns nicht irgendeine Geschichte erzählen.

Was ist Lärm?

Lärm ist jetzt, wenn Analysten sagen, das sei ja nur 0,004 Prozent der Holdings und deshalb völlig egal. Darum geht es nicht. Es geht um die Lawine, die jetzt losgetreten wird.

Lärm ist auch, dass das alles nur Tax Loss Harvesting sei. Das wird es nicht sein, sonst würde er es wieder zurückkaufen. Klar, er wird vielleicht wieder Bitcoin kaufen. Aber das Lächerliche an der Sache ist: Er macht Buy High, Sell Low und erzählt gleichzeitig, dass er das für die Shareholder macht.

Aus meiner Sicht zerstört er hier Shareholder-Kapital.

Auch die Aussage, dass 32 Bitcoin den Markt nicht bewegen, ist für mich Lärm. Die 32 Bitcoin bewegen den Markt nicht per se. Aber er wurde vom letzten Käufer zum größten Verkäufer. Und das ist ein riesengroßes Problem.

Das eigentliche Problem: Ihm geht das Cash aus

Es ist ganz klar: Ihm geht das Cash aus. Er braucht das Cash für die Dividenden. Seine Cash-Position am Balance Sheet ist auf ungefähr sechs Monate Buffer runtergeschrumpft.

Die Stammaktie will niemand kaufen, sonst wäre die Aktie nicht so zerstört. Der Bitcoin-Preis crasht. STRC ist im Discount. Alle seine Vorzugsaktien sind noch schlimmer im Discount.

Langsam kann er kein weiteres Kaninchen mehr aus dem Hut zaubern.

Was ist Signal?

Das wichtigste Signal ist für mich das STRC-Voting nächsten Montag. Er hat gestern die Dividende für STRC nicht erhöht. Das ist interessant.

Das könnte bedeuten, dass er sich ziemlich sicher ist, dass das Voting durchgeht. Das wäre natürlich relevant. Wenn das Voting nicht durchgeht, sehe ich hier kurzfristig wirklich sehr viel Schmerz.

Wenn es durchgeht, hat er natürlich die Chance, das Ganze noch ein bisschen hinauszuzögern.

Die weiteren Fragen sind:

  1. Bleiben die anderen Vorzugsaktien so stark im Discount?
  2. Bleibt weiterhin so wenig Interesse für MSTR?
  3. Bleibt diese Underperformance von Bitcoin, MSTR und STRC bestehen?
  4. Wie sehen die ETF-Flows aus?

Die ETF-Flows sind ja wahnsinnig rot. Wir sind aufs Jahr gesehen netto im Outflow. Und am Ende steht natürlich die Frage: Springt Saylor tatsächlich vom Bitcoin-Zug ab und geht auf den KI-Zug?

Das ist etwas, das ich so ein bisschen annehme oder mir zumindest vorstellen kann.

Was mache ich mit meinem Portfolio?

Ich war über die letzten eineinhalb Jahre teilweise short Bitcoin und teilweise short MSTR. Wir hatten bei uns im Inner Circle immer wieder Short-Ideen. Es war super profitabel, dieses Ding zurzeit zu shorten und zu traden.

Ich sehe auch nicht, dass sich das jetzt plötzlich anders entwickelt. Ich sehe hier keinen Turnaround. Ganz im Gegenteil. Meiner Ansicht nach beschleunigt sich dieser Abverkauf jetzt eher weiter.

Und es ist total egal, ob dieser Verkauf für die Agenda oder für Ratingagenturen relevant war. Das mag alles sein. Der entscheidende Punkt bleibt: Es ist einfach kein Interesse mehr da.

Ich werde erst wieder long, wenn sich hier der Wert für mich ändert. Zurzeit passiert das nicht. Aus dem Grund bleibe ich weiter short.

Ich sehe dieses Schneeballsystem weiter komplett zerplatzen.

Der entscheidende Punkt

Bei Saylor geht es nicht mehr nur um Bitcoin. Es geht um Liquidität, Dividenden, Vorzugsaktien, ETF-Flows, Shareholder-Kapital und die Frage, ob er überhaupt noch genug Käufer findet, um dieses System weiter am Laufen zu halten.

Wenn der einzige strukturelle Käufer plötzlich verkaufen muss, dann ist das kein kleines Detail. Es ist ein Warnsignal.

Und wenn dieser Käufer gleichzeitig Buy High, Sell Low macht und es als tolle Strategie verkauft, dann ist das für mich kein Zeichen von Stärke. Es ist ein Zeichen von Liquiditätsdruck.

Merksatz des Tages

Wer Buy High, Sell Low macht und das Ganze als tolle Strategie verkauft, hat nicht wirklich eine Strategie, sondern ein Liquiditätsproblem.

Dieses Saylor-Thema zeigt, warum ich in diesem Markt so stark auf Substanz achte.

Wenn ein Investmentcase nur noch davon abhängt, dass ein einziger struktureller Käufer weiterkauft, dann wird es gefährlich. Vor allem dann, wenn genau dieser Käufer plötzlich selbst verkaufen muss, Cash braucht und seine eigene Story immer schwerer aufrechterhalten kann.

Für mich ist das kein Umfeld, in dem man blind alten Narrativen hinterherlaufen sollte.

Ich will Unternehmen sehen, die echtes Geld verdienen. Firmen mit Cashflow, Nachfrage, Kapitaldisziplin und einem Geschäftsmodell, das mehr trägt als Hoffnung auf den nächsten Käufer.

Denn genau dort liegt für mich aktuell der Unterschied: Auf der einen Seite stehen Storys, die langsam brüchig werden. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die auch in einem nervösen Markt echte Substanz zeigen.

Deshalb habe ich ein kostenloses PDF vorbereitet:

Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Darin zeige ich dir 3 Unternehmen, die ich in diesem Umfeld besonders spannend finde und worauf ich konkret achte, wenn der Markt alte Narrative neu bewertet und wieder stärker auf Qualität, Cashflow und echte Stärke schaut.

Wenn du wissen willst, welche 3 Unternehmen für mich aktuell in dieses Marktumfeld passen, dann lade dir das PDF hier kostenlos herunter: Meine 3 Investment Ideen für diesen nervösen Markt

Julian Hosp
Julian HospUnternehmer / Investor / Athlet / Familienvater